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Der Jugendbund · 1926-08-12 · 14 (12.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
14 (12.8.1926)
Date
1926-08-12
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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besten Alle lischen dem Kr der Fl 100 Fäll die wissen Stadium durch Nutzen zu den Wert Irilt«. Aussich zu einer sondern zahlre nansmu es auf Verbii zu vci Epoc'.ie gior.sgcrjie htäten hingen ir.c « I Ol diese ganz unten in den niederen Regionen des mora- BewuStseins sich abwickelnden Prozesse waren vor ege und während' des Krieges die treibenden Kräfte :ht aus dem Judentum. Der Weg führte in 99 von tä direkt in den Schoß der herrschenden Religion, die Chancen bot. Nur wenige machten aus einer ge- $cham oder Unentschlossenheit das neutrale Zwischendes Dissidentcntums oder der Konfessionslosigkeit iiberließen den letzten Schritt und — den vollen Jer zwei'.en Generation. In der allcriüngstcn Zeit sind bgedachten Motiven zwei neue von gleichem sittlichen ^zugekommen; die unglaubliche Leichtigkeit des Austiner förmlichen Aufforderung gleichkommt, und die daß fojtab im bürgerlichen Leben die Zugehörigkeit Religionsgemeinschaft nicht nur nicht mehr förderlich, vielleicht hinderlich sein werde. Es gehört zu den en, einem unsachlichen und unpsychologischen Doktrientspringenden Mißgriffen des neuen Regimes, daß Lockerung der bestehenden sozialen und natürlichen hinarbeitet, anstatt sich mit der-n lebendiger Kraft ir.den- und dadurch das Hcraufführen einer neuen au erleichtern. Die Auflösung der Kirchen- und Rcliinschaften muß also gefördert werden. Die Formarden enorm erleichtert und die geldlichen Verpflichf ein Minimum herabgesetzt. Seither steigt die Flut und hin d c dl der Austretenden immer höher, und wer in den Blättern deren Namen liest, die ganze Kolonnen füllen, den beschleicht Bangigkeit. Nun darf man die Sache allerdings nicht übertreiben. Verglichen mit der Zahl der Austritte ausden christlichen Kirchen ist die Zahl der abtrünnigen Juden noch immer ein verschwindendes Minimum, besonders, wenn man die oben dargelegten Anreize zum Abfall berücksichtigt, denen in den christlichen Kirchen ebensovicle Hindernisse gegenüberstehen. Da muß man sich sagen, daß die Gewalt, die das Judentum über die Seelen seiner Bekenner hat, noch immer ungewöhnlich groß ist und eine - Untergrabung oder auch nur eine ansehnliche Beeinträchtigung der jüdischen Gemeinschaft von dieser Seite nicht zu befürchten ist. Eine Lücke, die: anderwärts ganz unbeachtet blieb, macht bei uns schon einen so starken Eindruck, daß wir ihre Dimensionen leicht zu überschätzen geneigt sind.; Aber eben das dieser Anschauung zugrunde liegende Gefühl ist sehr berechtigt, denn eine große und herrschende Gemeinschaft empfindet den Abiall viel schwächer als eine kleine, die nicht gerade auf Rosen gebettet ist. Und eben darum weist bei uns der Abfall auf tiefergehende moralische Defekte hin, als anderswo. Deswegen fordert diese, Erscheinung unseres volle Aufmerksamkeit heraus. (Schiaß folgt.) Unsere Jüngsten Brie In haben Jugcnd\ willigun > Bcwcrb 1. nett aufschlag Wandern sein un raull mi gcgri-.nd Mädche Mädche Mädche Ratsmit Mädels Mädche schiede für. dali Wir-hält zusair.m in arrangier« der Purimi Wir Junten Wir Jungen, wir grollen! Wir Jungen, wir wollen! . W.r grollen grauem Regentag, * ' Wir grollen müder Arbcitsplag. Wir grollen den Philistcrherzcn. - grollen dumpf ertrag'nerr Schmerr. Und Groll der schweißigen Großstadtla. lud Groll der tiefen Klassenkluft! Wir W,r Wir Wir Wir Wir Wir Und Wir Jung wir grollen! Jungen, vir wollen! wollen auch im Alltag Sonne, wollen freudiger Arbeit Wonne, wollen heiligen Ichs Entfaltung, wollen freien Volks Gestaltung! fuhren in uns selbst den Krieg unser Wille führt zum Sieg! Jungen! Programme und die Einladung doch nicht drucken lassen können, so wollen wir uns einen Hektographenapparat anschaffen. Ein solcher Apparat kostet 850 Mark. Wir wären dem Jugcndvcrcin sehr dankbar, wenn e,r unsere Kasse ei«vas bereichern wollte. Unseren Namen und unsere Gewohnheiten wollen wir behalten. Zum Schluß bitten wir Sie, uns doch auf der Handelskammer eintragen zu lassen, und etwas über uns (z. B. daß der Jugendverein eine Jugendgruppe erhalten hat) in die Zeitung setzen zu lassen. Mit freundschaftlichen Grüßen zeic inet Hochachtungsvoll Gut Freund, Jüdisther Wanderbund. eines Jungen an einen Jugendverein Worms, den 18. November 1925. Sehr geehrter Herr! r T'r.tcrredung mit Ihnen vom 17. November 1925 ir uns tür" bereit erklärt, uns unter den Schulz des ereins zu stellen. Wir tun es aber nur unter Beunscrer Wünsche. Zunächst sollen Sie uns einige für das Führeram' vorschlagen. Der Fuhrer muß Semr 2. die Um ie^end kennen. 3. mutf er auch Zelte Jen. Fcuerstellen anlegen, kurzum, er muß das richtiic verstehen. Der Führer darf kein K. W. Bummler 1 mit langen Hosen auf Fahrt kommen. Der Führer ..du" am geredet werden. Wir haben einen Führerrat l. in dem drei Jungens sich beiinden. Sollte eine igruppe aufgestellt Werden. so kommt hei drei i c ins in der! Rat (bei «echs Mädchen zwei, bei nenn i drei). Der Führer hat mehr zu bestimmen wie ein lied, aber nicht so viel wie der gesamte Rat. Kommen in den Bund, so wird der Bund gemischt. Eine gruppe für sich lehnen wir auf das allerentab. Führerin ausgeschlossen. Sorgen Sie bitte davir das Logenlokal tür unsere Heimabende bekommen, en nicht gerne, daß unsere Purimfeier mit der Ihrigen :i;on wird. Wenn wir unsere Feier alleine n. sieh*, man doch, was für Jungens wir sind. Bei «feier wird Kakao und Kuchen gegeben. Da wir die Mein Judentum % ste Viele Nichtiuden, aber sicher ebenso | viele Juden, urteilen oft abfallig über irgendeinen jüdischen Gedanke:,, eine jüdische Sitte, ja, an allem, am ganzen Judentum haben sie hunderterlei auszusetzen. Die meisten werden ibei so einer Unterhaltung auch gleich hitzig und aufgeregt in dem Bestreben, zu beweisen, daß nur ihre Meinung die richtige ist, und oft endet so ein Streit sehr unschön. Ich möchte vorerst gar i'ich! fragen, was richtig ibt und was verkehrt ist, was berechtigt ist und was nicht, ich möchte nur die Frage aufstellen: Ist man überhaupt berechtigt, ein Urteil zu fällen, wenn man die Heilige Schrift oder doch die Thora nicht kennt? NsinI Wie könnte das möglich sein, daß ein Mensch, der sie nicht durchgedacht und studiert hat, sich darüber ein Urteil erlauben dürfte. Dies ist der erste Giund, warum da« Lesen der Heiligen Schrift unbedingt nötig i;t. Wir woilen doch in erster Linie unsere Religion einmal kennen lernen, wir wollen unsere Gesetze wissen, wollen wissen, was wir überhaupt halten sollen, wie und warum. Wir wollen doch auch wissen, wie sich Gott auch uns durch unsere Ahnen offenbart bat, wollen selber lesen, daß jeder einzelne von uns eine große, herrliche Aufgab« bekommen hat, daß auch wir mithelfen dürfen am Gluck und der Vollkommenheit der ganzen Menschheit, daß auch wir ein wertvolles Glied werden können an einer ewig bestehenden, göttlichen Kejte. Wir wollen die Berufung und Verheißung auch mit erleben, wollen durch sie mit göttlicher Kraft gestärkt .und gefestigt werden gegen alles Böse und gegen allen Schein. Der zweite Grund ist der, jedes Volk lernt doch seine Geschichte, Warum sollen die Juden nicht auch die ihrige lernen? Warum Folien sie nichts vom Leben ihrer Ahnen wissen, von deren Kämpfen und Errungenschaften? Warum soll ihnen so vieles Schöne verschlossen bleiben, Dinge, mit denen sie selber in enger Verbindung stehen? Warum? Und der dritte Grund: Könnte uns nicht 10 -

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