Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 6 (22.4.1926)
- Date
- 1926-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492456-6352473-6352479--0084-4928294- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I eurem Gölte," und Maleachi sagt: „Haben wir nicht alle einen Gott und hat ein Vater uns nicht alle geschaffen?" (Mal. 2, 10.) Alles, was wir in Leid und Freud erleben, kommt aus Gottes Hand. Seine Vorsehung lenkt unser Leben. „Alles ist vorhergesehen." Keiner verletzt sich auch nur -einen Finger, ohne daß man im Himmel das über ihn geschlossen hätte, sagt ein alter Weise. Es gibt keinen Zufall in der Welt; kein Sperling geht ins Netz ohne göttlichen Willen. Es fällt kein •Haar von unserm Haupte ohne Gottes Wissen. „Der Hüter Israels schlaft und schlummert nicht." (Ps. 121, 4.) Wunderbar kommt dieser Gedanke, wie Gott den Menschen durch Leid und Freud' erzieht, in der Geschichte Josefs zum Ausdruck: „Ihr habt es zum Bösen gemeint, Gott hat es zum Guten gefügt, konnte er den Brüdern sagen, die Gottes Pläne nicht zu vereiteln vermochten." Und ebenso zeigt- Israels Geschichte, wie ein Gott hinter allen Erlebnissen wirkt, etwa die Purimbegebenheit, wie Gott durch Mordachai und Esther die Juden Persiens vor dem Vernichtungsplan des Haman rettet, und wo Gott die Dinge so leitet, daß Haman selbst in das Unglück verstrickt wird, das er über andre bringen wollte. Nein, es gibt keinen Zufall, das predigt schon ein Blick auf die Natur. Schau zum Sternenhimmel. Zu des großen Himmelforschers Keplers Zeit bemerkte man, .daß zwfei Planeten (Jupiter und Saturn) in gegenseitiger Anziehungskraft sich näherten. Durch einen Zusammenstoß drohte dem ganzen Planetensystem Zerstörung. Bald aber gelang der Nachweis, daß Jupiter und Saturn sich 466 Jahre lang bis zu einem gewissen Grade nähern, dann aber sich wieder eben solange entfernen. Schau ins gefrorene Wasser. Da gefrorenes Wasser schwerer ist als das ungefrorene, müßte das Eis als das Schwerere jedesmal nach unten sinken. Wenn sich das immer wiederholte, würde das Wasser allmählich bis zur tiefsten Tiefe zufrieren. Die natürliche Folge davon wäre, daß die Erde völlig vereisen würde, da kein noch so warmer Sommer jemals das Eis in der Tiefe wieder auftauen könnte. Warum.geschieht das nun nicht? Weil das Wasser bei einem bestimmten Wärmegrad eine Ausnahme von dem genannten Naturgesetz macht. Bei 4 Grad Celsius nämlich verdichtet sich das Wasser wunderbarerweise nicht mehr, sondern dehnt sich aus und wird leichter, so daß es an der Oberfläche bleiben kann und die unteren Wasser unter der schützenden Eisdecke munter weiterfließen können. Noch einen kurzen Blick in die Tierwelt. Das Männchen des größten deutschen Käfers, des Hirschkäfers, trägt einen einem Geweih ähnlichen Kopfschmuck. Und bereits die männliche Raupe gibt, wenn sie sich eingräbt, um ihrer Verwandlung entgegenzugehen, ihrer Höhle eine doppelte Länge in Rücksicht auf das zu erwartende, in der Länge dem übrigen Körper gleichkommende Geweih. Ist diese Fürsorge der männlichen Hischkäferraupe beim Graben ihrer Ruhekammer nicht ein Beweis einer alles ordnenden Weisheit, die sich* im Instinkte der Naturtriebe dieses kleinen Wesens so zweckmäßig auswirkt? „Gott, unser Hirt und Hüter", das ist der Gegenstand vieler Psalmen. Der Herr ist mein Hirtel (Ps. 23.) Engel des Herrn lagern um seine Verehrer, die Gott erlöset. (Ps. 34, 8.) „Viele Uebel treffen den Gerechten, aber von allen errettet ihn der Ewige." (Ps. 34, 20.) Gott, unser Erlöser, das ist ein Gedanke, der in Psalmen, Propheten und Gebetsworten mannigfach anklingt, besonders in Beziehung auf Israels Volksgründung durch die Erlösung aus Aegypten, secher jezias mizrajim. Sabbat und Feste und religiöse Bräuche mancher Art wollen Denk- und Dankeszeichen sein für die diese an Israel geübte Gottesgnade. 5. Der Wundertäter. Ein Erlebnis, in dem man unmittelbar das Wirken Gottes spürt, nennt man Wunder. Oft zeigt Gott dabei, daß ei Naturgesetze gibt, die der Mensch noch nicht kennt. Fei« drückt die hebräische Sprache das Wesen des Wunders aus, wenn sie es „nes" nennt, d. h. Fahne oder Banner, ein Zeichen, das spricht- „Hier ist Gott!" (Fortsetzung foljt.) MITTEILUNGEN DER VERBANDSLEITUNG i 6. ordentliche Delegiercentagung 23. und 24. Mai in Düsseldorf Vorläufiges Programm: Freitag, den 2 1. Mai: Freitag-Abendfeier im Jugendheim, OststraQe 50. Samstag, den 2 2. Mai, vormittags 9 Uhr: Festgottcsdi :nst in der Synagoge, Kasernenstraßc. Mittags 1 Uhr: Gemeinsames Essen in der Loge, Graienberger Allee 78. Nachmittags: Besichtigung der Ausstellung „Gesolei". (Karten sind vorher besorgt.) Abends 0 Uhr: Begrüßungsabend des J. J. V., Düsseldorf, im Logenhaus, Graienberger Allee 78. Sonntag, den 2 3. Mai, vormittags 8': Uhr: Vorstandssitzung. (Besondere Einladungen.) 19% bis 1 Uhr und 3 bis 6'» Uhr: Tagung im Saale der Gesellschaft „Verein", Steinstraße 10—16. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorsitzenden. 2. Wesen und Arbeit des Verbandes. Referat: Dr. Robert Salomon, Trier. 3. Allgemeine Aussprache. M o rTa g, den 2 4. Mai, vormittags 10 Uhr: Fortsetzung der Tagung. 1. Anträge. 2. Wahlen. 3. Referat von Rabb. Dr. Hahn, Essen, Vorsitzender des rheinisch-westiälischen Landesverbandes, über eine spezielle Frage der Vereinsarbeit. In den Mittagspausen: Gemeinschaitliches rituelles Essen im TagungsIokaL l Mitteilungen zur Delegiertentagung 1. Die -Fragebogen müssen umgehend, spätestens bi» zum 1. Mai, zurückgesandt werden. Bei später eingehenden Anmeldungen ist die Unierbringung in Frage gestellt. 2. Auf verschiedene Anfragen teilen wir mit, daß Fahrpreisermäßigungen für Teilnehmer der Delegiertentagung nicht gewährt werden. Dagegen machen wir darauf aufmerksam, daß anläßlich der Großen Ausstellung aus vielen Städten Sonderzüge mit erheblicher Fahrpreisermäßigung nach Düsseldorf gefahren werden. Näheres ist auf den Stationsbüros zu erfahren. 3, Die Delegierten und gemeldeten Gäste erhalten einige Tage vorher Programme mit Gutscheinen für die gemeinsamen Veranstaltungen und Quartierzetteln. Wir machen darauf aufmerksam, daß Hotelzimmer und Mittagessen 12 —