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Der Jugendbund · 1926-10-07 · 18 (7.10.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
18 (7.10.1926)
Date
1926-10-07
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Die Arbeit im Verband Die Führer des Rheinisch-Westfälischen Landesverbandes trafen sich am vorigen Sonntag in Essen. Die Vereine werden im kommenden Winter in großen Vorträgen das Thema „Judentum und Christentum" behandeln. Dabei ist insbesondere zu erwähnen, daß auch von seilen der beiden großen christlichen Bekenntnisse hervorragende, aus der Jugendbewegung hervorgegangene Redner sprechen sohlen. Die Heimabende sollen neben der Besprechung dieser Vorträge insbesondere der' Einarbeif in das Wesen des Talmud dienen, wozu das in dieser Nummer abgedrückte Einführungsmaterial von Rabbiner Dr.' Hahn als Anleitung dienen soll. Ein Referat der Hauptlehrerin Sachs aus Bochum über „Einführung in das Bibelwcsen" gab Gelegenheit zu ausführlichen Erörterungen über die erzieherischen Möglichkeiten des Bibclstudiums, wobei ziemlich einheitlich zum Ausdruck gebracht wurde, daß weniger die mehr oder minder exakt durchgeführte Bibelexegese, als die Heranführung gegenwartsjüdischcr nnd allgemein menschlicher Fragen an ausgewählte Bibelstellen Aufgabe solcher Bibelabende sei. Abzulehnen sei aber auch eine ziemlich oft hervortretende Neigung, das Bibellesen lediglich vom literarischen bzw. ästhetischen Standpunkt her zu betreiben (künstlerische Bibelabendc). Des weiteren wurde sehr ausführlich zu der Frage Stellung genommen, inwieweit eine Verteilung der Heimabendarbeit auf einen weiteren und einen engeren Kreis angebracht sei. Man war im allgemeinen dW Meinung,- daß in den ersten Heimabenden durch Heraufschrauben des Niveaus der Besprechungen das Material für den engeren Kreis gesichtet werden und daß im weiteren Verlauf ddr Vereinsarbeit dieser engere Kreis nicht für sich, sondern nur in Vertiefung des im Heimabend des weiteren Kreises Vorgebrachten arbeiten muß. Aus ,dem Bereich des Westdeutschen Bezirksverbandes ist zu erwähnen, daß die neu eingesetzte Kommission für die Arbeit der Landvereine eine rege Tätigkeit entfaltet, und daß namentlich die Führer des J. J. V. Kreuznach eine intensive Bearbeitung der Kleingemeinden an der Nahe und auf dem Hunsrück begonnen haben. Am letzten Sonntag wurde in Castellaun und Münstermaifeld die Gründung von Jugendvercinen beschlossen. In Hessen-Nassau ist der Jüdische Jugendbund Ingelheim dem Verband beigetreten. In Baden fand im Laufe des August ein gutbesuchtes Treffen auf dem Feldberg statt; für die von dort hergesandten Grüße dankt die Verbandsleitung an dieser Stelle herzlichst. Im Monat September haben die Vereine Bruchsal und Kippenheim ihren Anschluß an den Badischen Landesverband und Reichs* verband beantragt. Die Aufnahme wird bei der Delegiertentagung des Landesverbandes vollzogen, welche am 17. Oktober 1926 in Karlsruhe stattfindet. Referent ist Fritz Schwarzschild, In der Pfalz hat der Landesverband seine Tätigkeit wieder aufgenommen und auf den 10. Oktober eine Delegiertentagung nach Saarbrücken einberufen, während die Tagung des Württembergischen Landesverbandes am 24. Oktober in. Stuttgart stattfindet. Als Vertreter des Verbandes wird an beiden Tagen Fritz Schwarzschild anwesend sein. In Nordwestdcutschland hat der Jüdische Jugendburd Beckum sich dem Verband angeschlossen. Der Jüdische Jugendbund Beckum verspricht ein besonders wertvolles Mitglied des Verbandes zu werden. Er gibt ein Nachrichtenblatt für seine Mitglieder heraus, das in der ganzen Art seiner Aufmachung eine besondere Unterstützung bündischer Arbeit darstellt. Die Tagung findet bekanntlich am 10. Oktober in Braunschweig statt. MITTEILUNGEN DER VE R B AN D S L E I TU N 6 I. Im Laufe des Monats November soll jeder Verbandsvercin einen Heimabend über das Thema: „Der Friedensgedanke im Judentum" veranstalten. In diesem Heimabend sollen'nicht nur die den Vereins- führern bekannten theoretischen Grundlagen besprochen, fondern auch in die Gedanken und Arbeitswege der pazifistischen Organisationen eingeführt und die Möglichkeiten einer Mitwirkung der Jugend besprochen werden. Als Litcrtatur empfehlen wir: . v Hermann Cohen: „Das Gottesreich" in den „Jüdischen Schriften", Band 3.' „Friedenspflichten des Einzelnen", sechs Preisarbeiten der Groß-Loge für Deutschland, bei Friedrich Pertes, 1918. „Die Lehren des Judentums", herausgegeben vom Verband der deutschen Juden, C. A. Schwetschkc, Berlin, Bd. 3, und die dort angegebene Literatur aus den Quellen. Ferner empfiehlt Alice Hirsch, Magdeburg, aus demselben Verlag als belletristische Literatur: ,.In der Vorhut", Schauspiel in vier Akten von Katrina Trask. — Weitere Literatur, insbesondere Gedichte, Novellen usw. wissen die Leiter der Ortsgruppen der deutschen Friedensgesellschaften usw. anzugeben, an die man sich ruhig wenden kann. — Ueber den Verlauf dieser Heimabende erbitten wir möglichst umgehend einen genauen Bericht, da wir in der nächsten Nummer, Ende November, einen allgemeinen Ueberblick über die Einstellung der Verbandsmitglieder zu diesen Fragen geben möchten. II. Die Führer der Bezirksverbände werden ersucht, von jetzt ab wieder regelmäßig bis zum 15. eines jeden Monats ausführliche Arbeitsberichte für den Verband und die Zeitung einzusenden. Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, die Fortschritte der Heimabendarbeit bei den einzelnen Vereinen festzustellen. III. Die nächste Ausgabe der Jüdischen Blätter erscheint am 19. November. In ihr soll behandelt werden: 1. Der Friedensgedanke im Judentum. 2. Das Chanukkafest. Einsendungen erwarten wir bis spätestens 10. November. Bei dieser Gelegenheit erinnern wir an das Preisausschreiben der Feuilleton-Redaktion für die Chanukka» nummer. IV. Auf verschiedene Anfragen hin teilen wir mit, daß die Kommission für das Verbandsabzeichen keinem der eingesandten Entwürfe ihre endgültige Zustimmung erteilen konnte. Es wurde vielmehr beschlossen, sich nochmals an einige junge Künstler im Verbände wegen eines Entwurfes zu wenden. Für Uebcrmittlung solcher Adressen sind wir dankbar. Der Hessische Landesverband vera'nstaltet am 10. Oktober in Frankfurt a. M. ein Sport» fest. Interessenten werden gebeten, sich mit dem Büro des Hessischen Landesverbandes, Frankfurt, Goetheplatz 5, in Verbindung zu setzen. Dringender Aufruf •Die weitere Arbeit des Verbandes, vor allem das Erscheinen unserer Zeitung ist nur dann gesichert, wenn folgende Punkte weitestgehende Beachtung und umgehende Erledigung finden: 1. Sofortige Bezahlung aller Rechnungen für die Zeitung. 2. Sofortige Bezahlung des Verbandsbeitrages, der sich auf 5 Pfennig pro Kopf und Monat ab 1. Juli beläuft. 3. Tätige Mitarbeit eines jeden Mitgliedes bei der Förderer- W aktion zur Erlangung von Beiträgen in Höhe von 25 Mk. bis 100 Mk. pro Jahr von Gönnern unserer Sache. , Alle Ueberweisungen haben ohne jede ' persönliche Adresse auf das Postscheckkonto des Verbandes zu erfolgen, das wie nachstehend lautet: Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Chemnitz, Markgrafenstraße 3. Konto Berlin 135 00. 12 —

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