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Der Jugendbund · 1926-04-06 · 7 (6.4.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
7 (6.4.1926)
Date
1926-04-06
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Ausdruck dieser Gesinnung der Gleichheit aller Menschen und des Anrechtes auf ein menschenwürdiges Dasein ist schließlich der Sabbat, der nicht nur, wie es in alter Zeit allgemein war, für den Herrn, sondern auch für Knecht und Magd gleichermaßen verbindlich ist. So ist für die Thora der Ausgangspunkt, und das Leitmotiv für die Lösung der sozialen Frage die Beachtung der Würde jedes Menschen, Min Anrecht auf ein menschenwürdiges Dasein. Wäre nicht auch für die heutige Zejt diese Anschauung dazu angetan, die Gegensätze zu überbrücken, vielleicht sogar ganz zu beseitigen? Wäre es nicht gut, für unsre Jugend, sich die Grundsätze der Thora zu eigen zu machen? Aus den Gemeinden Düsseldorf Wiedereröffnung des Lehrlir.gsheims. Nachdem das Heim mehrere Jahre geschlossen war, ist gemäß VorstandsbescbluQ seine Wiedererötfnnug am 1. April dieses Jahres erfolgt. Es wurde beschlossen, vorläufig bis zu 15 Zöglingen in das Heim aufzunehmen. Die Aufnahme von Lehrlingen findet wie in früheren Jahren statt. Diesbezügliche Gesuche sind an den Vorstand des Vereins zur Förderung des Handwerks und techn. Berufsarten unter den Juden, Düsseldorf, Bilker Straße 25, zu richten.. Jüdisches Leben in Mülheim a. d. Ruhr Mülheim hat keinen jüdischen Jugendbund. Die jüdische Jugend Mülheims, die Interesse am Judentum hat, hat sich dem Duisburger Jugendvercin angeschlossen und sind dort gern gesehene Mitarbeiter. Duisburg weiß das zu schätzen und hat zwei Mülheimern ein Vorstar.dspöstchen eingeräumt. Mülheim hat auch etwas für sich. Außer der wunderbaren Stadthalle hat Mülheim eine prächtige Synagoge. Und der Besuch? Vier- bis fünfmal Mirjam! Dieser Besuch ist einzig und allein das Verdienst des seit Ostern hier amtierenden Herrn Rabbiners'Dr. Neuhaus. Außer dem üblichen Gottesdienst findet während der Aurnerzeit ein gut besuchter und von dem verehrten Herrn Rabbiner gehaltener Lehrvortrag über den ethischen Traktat „Sprüche der Väter" statt. Die Vorträge sind so lehrreich und werden so allgemein verständlich vorgetragen, daß Schreiber dieses die Jugend ganz besonders bittet, sich an diesen Vorträgen zu beteiligen. Den Jüdischen Jugcod\er«in Duisburg mochte ich bitten, auch Herrn Dr. Neumarck für unsern Verein und unsre Bewegung zu gewinnen. Er dürfte gern bereit sein, im Winterhalbjahr in unserm Verein ein Referat zu halten und uns einen Teil seines großen Wissels zu Gehör zu bringen. Von jüdischen Vereinen existieren hier: Der CV. und der Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Letzterer veranstaltete kürzlich einen Vortragsabend über: ..Hygiene in Bibel und Talmud ', gehalten von. Herrn . Schlachthofdirektor Dr. Lauf hier. Es verdient erwähnt zu werden, daß der RefereTU Nichtjude ist, aber über ein erstaunliches Wissen auf diesem Gebiete verfügt. Es gib! hier nocheinen Ostjüdischen Kulturvercin, ferner eine RjF.-Gruppe, die sehr gut arbeitet. Letztere hat eine Sportgruppe gegründet, der jeder junge Jude beitreten kann. Aha. Köln Im Verlauf der IjaraUtkm der zionistischen Organisation, welche der Sammlung aller Zionis'.cn zur Werbearbeit für Palästina dient, fand in Köln am 28. April eine gut besuchte Versammlung der zionistischen Jugend stall, in welcher Herr Werner Bloch, Berlin, über die zionistische Idee sprach. Hier und bei einer am darauffolgenden Tage stattgefundenen Treffahrt aller zionistischen Jugendbünde aus Köln und Umgegend auf der Wahner Heide war die Begeisterung der zahlreich teilnehmenden Jugend außerordentlich. In Anbetracht der einheitlichen Stimmung und der durch gemeinsame Weltanschauung bedingten natürlichen Verbundenheit der Teilnehmer, wurde von jedem offiziellen Referat abgesehen. Die Treffahrt wird als vollkommen gehingen geschildert. (Aus einem Bericht von Löwenstein, Grevenbroich.) Aus den Bünden Düsseldorf Die ordentliche Generalversammlung bestätigte den bisherigen Vorstand des Jugendv,ercins; als neue Beisitzer wurden Walter Stiel und Meta Simson, als Beisitzer der Schülergruppe Kurt Friedmann und als Wanderführer Heinrich Spiegel gewählt. Im Anschluß an die Generalversammlung brachte die künstlerische Arbeitsgemeinschaft auf improvisierter Bühne einige Szenen aus Richard Behr-Hofmanns „Jaakob's Tra.im" zur Aufführung. Die Darstellung der Arbeitsgemeinschaft suchte unter Vermeidung düetücrenden Thcaterspielcns eine suggestive Einwirkung des gesprochenen- Wortes auf die Zuhörer zu erreichen. Das bedingt nicht nur technisch einwandfreies Sprechen, sondern äußerste Konzentration der'Gebärde, Wenn das Ziel auch nicht sofort erreicht wurde, so war der Eindruck dank der Hingabc der Darsteller — Kurt Frtjr.dm.ino, Walter. David und Spiegel — stark. Die erste Wanderung des Frühjahrs führte in die Fifel. zu einer Treffahrt mit den Freunden aus Aachen und Düren. Sic waf ein voller Frfolg. Auf den herrlichen Waldwiesen der Klosterruine Schwarzenbach lagerten 60 bis 70 .Tagcndwanderer bei sommerlichem Weiter und vertrieben sich die Zeit mit Spiel, Gesang und Tanz, an dem selbst die „würdige 1-ührcrschaft" teilnahm. Euskirchen Am 25. April sprach unser Verbands orsilzcndcr Dr. Klein über „Neue Aufgaben der jüdischen Jugendbewegung". Dr. Klein schilderte "die einzelnen lvnlwicklungssladieri des Verbandes, vor allem das neue Werden nach dem Kriege und in den letzten Monaten. Er ging dann über zu der Kleinarbeit. d:e in den Vereinen zu leisten ist, und forderte als gedeihliche und von Erfolg gekrönte Arbeit die Bildung von Arbeitsgemeinschaften im kleinsten Kreise. — Die Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. In kleinem Kreise gab Dr. Klein anschließend an den Vortrag einzelne Arbeitsvorschläge und beantwortete diesbezügliche Fragen. — Der Ortsausschuß für Jugendpflege war djrch ein Vorstandsmitglied beim Vortrag vertreten, der dem Redner seine Anerkennung für seine Ausführungen aussprach. . Schweitzer. Gelsenkirchen Die Arbrit im Gelscnkircbcner Ju<jcndvcreic. Der neuen Arbeit im Verband gemäß hat auch der Jüdische Jugendverein Gelsenkirchen seine Arbeit umgestellt. Wir haben nicht mehr wie früher monatlich höchstens eine Versammlung, sondern kommen jede Woche zusammen. Da die Arbeit eines Jugendvereins in Gelsenkirchen ziemlich schwierig ist — was in einem der nächsten Artikel dargelegt werden soll —, bedurfte es großer Anstrengungen, die Arbeit des Jugendvereins in eine richtige Bahn zu lenken. Und das ist uns, das können wir ruhig sagen, gelungen. Zunächst wurde ein literarischer Zirkel gegründet, der von A. Koppel und J. Beyer geleitet wird. In regelmäßigen Zusammenküuficn werden und sollen noch bestimmte Gebiete besprochen,- werden. Daß dieser Zirkel Anklang gefunden hat, zeigt, daß an einem der letzten Abende über 40 Mitglieder zugegen waren. Wenn die Diskussionen auch noch nicht das sind, was sie sein sollten, so liegt das daran, daß früher gerade darauf zu wenig Wert gelegt wurde. Neben dem literarischen Zirkel finden noch Vortrags- und Heimabende statt. Zu unserm letzten Heimabend am 27. April hatte Herbert Felsenthal. Düsseldorf, das Referat übernommen. Er sprach in höchst eindrucksvoller Weise über das Thema: „Die Gcsolei". Er gab einen kurzen Ueberblick über das Wesen der Ausstellung und wandle sich dann besonders der jüdischen Abteilung zu, über die er näher berichtete. Eine Diskussion über das Thema setzte nicht ein, da sich dann erst ja diskutieren läßt, wenn man die Ausstellung wirklich gesehen hat. Jedenfalls hat Herbert Felscnlhal den Zweck erreicht, den er erreichen wollte, nämlich Interesse für die jüdische Abteilung speziell zu erwecken, so daß sicher eine — 4 —

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