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Der Jugendbund · 1926-08-12 · 14 (12.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
14 (12.8.1926)
Date
1926-08-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IM IIMNDBU Organ des Bezirksverbandes lüdischer Jugendvereine Westdeutschlands und des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes Jüdischer lugendverelne JÜDISCHE. BUTTER Ausgabe für dm Verbind der jüdistfien Jagend vereine Deutsdi lands Anzeigeiipreis: 0.15 Goldmark für die 6gespaltene mm-Zeile / Bestellungen nur bei der Schriftleitung oder den Vereinen / Druck und Verlag: A. Gerisch £ Co.. G. m. b. H.. Düsseldorf. Wollstrahe 10 Alle Einsendungen redakt. u. geschält]. Art an Or. Klein, Düsseldorf / Schrifileirung: Rabbiner Dr. Klein. Dusseldorf. Haroldstrahe 4 Femruf Nr. 7390 X. JAHRGANG / Nr. 14 de« Jugendhundet Düsseldorf, den, 12. August 1926 13. JAHRGANG / Nr. 10 der Jüdischen Blätter Zum Ausbau der Zeitschrift i. Unter der Ueberschrift „Randbemerkungen" werden wir Glossen zu Tagesfragen veröffentlichen, an denen jeder mitarbeiten kann. Seite 2. 2. Die Zeitschrift erhält ein eigenes Feuilleton, dessen Zusammenstellung Dr. Heinz Kahn, Elberfeld, MozartstraSe 23, übernommen hat. Mitarbeiter wenden sich an ihn. Siehe Seite 3. 3. Die Zusammenstellung der B jeherschau hat Aribert de Jonge, Hamborn, Kaiser-Friedrich-Str. 30, übernommen, mit dem in dieser Angelegenheit zu korrespondieren ist. Ed. Spranger über die Besonderheit der jüd. Jugend (Aus einem Privatbriel.) Aul eine Bemerkung in einer Sprangerschen Schrift, man müßte auf die besonderen seelischen Unterschiede des jüdischen Jugendlichen achten, schrieb unsere Freundin Rosi Lechner, Braunschweig, an den bekannten Pädagogen und bat ihn, ihr seine Anschauung über diese besonderen Unterschiede kundzutun, da sie dafür als Jüdin und Jugendliche besonderes Interesse hätte. Mit Erlaubnis Sprangers veröffentlichen wir nachstehend seine Antwort, die sicherlich unsere Freunde allesamt interessieren wird, indem wir hinzufügen, daß wir mit den Urteilen uns nicht restlos einverstanden erklären können. Die Schriftleitung. „Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Ich will versuchen, Ihre Frage zu beantworten, soweit es in der Kürze Möglich ist. Die Besonderheit in der seelischen Entwicklung von Jugendlichen jüdischer Abkunft beruht zunächst auf einem Naturfaktor. Die Entwicklung vollzieht sich schneller, die Pubertät tritt früher ein. Die Seite der Sexualität ist dabei im allgemeinen stärker betont als bei nordischen Völkern: das Blut pocht stärker. Dazu kommen die Einflüsse der Umwelt. Die Kampfstellung, in der sich die jüdische Minorität inmitten einer vielfach übelwollenden gesellschaftlichen Umgebung befindet, erfordert frühere Anspannung der Kräfte des Wettbewerbs. Daher gesteigerte Intellektualität, oft bis zum Uebermaß von Reflexion, im Dienste der Selbstverteidigung und Durchsetzung, In der Zeit des eigentlichen seelischen Erwachens bedeutet das Bewußtwerden der Sonderstellung eine Verschärfung der allgemeinen Krisis. Hierbei treten zwei Entwicklungsformen auf: Bisweilen ein radikaler, fast prophetischer Idealismus, der auf äußerste Sittenstrenge, Reinheit, Gerechtigkeit drängt (Typus des Zionisten), bisweilen aber auch ein zersetzender Zweifel, der sich von aller Tradition, vonallem Glauben und aller Gemütstiefe loslöst, während das .freie Spiel des Intellektes um so stärker brilliert (und ohne das Fundament von Charakter, durch das der Intellekt erst fruchtbar und aufbauend wirkt). - Die Folge ist eine zerstörende Tendenz, weitgehende Haltlosigkeit auf sexuellem, manchmal auch auf geschäftlichem oder politischem Gebiet. — Endlich ist bekannt die auf Jahrhunderte alter Vergangenheit beruhende enge Verflechtung des Judentums mit der Geldwirtschaft und das daraus folgende besonders lebhafte Interesse jüdischer Jugendlicher gerade für dieses Gebiet. Tiefere Naturen suchen früh Gegengewichte dagegen in sich auszubilden. Daher dann eine stärkere Hinwendung zum Geistigen, besonders zur Wissenschaft und zum Aesthetischen. Aber man fühlt leicht, daß es sich hierbei um eine Art von Selbstschutz handelt, nicht um ganz frei von innen heraus Gewachsenes. Lassen Sie mich zum Schluß sagen, daß es ein junger Jude in unserer Welt sehr schwer hat, daß er aber, wenn er in diesem inneren und äußeren Kampfe siegreich bleibt, zu den stärksten 'und wertvollsten Kräften der gemeinsamen Kultur gehört. . Mit freundlichen Grüßen! Ihr Eduard Spranger." Zur Beachtung! Mittetlungen der Verbandsleitung: auf Seite 2 Vereinsnachrichten auf Seite 14 bis 15 — l —

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