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Der Jugendbund · 1926-06-17 · 10 (17.6.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
10 (17.6.1926)
Date
1926-06-17
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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"-»G,:j»crat:.>n zu »cc'iindern isf; wolle die Delegiertent:i4.:n _; durch eine'entsprechende Resolution zu bewirken daß i:i den Etat des preußischen Landcsveriii-Iischer Gemeinden ein ausreichender Betrag Zwecke dei jüdischen Jugendfürsorge bercitges'l' llt werde, der in erster Linie den Jugendvcrcincn in mittleren und ländlichen Gemeinden zugute kommen soll..!\acb Gründung des'Reichsverbandes jüdischer Gemeinsuchen, bind es für die den soll die Bereitstellung von Mittelr der Jugendfürsorge in den Etat dieser genommen werden. (Anmerkung: Dieser Antrag ist zw^r doch lag eine entsprechende Resolution lung nicht vor, so daß eine solche ist. Die Vcrbands'cilung wird die entsprach unternehmen.) für die Zweck« Aörpcrschaft auf- Urlaubsausiausch Anschriil: Waldemar Strauß, Berlin SW. 63, Charlottenstr. 6. IGeniäU Beschluß der Verhandsdelegicricntagung wurde eine Uflaubsausl.-iusch'stcIIe eingerichtet« die dafür sorgt, dali unsere Tri irde :< der Großstadt ihren Urlaub im kleinen Ort verleben!.<<rr.cn und umgekehrt. angenommen, der Versammgefaßt worden enden Schritte Wir bitten die Vereine, dies bekannt zu geben und wegen der bereits begonnenen Urlaubszeit sofort mit genauer Angabe der Interessenten an obige Anschrift heranzutreten. I. A.: Waldemar Strauß. An die Verbandsvereine 1. Sä: itln-he , Post, mit Ausrahme von Kassenangelcgcnh.citer.. t<eht an Rabbiner Dr. Klein, Haroldstraße 4 I, in Düsseldorf. . 2. Kasscnar.gelegcnheitLin behandelt n u r K. Göritz, Chemnitz iÄarkgrafensIjaße 3. Das Postscheckkonto des Verbrnies lautet: Berlin NW. 7, Kr. 13 500. 3 Zum Geschäftsführer des Verbandes ist Fritz Schwarzschild bestellt werden. 4. Wir veröffentlichen die * Bestimmungen betreffend Fahrpreise rmütiigu ß mi) dem Bemerket», daß die Vereine die rr'wendige Bescheinigung über Zugehörigkeit zum Verband hei uns crjn.-tltcn. Die Fahrpreisermäßiguig zugunsten der Jugendpflege wird ßflter den tariflichen Voraussetzungen (AusfüRrungsbestimmun- ',en C \ 11 tu § 12 der Eiscnbahnvcrkehrsordnung im deutschen Eisenbahn^, PersonenuncL.Gepäcklarii vom August 11)25. Teil 1) behördlich anerkannten Vereinen zur Forderung B*r körperlichen, sittlichen und geistigen Erziehung der .lügend f:i.r von ihnen veranstaltete Ausflüge jugendlicher Personen i'f« hrt, die das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. •' |i Vereine für die Jugendpflege sind auch Vereine zu verstehen, die rieht als solche, aber in den ihnen angeschlossenen Jugendabteiliingen die Förderung der körperlichen, geistigen oder sittlichen Erziehung der .lugend bezwecken. Zur »pruchnahme der Fahrpreisermäßigung sind sowohl die Jugendlichen wie die sie als Führer begleitenden älteren Personen mit der im Tarif (§ 12 C VII Nr. 13) fstgesetzten Beschrinkong berechtigt. Die Fahrpreisermäßigung wird sowohl zu Wanderfahrten wie auch zur Beteiligung an sonstigen Veranstaltungen der Vereine, insbesondere auch an sportlichen Veranstaltungen, gewährt. Die zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung notwendige behördliche Anerkennung erfolgt durch die von den Landeszentralbehörden bezeichneten Stellen. Es sind dies für Preußen die Regierungspräsidenten. Fit die behördliche Anerkennung gemäß der Nr. 2 kommen die Jugendorganisationen, Jugendabteilungen und die Jugendliche umfassenden Vereine der folgenden Reichsorganisationen in Betracht: Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen; Deutsche Turnerschaft; Reichsausschuß der Deutschen Jugendverbändc; Zchtralkommission für Arbeiter-Sport- und Körperpflege. Den diesen Rcichsorganisationen angeschlossenen Vereinigungen soll die Fahrpreisermäßigung gewäirt werden, wenn sich nicht im Einzelfall Tatsachen ergeben, die den iugendpfiegerischen Charakter der Vereinigung in Frage stellen. Spendenliste Lutz Thema], Pforzheim, 10 Mark. Zum Wochenahschniü Korach Von Rabbiner Dr. Nobel, Berlin. Fs ist eine alte jüdische Weisheit: Der Väter Vorbild ist der K:rder Schicksal. Und das Drama Korachs ist die Tragödie icdes Führers und jedes Volkes. Es liebt die Welt, das Strahlende z«r"schwärzen. Es liegt auch eine natürliche Tragik in der Aufgabe des großen Führers — entbehrlich zu werden. Er ist die Blüte des Volksgcistes, er ist die mensch^ewordene Gestalt, in dem die Kraft, das Sehnen und Träumen seines Volkes! sich zusammenballt, aber er blüht, um seine Frucht dem Poden des Volkstums zurückzugeben, dem er entsprossen. Gott zürnte mir um euretwillen, ruft Moses seinem Volke vor seinem To:!e zu; d-.s haißt Gott und seine Botin, die Geschichte, schreiten über njich hinweg, damit die Ideen des einrclnen, sein Einzellcben-,— Periode, Cesch'chte des Volkes, der Menschheit werden, j Dieses Schicksal kennt Moses. Es i-.t der wehe Hauch des Irdischen, der den Genius in seinem Krdcndascin umschattet. ' Aber in der Reinheit und Heiligkeit seiner Sendung verdSchtigt zu v erden, vom SchlangcngebiB des Neides getroffen zu werden, das läßt das Herzblut gerinnen oder schmerzlich aufglühen.. Gilt es f-.ir die Göttlichkeit seiner Sendung zu zeugen, fürdie Wahrheit der Geschichte, die in dieser Cröße kein Sterblicher je tiefer in sich barg, dannwerden Demut und Bescheidenheit Sünde und heroische Kraft Pflicht. Und wie der Mcnd der milde Abglanz der Sonne ist; so zittert die Lavaglut und das lohende Feuer eines Moses' in dem mild verklärten und priesterlich abgetönten Herzen Arons -nach. Das Führeramt des Moses', die Priesterwürde Arons als heilige göttliche Pflicht von der Vorsehung ihnen anvertraut und als göttlicher Auftrag mit reinem prophetischen Herzen empfunden, wird ihnen geneidet, soll ihnen geraubt und damit entweiht werden. Hier wächst der Mensch mit seinem Zwecke über Irdisches hinaus. Hier wird er in edlem Eifer für Gott zum Gottcsgefiß, und Mund zu Mund und Herz aus Herz redet die Gottheit aus ihm. Die Szene wird zum Tribunal, der schwache Mensch zum Werkzeug Gottes, ruft erdgebundene Flammen, die von der Schöpfung her schliefen, zum Richter und Zeugen auf. Korah ur.d seine Rotte werden verschlungen. Es sind nicht nur unedle oder unrilterlichü Motive, die die Empörer leiten. Es ist nicht bloß der kleinliche Neid, sondern wohl auch geschwelltes Krafigefühl, titanisches Streben. Bedarf ein Gewand, das gan* aus himmelblauer Seide ist, noch des einreiben Schaufadens, so fragen sie im Uebcmut ihren Führer. A.tmet nicht die genze Gemeinde Heiligkeit, bedürfen wir da rech der Wächter? Und Moses erwidert, daß allerdings auch dieses Gewand, das ganz in Himmelsfarben getaucht ist, des ,,gesetzlichen" Schaufadens bedürfe. Mit anderen Worten, auch der Genius bedarf der gesetzlichen Zucht, das Genie empfi ngt seinen wahren Adel durch Unterordnung unter das allgemeine Gesetz, durch den im eigenen Wpllen verankerten Gehorsam. Nicht das freie, zügellose Ausleben des Genies entfacht die wahre Kultur, sondern die kindliche Hingabe des Genies unter Cottes Gebot, das freiwillige Umranken und Umgrenzen der eigenen Kraft mit dem Fädbhcn des Gehorsams, des Taktes und Feingefühls gegen Sitte Und Pietät sichert die Volkskraft und führt sie zu klassischen Zeitaltern. In ähnlicher Weise ist auch die Versündigung am goldenen Kalbe von feinsinnigen Philosophen nicht als grober Rückfall in finsteren Götzendienst, sondern als Allegorisierung der in den Tiefen doch bewußten Gottesmacht aufgefaßt. Im 106. Psalm klingt alle Tragik des Volkes in der schluchzenden Volksseele auf, und die Versündigung der Empörer^st zeitlich dem Götzendienst vor dem goldenen Kalb vorangestellt. — 12 Denn der Geist

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