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Der Jugendbund · 1926-05-01 · 8 (1.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
8 (1.5.1926)
Date
1926-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Hygiene der Juden f Der Jüdische Pavillon aul der Düsseldorfer „Gesolci". Am Samstag, den 8. Mai, wurde die Große Deutsche Ausstellung für Gesundheilspflege, soziale Fürsorge ' und Leibesübungen, genannt „Qesolci', in Anwesenheit des Reichskanzlers Dr. Luther, des preußischen Ministerpräsidenten Braun und andrer hoher Beamten des Reiches i:nd der Staaten eröffnet. Die Ausstellung, die bisher größte ihrer Art, ist auf einem ungeheuren Geländfe am Rhein prachtvoll aufgebaut .und bie'et einen bisher noch nie dagewesenen UebcrbjÜck über alles, was mit Gesundheitspflege, sozialer Fürsorge und Sport zu tun hat. Außer Deutschland sind in eigenen Abteilungen vertreten: Oesterreich, der Völkerbund, das internationale Rote Kreuz und andre mehr. Ein besonderes Interesse nimnt auclv unter den Nichtjuden die Abteilung;„Hygiene der Juden" in Anspruch. Die Abteilung ist in einem lempelarligen Prachtbau untergebracht, der an der Stirnseite mit Riesenleltern die Aufschrift „Hygiene dqr Juden" trägt. Der von einer Kuppel gekrönte, im orientalischen Stil gehaltene Bau zieht große Massenvon Besuchern an. : (Ein Bild dss Pavillons haben wir in Nr. 3 bereits verüf(entlieht.) Die feierliche Eröffnung der Abteilung „Hygiene der Juden" fand ebenfalls IM 8. Mai, 6 Uhr al-ends, s'.att. Anwesend waren die Beamten und Repräsentanten der Synagoiten- {femeirdc Düsseldorf sowie'Vertreter andrer jüdischer Gemeinden. Der Vorsitzende des Vorstands der Syr.ago^engemeindc Düsseldorf. Herr EVich F e 1 s e n t h a 1, hielt die Eröffnungsrede und wies darauf hin, daß hier zum erstenmal versucht worden ist, tinen weiten UeberblicV über jüdische Gesundheitspflege und soziale Fürsorge zu geben, und daß diese Ausstellung schon darum notwendig sei, weil sie etwas Besonderes bietet und so die| allgemeine Ausstellung ergänzt; die Gesundheitspflege unc| die soziale Fürsorge der Jvden (Zedakah), die in jüdischem [Geseta und jüdischer Tradition' begründet sind. Er dankte allen seinen Mitarbeitern sowie den beteiligten jüdischen Organisationen dafür, daß sie geholfen haben, diesen würdigen upd schönen Bau und die gin7e reiche Abteilung zu vollenden. Hierauf sprach Rabbiner Dr. Eschelbacher, der Hauptarrangetir der Ausstellung, der einen historischen Rückblick auf die Entwicklung der jüdischen "Gesundheitspflege und der sozialen Fürserge seit den Zeiten der Bibel bis auf den heutigen Tag, sov ie einen Ueberblick über die Ausstellung gab. Es sprach sodinn Herr Dr. med. et phil. Adolf Sindler, Düsseldorf, der A rangeur der Palästina-Abteilung der Ausstellung, und Dr. Ncustätter, der die technische Leitung innehat. An die Aropn chen schloß sich eine Führung durch die einzelnen Teile di r Abteilung der „Hygiene der Juden' ges wurde die Jüdische Abteilung von Vcr- und Staatsbehörden besucht. Im Verlaufe des T tretern der Reich: Rundgang daijch Die schon vor Ideen und Satzun die Kulturwelt voi räum, den wir di rch Schrifttum geziert in staltet: die Heiligung Spruch des Armen auf Bodenertrag, Es ist ein kalt :r steine starren der dem Monlmarlredes Frühlings und Erwählter und Auf dem Friedho: Heinrich Heine, Sine einfache [«ine ziert die Dichters. Rauh f die Abteilung „Hygiene der Juden". Jahrtausenden in der Bibel verkündeten en der jüdischen Religion, die zum Teil für ildjich geworden sind, sind in dem Zentraleinen mit Worten aus dem-, jüdischen Eingangsraum hetreten, in Reliefs geder Ehe und die Krankenpflege, der Anauf Hilfe und sein unentziehbarcs Anrecht Absonderung ansteckend Erkrankter, die c ie Fürscige für reine Nahrung, der Sabbat als Ruhe des Körpers und der Seele für Herr und Knfchl. Eine Sabbatslubc mit dem festlich geschmückten Frcitag-Abcnd-Tisch will eine Empfindung von dem Zauber •geben, den der Sabbat dem jüdischen Hause verleiht. Es folgen weitere Institutionen des Rcligionsgesetzes, die zugleich hygienische Bedeutung haben, hingehende Darstellung ist der jüdischen Wohlfahrtspflege gewidmet: ihrer Organ: :"ilion, ihrer mannigfaltigen Arbeit in Gesundhtils-, Wirtschaft-, Jugend- und dem schweren Problem der Wanderungsfürsorge. In dem Raum „Palästina" werden die hedeutsarne, von Juden neuerlich dort geleistete Aufbauarbeit und die damit verknüpften großen individuellen und sozialen jüdischen Probleme dargestellt. Ein letzter Raum zeigt den jüdischen Stamm, seine Erscheinungsform, Verbreitung, Vitalität, Natalität, Morbidität und Mortalität, und die lcbhailen Bestrebungen zur physischen Regeneration durch Turnen und Sport. Die Abteilung ist wie folgt gegliedert: 1. Die h>gienische Auswirkung des jüdischen Religionsgesetzes, der jüdischen Sitten und Bräuche, so: Sabbat und Keinheitsgcsetze, Ehegesclre, Milah, Fleischbeschau (Bedikah), Fürserge (ür Kranke und Verstorbene. 2. Der jüdische Mensch in seiner anthropologischer)- und biologischen Eigenart, seine Natalität, Vitalität, Morbidität, j der jüdische Typus im allgemeinen in seiner Fähigkeit cur Regeneration, Mischehen, Selbstroordziffer usw. 3. Die jüdische Fürsorge (Zedakah) mit besonderer Berücksichtigung der Wanderfürsorge. — Hier werden berücksichtigt die alten und moJcrnen Formen der Wohlfahrtspflege und sozialen Fursorge, die Hilfe für jüdische, namentlich für ostjüduche Auswanderer, die Berufsumschichtung, die Begründung ländlicher Siedlungen in Deutschland, die Kolonisation, namenU; lieh in Palästina, .'iber auch in Argentinien und andern Län-j dem, die Selbsthilfe der Ostjuden. Die jüdischen Wohlfahrts-j anstalten in Deutschland, wie Erholungsheime, Wnisenheime usw., sind in MiniaturniodcM.en samt ihrer ländlichen Umgehung daigestcllt. Dargestellt ist insbesondere'"die Entwicklung der Chewra-Kadischa als Keimzelle der jüdischen Wohl-1 fahrlspflege. Sehr übersichtlich ist die Entwicklung der Wohlfahrtspflege der jüdischen Gemeinde Berlin von 1911 bis 1920 illustriert. In Dioratnen, Statistiken und Bildern sind der organisatorische Aufbau und die lätigkeit der Spitzenverbände dargestellt, so der Zentralwohlfahrtsslelle,. des Jüdischen Frauenbundes, der Großloge, des Hilfsvereir.s der Deutscnen Juden, des Arbeilerfürsorgcamtes, des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, des Wcllverbandcs fuV Gesundheitsschutz der Juden „Ose". Die Zusammenarbeit der indischen Wohlfahrtspflege mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege ist gebührend berücksichtigt. Die Palästina-Ausstellung ist mit Unterstützung! des Waad Habriuth (VolksgesundheitsausschuQ der palästinensisch-zionistischen Exekutive) von Dr. Sindler im Rahmen des Jüdischen Pavillons selbständig durchgeführt. Die Ausstellung soll die Bedeutung Palästinas für die Hygiene der jüdischen Gemeinschaft illustrieren. In Dioramen, Statistiken und Bildern, ebenso in reizvollen Modellen, wird die Entwicklung des jüdischen AufbauWerks zur Darstellung gebracht, mit besonderer Berücksichtigung der Organisation und der Arbeit des Waad Habriu'.h. (Wir werden in einer der nächsten Nummern Bilder von der Jüdischen Abteilung der „Gesolei" bringen. Die Redaktion.| I.T.A. . Heinrich Heine Von Curt Fried mann, Düsseldorf. nebliger Februar.uorgen. Düstere Grabeinsamen Wanderer an, der suchend auf ffriedhof umherirrt. Er sucht. Der Dichter der Liebe, der Milde|und des Spottes, ein Verworfener, er ruht hieV den letzten Schlaf, der „Verbannten und Geächteten" ruht nd kein stolzes Marmordenkmal, sondern Sindsteinplatte mit der Inschrift: Henri veitabgeschiedene Ruhestätte des deutschen gt der Wind über das Grab, und fröstelnd steigt der Besucher wieder herab; da fallen ihm plötzlich die Worte des Toten ein: Keine Messe wird man singen, Keinen__Kadosch wird man sagen, Nichts gesagt und nichts gesungen Wird an meinen Sterbelagen. Keine Messe und keinen Kadosch, dies ist das entscheidende Moment bei Heine. Bei Juden und Christen gleich verfemt, versuchte er dennoch beiden zu dienen. Der Kern zu diesem -5 —

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