Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 16 (9.9.1926)
- Date
- 1926-09-09
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«ine dieser Mitfreuden ist Pflicht, was. z. B. gilt, dem Brautpaar freudiges Geleit zu geben. 9. Im Dienste des Tierschutzes. Der Grundgedanke des Tierschutzes ist das biblische Wort: „Der Gerechte achtet auf die Empfindungen seines Viehes, das Herz des Frevlers aber ist grausam." (Mi. 12, 10.) Selbst der kleinste Wurm darf nicht zwecklos getötet werden, die zum Genüsse erlaubten Tiere müssen in einer von der Religion vorgeschriebenen Weise geschlachtet werden, um jede Tierquälerei bei der Tötung zu verhindern. Ochs und Esel, weil ungleich an Kraft, dürfen nicht zusammen an den Pflug gespannt werden. (Dt. 22, 10.) Dem Ochsen darf mit Rücksicht auf seinen Nahrungstrieb beim Dreschen nicht das Maul verbunden werden. (Dt. 25, 4.) „Der Muttertrieb des Tieres ist zu achten, daher darf das Junge nicht vor dem achten Tage, Muttertier und Junges nicht an einem Tage geschlachtet und das Böcklein nicht in der Milch serner Mutter gekocht und muß beim Ausnehmen von Vogelnestern gewartet werden, bis das Muttertier weggeflogen ist." (Dt. 22, 9—10.) Die Religion verpflichtet den Tierhalter, des Tieres zu schonen, am Sabbat soll auch das Hausvieh feiern (Ex. 23, 12 . „Setze dich erst zur Mahlzeit nieder, wenn du deinem Vieh das Futter gegeben hast" heißt's im Talmud. Tierschutz ist Menschenschutz. Einst lief dem Mose im Dienste Jethros ein Lamm fort. Da suchte er's. Das müde Tier war bei einer Quelle, er tränkte es, trug das mattgelaufene in seinem Arme heim. Da sprach Gott: Du bist gütig gegen Tiere, du wirst auch gütig gegen Menschen sein: Komm, weide mein Volk Israel. 10. Im Kreise der Familie. Die' Bibel ist voll von lieblichen Bildern trauten Familienlebens. Das ganze erste Buch der Tora bietet eine Szene um die andere aus dem Kreise des Hauses. Von jener Stunde an, da Adam und Eva sich fanden, bis zu dem Sehnsuchtsworte Josephs, da er seinen Brüdern-sich zujerkennen gab: „Lebt mein alter Vater noch?", fügte sich ein Gemälde an das andere, auf dem das Leben der Hausgenossen, ihre gemeinsamen Freuden und Leiden, ihr Friede miteinander und ihr Streit, dargestellt ist. Tief wurzelt |der Familiensinn in Israel.: Die ergreifendsten Worte hallen ajis häuslichen Erfahrungen Iwider. Wer kennt nicht das Wort der Ruth, in dem die Anhänglichkeit an die Feuilleton Die Opferung Isaaks Nachstehende Uebersetzung ist mit gütiger Erlaubnis des Verfassers entnommen der neuen Bibelübertragung „Die Schrift", zu verdeutschen unternommen von Martin Buber, gemeinsam mit Franz Roscnzwei^. Die fünf Bücher der Weisung, 1. Buch, Berlin, Verlag Lambert Schneider. Die Schriftleitung. Nach diesen Begebnissen wars, da prüfte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Er sprach: Hier bin ich. Da sprach er: Nimm doch deinen Sohn, deinen Einzigen, den du liebst, Jizchak, -. und geh du in das Land von Morija, und höhe ihn dort zur Hochgabe auf einem der Berge, den ich dir ansagen werde. Abraham stand früfcnforgens auf, er sattelte seinen Esel, er nahm seine beiden Jungknechte mit sich und Jizchak seinen Sohn, er spaltete Holzscheite für die Hochgabe, und machte sich auf und zog zu der Stätte, die Gott ihm ansagen wollte. r Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen, da sah er die Stätte von fern. Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen, niederwerfen wollen wir uns und dann zu euch kehren. Abraham nahm die Holzscheite zur Hochgabe, er legte sie Jizchak seinem Sohn auf, in seir.cHand nahm er den Brand und das Messer, So gingen die beiden mitsammen. Jizchak sprach zu Abraham seinem Vater, er sprach: Vater! Der sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Er sprach: Da ist nun der Brand und das Holz, aber wo ist das Lamm zur Gabe? Abraham sprach: Gott ersieht sich das Lamm zur Gabe, mein Sohn. So gingen die beiden mitsammen. ÜTud sie kamen an den Ott, den Gott ihm angesagt hatte. Dort baute Abraham die Sehlachtstatt und schichtete die Holzscheite und fesselte Jizchak seinen Sohn und legte ihn auf die Schlachtstatt zu oberst der Scheite. Und Abraham streckte seine Hand, er nahm das Messer, seinen Sohn zu schlachten. Da rief SEIN Bote ihm vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Er sprach: Hier bin ich. Er aher sprach: Strecke nicht deine Hand nach dem Kr.atyen, tu ihm nichts! Denn jetzt weiß ich, fürchtig bist du Gottes, — nicht versagt hast du mir deinen einzigen Abraham hob seine Augen und sah: da, ein Widder :hatte sich dahinter im Gestrüpp mit *"den Hörnern, verfangen. Abraham ging hin, er nahm den Widder und höhte ihn zur Hochgabe anstatt sein« s Abraham rief den Namen jener Stätte: GOTT ersieht. Wie man noch heute sagt: Auf GOTTES Berg wirds ersehn. SEIN Bote aber rief Abraham ein zweites Himmel her zu und sprach: Ich schwöre bei mir — SEIN Spruch — weil du dies getan, deinen einzigen Sohn h'cht versagt hast, segne, segne ich dich. Mehren will ich, mehren deinen Samen wie die Sterne des Himmels und den Sand am Ufer des Meers. ■ Besetzen soll dein Same das Hochtor seiner Feinde. Segnen sollen sich mit deinem Samen alle Völker der ■ Erde. Weil du auf meine Stimme gehört hast. Sodann kehrte Abraham zu seinen Knechten, sie machten sich auf und gingen mitsammen nach Ber-Schaba. Und Abraham blieb in Ber-Schaba. Sohn. s Sohns. Mal vom Sulamiih Von Heinz Kahn (1920). Sulamith, Sulamith! Groß umfängt dich das Sehnen meines einsamen Abends. Ich schau dich, Sulamith, Wie deine Hände in die Zweige greifen Und die reifen. Saftfrohen Früchte brechen. Ich träume dich, wie deine Locken In singenden Bächen Dir von den Schultern fallen. Ich höre dich, wie alle Glocken ■ Aus deiner seraphischen Stimm« schallen,