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Der Jugendbund · 1926-08-12 · 14 (12.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
14 (12.8.1926)
Date
1926-08-12
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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die Raul) die titter hinein Menschcnn.ni wohnt, sich hajoen infoige erb: en, »on Wieder* erhole Anstritlsbewe fupr zwar in aller cijc Fr« demn «die Au wi* r.;icit gültigkeit griff und die Fort ah der Masi Widerspruchs B Iii v de Mendt ryircnc) ein i freies! crhul' kann sich mi D GJeichg; MOlL sie Ken, l 4 lltrl>ti';i GeBfc oh diese i ..i.-- au« VT Nu si£ cl'limmer dlw i bersten Schichten der Seele, drang aber nicht und verwitterte, sobald! die ewig elastische sich, an das Grauenvolle einigermaßen geii'm abgefunden haltcL Religion' und .Moral dieses Kriege! in gleichem Maße Schädigungen faxen d e kullurmenschheit sich nicht s«>ba'd i wird. Die vor dem Kriege stark anwachsende sri, aus den Lanueskirchjen in Ueutschland eren ersten Kriegszciicn ci^e starke Eindämmung, der kirchlichen Kreise dauerte nicht lange, tritt bewegung schwoll alsbald wieder an, und r ist, eine religiöse Apathie und Gleichem, die »iel verhängnisvoller, für das Gedeihen icblung der religiösen Kultur gefährlicher ist, naustritt, denn dieser ist der Ausdruck eines eine Unzufriedenheit mit der Religion: der ill bekunden, daO er zur Religion (oder zur iiatives Verhältnis hat. Der Ausgetretene hat n. er ist -mit Religion oder Kirche entzweit, er der Religion oder Kirche wieder aussöhnen. Se dagegen hat 'Jar kein \ erhältnis mehr zur t fiir ihn tot. in ihm i^t jede religiöse Regung D es ist nicht zu leugnen, daß die durch den führte Verwilderung des' Gcmütslebens auch auf in einer trostlosen Oedc zutage tritt." Gesichtspunkte aus muß man die Austritlsuem Judentum betrachten, die in den letzten n um sich gegiit-en bat. Sie ist nur als eine ii immer anuaiierndcn kriegspsv chose. des zernterwühUen moralischen Bewußtseins erklärlich. Lange vor dem Krieg gab es eine Abfallbcwcgung vom Judentum, doch war es bei weitem nicht so umfangreich wie die jetzige und unterschied sich von ihr in den Motiven und ir. den Zielen. <i . Mit dem Austritt aus der christlichen Kirche darf der Alistritt aus dem Judentum überhaupt in keine Analogie gestellt werden. Wer aus der christlichen Kirche austrat, erreichte damit niemals einen materiellen Gewinn, eine Verbesserung seiner sozialen oder gesellschaftlichen Stellung, entging nie einem Druck oder Verfolgung. Umgekehrt, in neun von zciin Fällen brachte er ein großes Opfer, erschwerte oder versperrte sich den Zutritt zu höheren Aemlern, zum Offiziersrang, oder auch, er verdarb seinen Kin'lern du: Karriere. Die Kirche war wohl "berechtigt, in jedem Austritt eine Vcri.-nmg zu erblicken, und niemand konnic es ihr verü'.ipln, daß s'ie diesen Schritt verdamme. Aber sie konnte der Vcrirrung. die sie verdammte, nie unedle Motive unler«chiel en. Der Austritt aus der Kirche war der Ausdruck eines I'rotestes gegen den Dogmenzwang, gegen die kirchliche Organisation, gegen das Verhalten der kirchlichen Funktionäre r.u bestimr' en ■politischen Richtungen. Mas-enau-tri :«r wurde i Juhir' , r. beigeführt, dal] in den Reihen des Prnlc'iri.!.: die Ihr er-- zeugung aufkam, die Kirche sei kapitaii-iisci. oiicniierl, <'■ -e Repräsentanten hititen es m.! c« n AwsfreiJ-ietii jje:;« <■ nie gebeuleten, die Religion verlr«".- >« die '. '/. eren ein h oirritisel.es Paradier, un sie vom kampl .■■in das h-dhtlMS,.IM n«l abzulenken, verhindere die s tialrn 1»«. o'rtnen. Vi! deni tritt air; dem Judentum verhält « sii h •:< "<■ ■ < t. Von eintni Dogmenzi» ang ist . .uns »»Vit äi< '..:■.. v«iii \r orthodoxesten ms zur radikal * n t!;«i...trn n*»-it»unä im *n BllCHERSCHAU t ..Der Gaon Saadia", sein Leben und seine W erke Vr sepf. L Visa, Nürnberg. ■ Verlag von .1. Falka. Nürnberg. i aal ein brauchbares Werk für unsere Jugend, entheb danken-wert, daß hier du. « inen »gen cir anscheinend e rien kl.T i P'ir't für Fas- ••Vj urper Meeschen ira'.. der V!i . niaci-,1 worden . "r. rrlüa I.e. «;i des ersten n ^»erheben iü»ji>*e :n i!•>[.., hon-im Zusammenhan mit t>e»ner >Vi tiar (. n.'-r: Reich! daftcustelien, sondern aifch seine Lehre entwickeln, daß sie modernen "Jugendlichen verständlich li< ges« hichtiiciien Darstellungen sind überaus »esse Ind eher-, ias Hauptwerk ,.i mimaus Wedeaii»" in seinen »ch ich 'ii Problemen so ttingpstellt. daß »•< mm N.«n, utier ßib \\ die I.ei.rer des- Jude» tums überhaupt reicMtv!« Jeicr Facbräann und Jugendlülire- Weiß, wie i^ ger rde die Behandlung solch »pröder Stoffe bwi der i wird ciem Verfasser für diesen Fingeizeig dunkir empleMen un-eren- Vereinen dringend, dies die Bibliothek anzuschalten. .Der Morgen", 2. Jahrgang, 3. Heft, Aug ist 1926. 'nie w ei S •er.de lieft interessier: uns ganz besonders einiger die unsere Autmetksamkeil als juuCc Men- «i<r ziehen. Zunächst Leo Baecks tiefgründiger Uen ah Auftakt der Tagung der Zentralwohl-' i elvu; e et»' Juden in Düsseldorf über ' den ladt iir luetischen Wohllahrtspfiege. Diese Geis nie!; nur eine"augenblickliche Frbau»tng. sie t,. Anftassung geradezu riciitunggebend iur den rc>:i und: »-aar 'empfindenden Märschen, von seiner Tie>- ur '.' .-..'geklürttieit wahrhaft jung, (isr; M nden Meoscheu. i rutet Baeck ac Gbube, daß der Mensch alles Oev-ejen. alles Harte lö&er» kann, daß er vor nichts ojß er üDcrwmd^n kann, pur ihn gib: es iinaiiwepdbare-, soncerr. aus Not, F'end und Dunkel tritt < i scir ihn Inn, erg .rzend und treibend. Sein Gew.ssen iJ: E.e beruhigt, irrmer neu ruft ihn das Gebot. Geist ist atiweiter ler VX iJ< r prucK ger'en* das Interesse, er stört das skt :e i enkei: er i-'. ständig hungrig, f-r kennt auch kein Kompr« rni.'t ur^i ce.nrpft oft um des Geistes willen r>egcn die Gemtinc: >::. i ucr nur. um.ihn zu vergeistigen, ihn zu formen. JJo muß ai Cr .VC'yhliabrtspüege vergeistigt werden. Sie darf r : V. rjhltin sich be-g'ü.'en. muß u: s zum Gebote werden, c. lins r. i u s . , .. W ir wisser, daß der W e<? über uns hinause deshalt» arbeiten wir. »eil wir uns als fcktn,etien „4on Geschlecht zu Geschlecht" fühlen. Ringen mit dein Geschick d. . *t. r,-ehet', lehuip* des tjf bens gegen den.'l'nglauoer-, da« ' nach:t<»e[. de »»,.i Cchalt der W«ibl'ahii: n i» ■ .. ■ Ir. ie!s unsreir l ei>cr/.i .' .!•-•£ zi»glei«:i» auch tier geistige <ie :.fl* »edet Jii"«utJ:'ew«gun-i. 'vor junge Menschen, d. b. tiri'-ciie Na! i sii. könnet» diesen Kainpi fühien, woraus •»< i» ergibt, daß sozlaie AHt.eil krehr als bisher von der Jnifend üliernniiimen wen en JHÜD. " ' [r ■ Gustnv Löl.'ler «rhrel!>t ii-u« •»••«•ibv-n über religiöse Noi und hat; w e immerj Kntschei -r.is z:i Kaien. Fr fehl ::ii» von der 1 •fii.-.si iini":, &\r n;e ..in \\e!tkri<oe die Ju e: Jbewegong riaeb Arsätzer» r.< n -er Friieaertiig bcrcit'ce h.-;t. l>(.i den meiste» luim'cn in»« Ler Jugend er dickt er immer deutliche! d.e S.eifiün:; a»m " lem^tisitren, zum Tüfteln iiher Hegrifie, d e n :' gelebtur!"< I r n-r I allzu rief gemein baren. Fr ist,der An cbaujrbg, daU d»c tu» nd nur die licrutun»; h^lie, e»frisc'iciit:e»i Vom hweiOrAnleilen in die der Gewohnheit e.rlaliendc FrKwmigkeit des »!.e«, Geschlechts:. Erst'wenn die heutige Jugend eien St.iinl ui' Jugend verlas»en haben wird, wird sie' . erweüen I.orineit. i»i» >■■• d.e Send ing zu erlüüen voimag. Religiöse Mol ist t'.. quileude l.nioünJung bei dem Suchen na' li Gott z ■'■ ifl .nie:- die »<-:al. die die Menschen einander bereiten, wenn ie <,•• Suche naijli dem Ewigen einander bcjjeg«.e»i »en« sie vom Religiösen z icinandcr rcd.n oder es 7.1 Gestaltung bringen möchten. Mitgefühl und verslciiene'es Kiriluhicn, der Ansdiuck - religiösen Lebens in de» Rcisti;r seeo.sc er: bezicliangen der A'.vnschen man«telt der beutigen Jugend und bisreitet ihr Ettltüuschiipv und v e-zweif- Iwog. Viele werden dadmcii in d-c '; Tsam! ei', getrieben und stellen sie': in Gegenssjtl zu der Fo'rJernng des Judentums, die vor allen Dingen Üer«EcbtJj!kC!t und ihre Betätigung veri.io Es <•: Z'i »erlangen, dd'j m vorderster Linie religiöser Liemeinscha. e-. nur Mcnischen mit der Kraft vergebende» und sici» selbst um-■ i endier Liebe stehen. Was gerade die adcl.gstcn Naturen an Göll und Menschen verzweifeln Ifißt, ist der alte Streit über die.rechte ReRgiun lind über das Wesen des Religiösen. Wir Joden sind aus erbtet Religion über den Nurkr nfessionalismus hinamsgekommen, aber innerhalb unsrer Gluuiicnsbrudcr versteh! man einarider nicht mehr. Man hat gesagt, dem Judentum sei der Begrill Rtligjün fremd. Dies ist zu bestreiten, da neben der bindenden Kraft des Glaubens vor allem Venanven nach Verbundenheit im [Judentum unter RcUgÜon ver-landen wird. Große jüdische und nichtjüdische Denker hciv.r. um die Klare begriffliche Erfassung vom Wesen des Religiösen gegeneinander gerungen. Dia [Jugend bekennt sich zumeist zu dem llcge'.schcn Wort: Glaube an das Göttliche sei nur dadurch möglich, daß im Glauuonden selbst Göttliches ist. . Doch wird die üurige rationale Erklärung Hegels dem jüdischen Menschen nicht genügen. Er bleibt sich stets des Dualismus von Gott und Ich bewußt. Auch alle modernen Denker haken keine befriedigende Begriffsbestimmung gefunden. So erhoffte man das Heil in einer starken Hingabe an die Natur. Aber auch hier wurde oft ästhetisches Gefühl für religiöses Leben erachte!. Manche Kreise betrachten das alte ,,Zc ulemat" (geh' hinaus und lerne) als stärksten Rettungsanker. Aber — 8 —

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