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Der Jugendbund · 1926-11-04 · 20 (4.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
20 (4.11.1926)
Date
1926-11-04
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Kreuznach Die Reihe unserer diesjährigen. Vorträge wurde durch einen Werbevortrag unseres 2. Verbandsvorsitzenden Herrn Referendar Herbert Felsenthal, Düsseldorf, betitelt „Jugend und Gemeinde" eröffnet. Richard Rauner richtete den Appell an alle Freunde, soweit sie noch nicht Mitarbeiter des Vereins seien, mögen alle Anwesenden es werden, ganz besonders die Jugend sei direkt verpflichtet, die Heimabende regelmäßig zu besuchen, während Erfahrenere sich zur Vorbereitung der diesbezüglichen Arbeiten zur Verfügung stellen müßten. Ganz kurz darf der Inhalt des glänzenden Referates unseres lieben Freundes Herbert Felsenthal gegeben werden: Die ersten Jugendvereine, besser Gemeindevereine, wurden durch die Bnc-Briss-Logen ins Leben gerufen; die Arbeit bestand darin, daß man sich Vorträge anhörte und Geselligkeiten veranstaltete. So ging es bis zum Weltkrieg.- Erst nach dem Kriege entstand eine jüdische Jugendbewegung: Des Wanderns Gedanke beseelt zunächst die ganze Art der Arbeit, der Heimabend sieht die, die sich draußen erst kennengelernt haben, auch geistige Angelegenheiten zusammen pflegen. Zur Frage der Neutralität führte Herbert Felsenthal aus, daß sie das Prinzip geistigen Denkens sei, sie kommt nicht von außen her, sondern ist und muß unser geistiges Eigentum sein. Die ideale Fortsetzung bzw. Ergänzung findet er in der Gemeinde, der Gemeinschaft in der Kehillo auf Grund der vorerwähnten neutralen Vereinsarbeit. \ Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten, während eine lange Diskussion, die sich bis gegen Mitternacht hinzog, manchen Gedanken, der bisher unausgesprochen blieb, in Worte umgesetzt sah. Mülheim (Ruh ) Einer Einladung folgend, hatten sich einige Damen und Herren in der Wohnung des Herrn Rabbiners Dr.' Neuhaus zwecks Vorbesprechung über die Neugründung des J. J. V. Mülheim-Ruhr eingefunden. Man war einstimmig der Ansicht, daß ein Jugendvercin notwendig und lebensfähig sei und beschloß, zu einer am Montag, den 25. Oktober, stattfindenden Gründungsversammlung die jüdische Jugend einzuladen. Man schritt zur Tat und konnte erfreulicherweise feststellen, daß 50 junge Menschen der Einladung Folge geleistet hatten. Nach einem fesselnden Referat des Herrn Rabbiners Dr. Neuhaus, der über Zweck und Ziele des Vereins sprach, wurde seitens der Versammlung nach kurzer Aussprache die Gründung des Jüdischen Jugendbundes Mülheim-Ruhr einstimmig beschlossen. Der gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender'Ernst Hirsch, 2. Vorsitzender Rabbiner Dr. Neuhaus. 1. Schriftführerin Frl. Cl. Rosenthal, 2. Schriftführerin FrL Judith Herzig, Kassiererin Frl. Lucas, Beisitzerin Frl. Löwenthal. Die Herren Dr. Moses Defries, Tanne, PIeß und Ai'red Hammerschlag überbrachten die Grüße und Glückwünsche des Duisburger Jugendbundes und wünschten ein Hand-in-Handgehcn beider Vereine und sagten ihrerseits dem Bunde jegliche Hilfe bereitwilligst zu. Lebhafte Freude bereitete den Anwesenden ein während der Verrammlung einlaufendes Schreiben unseres 1. Verbandsvorsitzenden, in dem die,er seine Glückwünsche zum Ausdruck brachte. ■ wurden noch einige Wahlen zu verschiedenen Ausschüssen getätigt. Mit einer Erklärung, dem großen Verband der neutralen Jugendvereine beizutreten und die Zeitung zu abonnieren, schloß der 1. Vorsitzende die Versammlung. Den Einberufern an dieser Stelle für gehabte Mühe herzlichen Dank, dem jungen Verein ein Glück auf! Aha. Steele Am 5. Oktober begann der hiesige Jugendverein seine diesjährige Winterarbeit, und zwar mit der Vorstandswahl und Aufstellung des Winterprogramms. Zum Vorsitzenden wurde Bernhard Körte gewählt. Wir beabsichtigen, in diesem Winter folgende Themen in Auswahl zu behandeln: „Erziehungsfragen . und jüdische Charakterkopfe". Den einleitenden Vortrag hielt Herr Lehrer Katzenstein über „Das Unterrichtswesen im alten und modernen Judentum". Die „Harmonie" hat um in liebenswürdiger Weise ihre Spiele zur Verfügung gestellt, und so findet alle 14 Tage in der jüdischen Volksschule ein Spielabend statt. Westerwald Wir entnehmen einem Rundschreiben griseres Verbandsfreundes Kurt Hirsch folgendes: „Ich kann heute bereits folgende Redner und Themen bekanntgeben, die sich für sämtliche Veteine zur Verfügung gestellt h%ben. Es ist Sache der einzelnen Vereine, sich mit dem betreffenden Redner zwecks Besuch, Kostenbestreitung (es sind doch nur Reisekosten) und andere Schwierigkeiten (Schabbos) in Verbindung zu setzen. a) Lehrer Ginsberg, Dierdorf: 1. Jeremias; 2. llo ca- und Arnos; 3. Mose. b) Richard Herz, Dierdorf: 4. Gabriel Rießer; 5. Ferdinand Lassalle; 6. Baruch Spinoza und bzw. oder 7. Sabbatai Zwi; c) Adolf Stern, Hachenburg: .8 Mose; 9. Maimonides; d) Dr. Hans Hirsch, Hamm: 10. und 11. zwei Themen nach Wahl des Vereins; e) Kurt Hirsch, Hamm: 12. Jehuda Halevi; 13. Theodor Herzl. Der Vorsitzende unseres Bezirksverbandes, Levi Wolff, ist bereit, Mitte November Samstag abend und evtl. auch Sonntag mittag noch einmal in unserem Bezirk zu sprechen. Es kommen nur die beiden Samstage 13. und 20. November in Frage (Dierdorfs wegen). Am zweckmäßigsten wäre wohl wieder eine große Bezirksversammlung in Altenkirchen. Ich erbitte umgehend Eure Wünsche zu diesem Punkt. Mein Projekt einer gemeinsamen Chanukkafeier hat eine sehr sympathische und schnelle Lösung gefunden indem mich erstens Dierdorf beauftragt hat, alle Vereine unseres Bezirks zu einem Synagogenbau-Ball am 2 7. November, abends 8 Uhr, im Gasthof Sahnt in Dierdorf einzuladen, und indem uns der J. J. V. Hachenburg ferner, den Vorschlag machte, seine a m 4. De zember, abends 9 Uhr, stattfi n'd ende Chanukkafeier als gemeinsame Feier zu betrachten und auszugestalten. Ich gebe gern diese Aufforderungen weiter, in der bestimmten Zuversicht, daß die gesamte jüdische Jugend des Westcrwaldes solchen Einladungen unbedingt Folge leistet. Sötern Freunde unserer Bewegung das Bedürfnis haben, ihre Vertrags- und sonstigen Künste in den verschönernden Dienst des gastgebenden Vereins, d. h. der guten Sache, zu stellen, werden sie seitens des Dierdorfer und wohl auch Hachenburger Vereins gebeten, entsprechende Bercitschaftserklärungen ■— außer den von Hachenburg extra gewünschten Mitteilungen — bis zum 20. November an die betreffenden Vereine gelangen zu lassen." VEREINSNACHRICHTEN Mitteilungen des Bezirksverbandes jüdischer |ugendvereine Westdeutschlands 1. Der Jüdische Frauenbund, e. V., Berlin, beschwert sich bei uns, daß die größte Anzahl der Verbandsvereine, denen er vor Rausch ha schono den Kalender des Jüdischen Frauenbundes mit Zahlkarte zugeschickt hat, denselben weder bezahlt noch zurückgesandt hat. Wir nehmen an, daß es nur dieses Hinweises bedarf, daß die säumigen Vereine den Kalender entweder zurückschicken oder den Betrag von 1,90 Mark der Schatzmeisterin des Frauenbundes, Frau Helene Meyer, Postscheckkonto Berlin % 802, schnellstens uberweisen. 2. Anfang Januar 1927 wird Herr Lehrer Steinhardt aus Magdeburg eine Vortragstournee bis zu sechs Wochen in unser« — 5 Gegend unternehmen. Sein Hauptthema lautet: „Im Kampf um die jüdische Schule". Außerdem ist er bereit, über „Jüdische Erziehungsfragen" (was für die Vereine, die sich zur Bearbeitung den Rundbrief „Erziehungsfragen der Gegenwart" gewählt haben, besonders interessant sein wird) und „Jüdische Gegenwartsfragen" zu .sprechen. Wir erbitten die Anmeldung der Vereine so rechtzeitig, daß wir eine Tournee zusammenstellen können, bei der dann jeder Verein nur einen Anteil der Reisespesen zu tragen hat. 3. Am 4. Januar 1927 spricht Rosi Lechner aus Braunschweig im Düsseldorfer Jugendverein über „Psychologie des Jugendalters" im Zyklus „Erziehungsfragen der Gegenwart", und ist bereit, anschließend am 5., 6., 8. und 9. Januar über dasselbe Thema auch in anderen in der Nähe

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