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Der Jugendbund · 1926-08-12 · 14 (12.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
14 (12.8.1926)
Date
1926-08-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Die Arbeit im Verband Im Berichtsmonat stand m Vordergrund aller Vereinstätigkeit das Wandern. Wir freuen uns, daß einige unserer Verbandsfreunde auch in der freien Natur an uns denken und danken allen, die es angeht, für ihre Kartengrüße. Am 25. Juli trafen sich in Detmold 40 Freunde aus sieben nordwestdeutschen Vereinen, die nach einer gemeinsamen Wanderung Richtlinien für die Winterarbeiten festlegten, insbesondere besprach man die Förderung von Arbeitsgemeinschaften, die [Ausgestaltung der Freitagabendfeiern und die Errichtung von Jugendgruppen. Der Nordwestdeutsche Bezirksverband ist ständig bestrebt, neue Bünde zu errichten bzw. zum Anschluß zu bringen. Neuerdings steht er in Verbindung mit Beckum, Harburg und Salzkotten. Einem Bericht des Landesverbandes Sachsen entnehmen wir, daß dort ständige Treffahrten der Vereine untereinander stattfinden, für den 29. August ist ein großes SachsenVreffen aller Veretnein Waldheim geplant. Der Jüdische Jugendbund Dresden" veranst„.tete einen Ausspracheabend jüdischer Jugend, an welchem ^.ein Vertreter der neutralen, der zionistischen Jugend und; der Deutschjüdischen Jugendgemeinschaft zum Auftakt einer regen Aussprache die Ziele ihrer Bewegnug darlegten. Der Bezilksverband der Jüdischen Jugendvereine Westdeutschlands veranstaltete am 18. Juli in Bonn eine Führerbesprechung, in welcher unser treuer Verbandsfreund Levi Wolf als Nachfolger Dr. Kleins zum Vorsitzenden gewählt wurde. NeueAnschrill: Köln. Richard-Wagner-Straße 37. Auf Grund eines Referates von Herbert Felsenthäl und einer regen Aussprache, an c er sich insbesondere Kurt Bacharach, Kreuznach, und Fritz Schwar'zschild, Wiesbaden, beteiligten, wurden folgende Richtlinien für die Winterarbeit festgelegt: 1. Jeder Verein hat im kommenden Winter zwei Themengruppen in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen, die er aus vier von seilen des Bezirksverbandes vorgeschlagenen Problemkreisen zu wählen hat. Der Bezirksverband gibt für die Durchführung genaue Anweisungen in Form eines Rundbriefes ünd stellt geeignete Redner für Vorträge, die die Heimabende einleiten oder ergänzen. Als Themengruppen wurden gewählt: a) Der Prophetismus. b) Erziehungsfragen der Gegenwart. c) Talmud. d) Jüdische Charakterköpfe./ 2. In regelmäßigen Abständen' findet ein Heimabend über aktive Fragen statt, der auf Grund von Rundbriefen der Bezirksvcrbandsleitung durchgeführt wird. Am gleichen Abend wird ein Referat über die letzte Ausgabe der Verbandszeitung gehalten und zur Erörterung gestellt. 3. In jedem Verein finden religiöse Festesfeiern und Freitagabendfeiern statt, zu denen die Bezirksverbandsleitung in regelmäßigen Rundbriefen Anlaß gibt. 4. Die Winterarbeit wird eingeleitet durch einen Tendenzvortrag eines vom Reichsverband gestellten Redners. Der Verband erhielt aus Paris die Einladung einer Union universelle de la Jcunesse Juive zu einem Kongreß, dessen Ziel die offizielle Gründung eines Internationalen Verbandes der Jüdischen Jugend sein sollte. Leider kamen die Einladungen so spätf daß wir keinen geeigneten Vertreter mehr fanden. Wir werden über den Verlauf dieses Kongresses berichten.- Unser Geschäftsführer Fritz Schwarzschild befindet sich augenblicklich auf einer Reise durch die Landesverbände, um durch eingehende Besprechungen den persönlichen Konnex herzustellen und schwebende Fragen zu erledigen. Am 15. August findet in Berlin eine Führerbesprechung statt, zu der Delegierte des Mitteldeutschen, Nordwestdeutschen, Sächsischen Landesverbandes . und der Arbeitsgemeinschaft Anhalt erscheinen werden. Ueber die Ergebnisse werden wir demnächst berichten. MITTEILUNGEN DER VE R B AN D S L E I TU N 6 1. Der Jüdische Frauenbund hat einen jüdischen Künstlerkalender : ür 5687 1926-27 Herausgegeben. Der Kalender enthält über 50 Wiedergaben von Bildern erster jüdischer Künstler, Porträts berühmter jüdischer Frauen und Abbildungen aus. Heimen. Neben dem jüdischen und deutschen Kalendarium bringt jedes Blatt Sprüche aus der Bibel und dem neuzeitlichen jüdischen Schrifttum, sowie Aussprüche jüdischer! Persönlichkeiten der Gegenwart. Der Kalender beginnt mit dem Jüdischen Jahr, d. h. am 8. September. Der Zweck des Kalenders ist, jüdische Kunst und jüdisches Geistesleben weiten Kreisen vertraut zu machen und den Sinn für jüdisch-soziale Interessen zu wecken urjd. zu beleben. Dsr Verkäufspreis des Kalenders beträgt 2,50 Mark. Die Vereine und Verbände des J. F. B, erhalten ihn bei größeren Ahnahmen zum Einzelpreise von 1,90 Mark, so daß sie beim Weiterverkauf auch Personen, die sich um den Vertrieb bemühen, einen entsprechenden Verdienst einräumen bfew. für ihre eigene Vereinskasse einen bestimmten Teil erübrigen können. Bestellungen per sofort gefl. zu richten an die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, 2, iRosenstraße 2 4. Berlin C 2. Wir bitten dringend, die von den Landesverbänden eingesandten Fragebogen, sorgfältig ausgefüllt, umgehend an die Landesverbände bzw. an uns zurückzuschicken. 3.. Alle Vereine, die noch mit den Beiträgen und Abonnementsgeldern im Rückstand sind, werden um baldige Zahlung ersucht. Der Landesverband Sachseri schlägt seinen Vereinen vor, die erste Veranstaltung im Oktober als großzügigen Werbeabend auszubauen. Für diesen Abend soll rechtzeitig vorher eine rege Propaganda gemacht werden, der Abend selbst soll durch musikalische und literarische Darbietungen ausgestaltet und durch geeignete Propagandareden wirksam gemacht werden. Die Vereine sollen zu diesem Zweck Redner austauschen, um so die Verbindung zwischen den einzelnen Vereinen zu stärken. Wir unterbreiten allen Landesverbänden diesen Vorschlag und werden eventuell zur Veranstaltung einer Reichspropagandawoche auffordern. Fördererliste Gebr. Pappenheim, Köln, Roonstraße 54, 10,— Mark. Randbemerkungen Unter dieser Ueberschrift werden wir von jetzt ab regelmäßig kurze Bemerkungen zu Tagesereignissen veröffentlichen. Wer hierzu etwas zu sagen hat, schicke das Niedergeschriebene unaufgefordert an die Scnriftleitung. Im Kinderzimmer. Karlchen und Fritzchen zanken miteinander, dfnn jeder will auf dem Schaukelpferd reiten. Da kommt die gute Mama und bestimmt, daß Karlchen das" Schaukelpferd behält, Fritzchen dafür mit der Eisenbahn spielen darf. ' Nun hört das Gebrüll der Kinder auf, sie sind fröhlich und vertragen sich bis zum nächsten Krach. — Nach Zeitungsmeldungen soll das Reichsehrenmal nun doch in Thüringen stehen. Üm Preußens Wünschen nachzukommen, wird die Schinkelwache in Berlin dafür zu einer Halle des Gedenkens an die durch den Krieg verlorenen Gebiete gemacht. — % * Ihr meint, diese beiden Begebenheiten glichen sich wie ein« Rauferei der anderen? Nein, liebe Freunde, denn die Kinder sagen wenigstens, daß sie beide das Schaukelpferd zum Zeitvertreib haben wollen; die Erwachsenen, die Vertreter der deutschen Länder, jedoch sagen Reichsehrenmal und Pietät und meinen Fremdenverkehr und Profit. S. Z. — 2 — I

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