Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 3 (11.3.1926)
- Date
- 1926-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Aha. r recht vielseitig, wurde hier schon er Zweigs Heiden- Israels und Peter sehen Zyklus) geber Antisemitismus Jugendbundes aus. iegensatz zum gerj. F. ein jüdischer der Jugendfeierte die Arfand ein Purim- E rwerbslosenfürsorge Mfirz Am 6. sprach die ie Frauenfrage im n Heimabend reichii einem der Heimerein beim Stadtnd ihm eine Ton- Geschichtskurse Referate halten H. Steinberg. lbst bösen und guten Zeiten seinem Glauben treu geblieben ist, auch dem Freitag-Abend als einem Symbol des Judentums die Treue zu bewahren. Ein gemeinsamer Schirhamralaus-Gesang, anschließend das Tischgebet, beschloß den Abend, und mit den besten Zukunftshoffnungen gingen wir auseinander. Hamborn Unsre Arbeit gestaltete sich im Febniai lieber die Generalversammlung am 1.-Februar berichtet. In den Heimabenden wurde übe tum, Christentum und Judentum, Geschichte Altenberg (im Rahmen eines jüdisch-literari sprachen. Ferner sprachen Herr Ephraim und seine Abwehr vom Standpunkt des Herr Ertel über das alljüdische Ideal im manischen. Am 7. Februar wurde vom Turnverein gegründet, in dessen Aktionsausschuß bund die Majorität besitzt. Am 27. Februar beitsgemeinschaft das Purimfest. Am 6, fest zugunsten der jüdischen Jugend- und statt. X Herne i. Westf. Unsre Vereinsarbeit im Monat Januar: Hauptlehrerin Frl. Loeb, Köln, über: „E Judentum". Der Vortrag gab dem folgende liehen Stoff zu ergiebiger Aussprache. A abende wurde beschlossen, den Jugendi ausschuß für Jugendpflege anzumelden u riege anzugliedern. Ferner kam man übei einzurichten, in denen die Mitglieder se sollen. Köln Jüdischer Jugendbund Gabriel Ricsscr, Köln a. Rh. Unsere FreitagabendfeiernI Unser Bund ist durch eine großzügige Stiftung des Israelitischen Frauenvereins Köln wieder in die Lage versetzt worden, Freitagabendfeiern wie früher zu veranstalten. Wir möchten auch an dieser Stelle Frau Chan und Frau Frank für ihre Unterstützung in dieser Hinsicht unsern verbindlichsten Dank aussprechen, wir hatten bis jetzt zwei Freitagabendfeiern, die beide einen schönen Verlauf genommen haben. Am ersten Abehd sprach Herr Hermann Goldschmidt über das Thema: ,. Das Glückseligkeitsprinzip", unter Zugrundelegung des Psalms 128. Im Anschluß an dieses Thema sprach auf unserer zweiten Freitagabendfeier, die am 19. v. Mts. stattfand, Herr Willy Katz über: „Religiöses Empfinden und religiöses Denken''. Wir lernten in Herrn Katz einen wertvollen Mitarbeiter unseres Bundes kennen, der die Fähigkeit besaß, über dieses, jeden von uns stark interessierende Thema ein kurzes, aber inhaltsreiches Referat zu halten. Auf beiden Freitag-Abend-Feiern wurden Tee, Gebäck und Obst gereicht. So soll es auch in Zukunft gehalten werden. Wir bitten alle diejenigen, die diesen Bericht lesen, uns die Namen derjenigen jungen jüdischen Damen und Herren, die in Köln nicht beheimatet sind und von denen angenommen wird, daß sie an unsern Freitag-Abenden teilnehmen wollen, anzugeben. * Wir hatten im letzten Monat in unserm Bund eine Reihe interessanter Vorträge. Am 7. Januar sprach Frl. stud. rer. pol. Rosi Karfiol über das Thema: „Pazifismus und Judentum". Der Pazifismus müsse für die jüdische Jugend kein Problem sein, sondern eine Angelegenheit, der sich die jüdsiche Jugend mit Liebe annehmen sollte. Nicht allein vom menschlichen, sondern auch vom religiösen Standpunkte aus sei der Krieg zu bekämpfen. Man müsse den pazifistischen Gedanken schon recht früh in die Jugend hineintragen, wozu besonders der Geschichtsunterricht in den Schulen geeignet sei. Unter Hinweis auf die Propheten Jesaja und Michaja, von denen der Ruf ausgegangen sei: „Liebet eure Feinde!" müsse man alles tun, um die Völker einander näher zu bringen, sie kennen und lieben zu lernen. Hier sei der Ferienaustausch von Kindern, durch den mancherlei herzliche Beziehungen angeknüpft würden, ein besonders zu empfehlendes Mittel. An den Vortrag schloß sich unter Leitung des Herrn Herbert Felsenthal, der aus Anlaß dieses Vortragsabends von Düsseldorf zu uns herübergekommen war, eine rege Diskussion an, in der betont wurde, daß die Rednerin zu wenig auf die inneren Beziehungen des Pazifismus zum Judentum eingegangen sei. Eine besonders lebhafte Aussprache entspann sich über die Frage, ob der Sport ein Förderungsmittel für die pazifistische Idee sei. Diese Frage wurde im Gegensatz zur Rednerin von dem größten Teil der Anwesenden bejaht, indem man darauf hinwies, daß durch die Veranstaltung von internationalen Sportwettkämpfen sich die Völker einander nähern können. Am 4. Januar sprach Herr Gemeinderabbiner Dr. Kober über: „Hermann Cohen als Verkünder des Judentums". Herr Dr. Kober ist einer von den wenigen, die den Vorzug gehab^ haben, in intimeren persönlichen Beziehungen mit diesem großen Kant-Philosophen geständen zu haben. Der Redner entwarf uns zunächst einen Lebenslauf Hermann Cohens von seiner frühesten Jugend an bis zu seinem Lebensende. Besonders aus der Zeit, wo er als ordentlicher Professor an der Universität Marburg einen Lehrstuhl in der philosophischen Fakultät innehatte, empfingen wir ein deutliches. Bild seines wirkungsvollen Schaffens. Das innerliche und äußerliche Bekenntnis zum Judentum ist Hermann Cohen erstes Erfordernis des liberalen Juden. Und so stellte uns dann Herr Dr. Kober Hermann Cohen als den „modernen Propheten des Judentums" dar. Der Redner brachte uns sodann noch einige Abschnitte aus den Werken des großen Philosophen zu Gehör. Der Jüdische Jugendbund Gabriel Rießer möchte auch an dieser Stelle Herrn Dr. Kober für seine geistvollen Ausführungen seinen herzlichsten Dank aussprechen. Trier In dem am Donnerstag, den 25. Februar, stattgefundenen Heimabend führte uns Herr Dr. Salomon in das neu begonnene Thema „Altjüdische Rechts- und Sittenformen" ein. Er legte als Einleitung des mehrere Abende umfassenden Zyklus die Grundgedanken auseinander, worauf sich eine recht belangreiche und lebhafte Aussprache ergab. Am 20. Februar fand auf Einladung der zwischen Moselloge, Jugendbund und R. j. F. bestehenden Arbeitsgemeinschaften ein Konzertabend statt. , Als Ausführende waren die jungen Künstler Julius Goldberg (Klavier) und Ernst Ludwig ' Cassel (Violine) aus Köln gewonnen. Es war eine selten gute Musik, die geboten wurde. Herr Goldberg zeigte sich als Meister seines Instruments und als zuverlässiger Begleiter. Herr Cassel ist trotz seiner Jugend ein Geiger von hohen Qualitäten. Seine hervorragende Technik, die Tonreinheit auch in den höchsten Lagen und die elegante Bogenführung kamen besonders inPaganini-KreislersPräludium undAllegro zurbesten Geltung. Die beiden Künstler erzielten einen Bombenerfolg. Am 4. März sprach in der Vortra^sgemeinschaft Herr Oberrabbiner Dr. Altmann, Trier, über das jhema: „Ein Gang durch die Geschichte der deutschen Juden". Den zirka Inständigen hervorragenden Ausführungen folgte die zahlreiche Zuhörerschaft mit großem Interesse. Um den günstigen Eindruck nicht zu verwischen, wurde von einer Diskussion Abstand genommen. Wattenscheid Der jüdische Jugendverein ist dem Gemeindeverein angeschlossen, da er durch die jetzigen Verhältnisse nicht stark genug ist, sich finanziell zu halten. Im letzten und in diesem Jahre veranstaltete der Verein verschiedene Vorträge, die gut besucht waren. Es sprachen in diesem Jahre Herr Lehrer Oppenheim, Wattenscheid, über: „Jeremia, ein biblisches Lebensbild", und Fräulein Hauptlehrerin Loeb, Köln, über: „Die Stellung der Frau im Judentum". Seit Anfang dieses Jahres hat sich im Jugendverein unter der Leitung des Herrn Lehrers Oppenheim eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die jeden Dienstagabend tagt und lebhaft und mit größtem Interesse besucht wird. Es wird jüdische Geschichte getrieben, Dramen gelesen, kleine Referate gehalten, woran sich Aussprachen anschließen. Für Purin) ist ein erweiterter Heimabend vorgesehen. Westerwald Von Paul Kaufmanns Tournee durch die Westerwald- Vereine am 30. und 31. Januar spricht man hier heute noch. Eine so lang nachhaltende Wirkung eines Vortrages beweist, wie gut es Paul Kaufmann, Aachen, gelungen ist, uns in den Geist einer Dichtung wie Stefan Zweigs „Jeremias" einzuführen. Wie nur ein Mensch von dem Format eines Zweig diese Dichtung unsrer Zeit geben konnte, der ihr Schicksal I ganz empfunden hat, so konnte sie uns auch nur einer verständlich machen, dem der echte und tiefe Zusammenhang mit diesem Schicksal der Zeit gleichfalls nicht fehlt. Ich muß Paul Kaufmanns Vortrag jedem Landverein unbedingt empfehlen. (Ich weiß, sein Dank ist mir dafür gewiß.) Die erste Bezirksgruppentagung der Westerwald-Vereine am Sonntag, den 21. Februar, war überraschend gut besucht. Die Einberufer hatten sich die Tagung vielleicht anders vorgestellt: als Zusammenkunft der aktivsten, der bereits jüdisch bewegten Menschen aus den einzelnen Bünden, mehr als eine Arbeitsgemeinschaft als ein Diskussionsklub. Es kam halt anders. Und wahrscheinlich wird es die letzte Ueberraschung bei unsern Bezirksgruppentagungen nicht sein. Vielleicht bleibt uns die Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten der großen Diskussions- und der kleineren Arbeitsgemeinschaft von selbst erspart. Vielleicht? Auch ohne Referat und Diskussion hat ein Aufmarsch von - 5 - I