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Der Jugendbund · 1926-03-11 · 3 (11.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
3 (11.3.1926)
Date
1926-03-11
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Laubheimvereins, begehen konnte. Er wurde vor 16 Jahren, als der Verein ins Leben gerufen wurde, der erste Vorsitzende. Besonders zu danken ist es ihm, daß er in selbstloser Weise sich zur Verfügung stellte und es verstand, jugendliche Führer heranzuziehen, unter deren Leitung der Verein sich vorbildlich entwickelte. Auch als Ehrenvorsitzender arbeitete er unentwegt aktiv weiter mit und bereicherte das Wissen unsrer. Jugend durch Vorträge und Kurse. Noch heute erfreuen wir uns an seinen Vortragszyklen, seinen hebräischen Kursen, seinen Ansprachen an den Freitagabenden und den Seder- Abenden, die er regelmäßig veranstaltet. Stets trat er mit seinem ganzen Einfluß für die Unterstützung des Vereins durch die Gemeindebehörden ein. Daß durch Krieg und Inflation hindurch der Verein lebensfähig blieb und gearbeitet hat, verdanken wir in der Hauptsache Herrn Dr. David. Die Jugend verehrt in ihm den verständnisvollen Freund und vorbildlichen Führer. ' So ist es nicht verwunderlich, daß bei der Feier des 25jährigen Amtsjubiläums die gesamte Gemeinde, jung und alt, wetteiferte, um ihrem allverehrten Führer ihre Liebe zu beweisen. Es waren Tage geistiger und seelischer Höhepunkte, innersten religiösen Erlebens, reiner, schöner Freude, die so recht'das enge Verbundensein von Gemeinde-und religiösem Führer zeigten. Den Auftakt bildete eine mit einem Jugendgottesdienst verbundene Schülerfeier. Herr Hauptlehrer Katz, Gelsenkirchen, hatte zu dieser Feier ein Festspiel „Erntetag" verfaßt, das, aufgebaut auf den Vers des 126. Psalms „Holauch Jelech", in feinsinniger Weise die Arbeit des Lehrers mit der des Säemanns verglich und durch die Genien der Menschheit, Zeit, Lie.bev Dankbarkeit, Arbeit und Wissenschaft dem verehrten Lehrer den Dank der Schüler aussprach. Einen besonderen Reiz erhielt die Aufführung durch die von Herrn Musiklehrer Rosenthal vertonten Lieder und einen allerliebsten Reigen dreier Genien, die das Bild des Jubilars bekränzten. Fräulein Sachs, die Leiterin der Schülerfeier, früher langjährige erste Vorsitzende des Jugendvereins, feierte in feinen Worten Herrn Dr. David als Lehrer. Sichtlich bewegt und erfreut dankte darauf Herr Dr. David, indem er ausführte, daß er die Sorge für die Jugend als den vornehmsten Teil seiner Lebensarbeit betrachtet. Am Schabbos Schiro war die Hauptfeier. Herr Dr. Kober. Köln, hielt die Festpredigt. Ein Moment höchster Feierlichkeit war es, als beim Einheben die Amtsbrüder und Kollegen des Jubilars, die von nah und fern zahlreich erschienen waren, die Heilige Lage umgaben. Erhebend und eindrucksvoll leitete Herr Dr. Neumann, Duisburg, den Prophetenabschnitt ein. Am Freitagabend schon hatte Herr Dr. Samuel, Essen, in seiner geistreichen ' Art das Amt des religiösen Führers als Hüter der Lehre gekennzeichnet. Nach dem Gottesdienst empfing Herr Dr. David in seinem Hause die Abordnungen der Nachbargemeinden, der Organisationen, der zahlreichen Institutionen, in denen er tätig ist, der städtischen Körperschaften usw. Auch unser Laubheimverein beglückwünschte seinen Ehrenvorsitzenden und überreichte ihm gemeinsam mit dem Literaturverein ein Exemplar des Talmud Jeruschalmi. Die zahlreichen Glückwunschschreiben und kostbaren Geschenke legten ein beredtes Zeugnis von der Beliebtheit des Jubilars ab. Selbst aus Ostafrika und Amerika hatten ehemalige Schüler ihres Lehrers gedacht. Die Gemeindefeier, die am Abend in den Sälen des Park- . hauses alle Gemeindemitglieder vereinigte und durch ihre Darbietungen allseitig befrieejigte, bildete einen harmonischen Abschluß der Veranstaltungen. Aus den Bünden Bochum Der Laubheimverein hat in den letzten Wochen unentwegt weitergearbeitet. In den Heimabenden wurden folgende Themen behandelt: „Jüdische Musik und jüdische Musiker". „Diskussionen über den Tamlud"; „Charakteristik des Talmud", durch Herrn Dr. David; „Chanukkaheimabend". An Vorträgen hörten wir: Rezitationen von Willi Buschhoff, Berlin, und „Soziale Arbeit" von Mine Meyer, Düsseldorf. In einer Morgenfeier las Martin Buber nach einem einleitenden Vortrag aus seiner neuen Bibelübersetzung. Die Freitag- Abendfeiern und Heimabende werden regelmäßig fortgesetzt. Düsseldorf Die Eröffnung der jüdischen Buchausstellung am 7. d. Mts. gestaltete sich zu einem Ereignis für die Gemeinde und hat sicherlich dem Jugendverein die Achtung aller und viele Freunde eingebracht. Zur Einleitung sprach Martin Buber in der Synagoge über den Sinn der Offenbarung und las aus seiner neuen Bibelübersetzung vor. In gewohnt tiefgründiger und doch verständlicher Art entwickelte er das Thema, auf das wir bei Gelegenheit noch mehr eingehen wollen. Die Eröffnung vor geladenen Gästen und Vertretern aller Organisationen gestaltete sich "höchst eindrucksvoll. Der Sprechchor des Jugendvereins unter der mitreißenden Leitung Herbert Felsenthals sprach zu Beginn die Wanderchöre aus Stefan Zweigs Jeremias und zum Schluß den 121. Psalm. Alle Zuhörer standen sichtlich unter dem Bann dieser Leistung, die den höchsten Anforderungen Genüge tat. Bewunderswert war vor allen Dingen zu sehen, wie Herbert Felsenthal es verstanden hat, die 25 jungen Menschen zu begeistern, so daß sie sich mit Leib und Seele in den Dienst der Sache stellten und ganz in ihrer Aufgabe aufgingen. Die Vorsitzende des Jugendvereins, Mine Meyer, begrüßte mit treffenden schlichten Worten das Zustandekommen des Werkes und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Ausstellung das Interesse für das jüdische Buch und damit für das Judentum erwecken werde. Die Ausstellung selbst zeigt natürlich nur in einem Ausschnitt die wichtigsten Erzeugnisse der jüdischen Literatur aller Zeiten. Unser heimischer Künstler, Herr Juwelier Friedländer, stellte dazu dankenswerter Weise eine Anzahl künstlerisch bedeutsamer Chanukkaleuchter sowie neue hebräische Werke zur Verfügung. Besonderen Dank verdient Herr Biffchhändler Dr. Wallach, der mit Hilfe einiger Sachkundiger die Schau zustande brachte. Auf Einzelheiten werden wir später noch eingehen. Wir laden alle Freunde herzlich zur Besichtigung ein. Die Ausstellung ist bis, zum 14. d. Mts. täglich von 10 bis 1 Uhr und von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Eine Reihe von Führungen unter sachkundiger Leitung ist vorgesehen. Der Bund jüdischer Schüler und SchülerinnenVeranstaltet am 14. d. Mts., nachmittags V/i Uhr, im großenLSaale des Paulushauses, Luisenstraße 33, eine Purimfeier für die jüdische Jugend. Eine Purimoperette, Puppenspiele und a^idre Darbietungen werden von dem Streben unsrer jüngsten/Jugend Kunde geben. \ Duisburg-Ruhrort \^ Ein Jahr Freitag-Abende in Duisburg! , Am 26. Februar jährte sich zum ersten Male der Tag, an dem die Freitag-Abend-Gruppe unsres Jugendbundes in Funktion trat. Aus diesem Anlaß fand im Gemeindezimmer eine kleine Feier statt, die einen alle Teilnehmer beglückten und würdigen Verlauf nahm. Nachdem wir jungen Freunde an der festlich gedeckten Tafel Platz genommen hatten, sprach Herr Rabbiner Dr. Neümark den üblichen Kiddusch. Alsdann begrüßte Freund Hiller die Erschienenen, besonders unsern lieben Freund und Gönner Herrn Rabbiner Dr. Neumark sowie den Vertreter des Synagogenvorstandes, Herrn Levenbach. Von den Ausführungen Hillers verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß die Gruppe nicht auf Grund einer Diktatur prominenter Persönlichkeiten gehrtdet wurde, sondern daß aus der Mitte der jugendlichen Mitglieder des Vereins der Ruf nach Schaffung der Freitag-Abende—laut wurde. Zur größten Freude konnte berichtet werden, daß die Gruppe regelmäßig jede Woche sowohl im heißen Sommer als auch im kalten Winter zusammengekommen ist. Freund Hiller dankte dem Vorstand der Synagogengemeinde für die Unterstützung, die sie uns durch die sofortige Bereitstellung des Raumes zuteil werden ließ, vor allem dankte er dem Freunde Hammerschlag für seine aufopfernde Arbeit bei der Schaffung und Leitung der Freitag - Abende. Freund von Geldern schloß sich in warmen Worten diesem Dank an. Herr Rabbiner Dr. Neumark, der bereits mehrfach unser Gast war, erläuterte uns den Wochenabschnitt des Schabbos Sochauer. Er nannte in seinen Ausführungen die Freitag- Abend-Feier ein Kidduschhaschen und ermahnte uns, das festzuhalten, was wir in solch schöner Weise begannen. Herr Levenbach als Vertreter des Synagogenvorstandes dankte herzlichst für die Einladung und gab seiner Freude über die Art und Weise, wie der Abend verbracht wird, in beredten Worten Ausdruck. Er versicherte uns des Wohlwollens der Repräsentanten und erklärte sich bereit, für die Erfüllung aller Wünsche einzutreten, soweit sie im Bereich des Möglichen liegen. Zum Schluß sprach Freund Hammerschlag noch einige Worte. Er dankte für das ihm ausgesprochene Lob, wälzte den Dank ab auf die Kerntruppe, die ihm regelmäßig Gefolgschaft geleistet hatte. Vor allem dankte er den Damen, Frl. Martha Sommer, die selbst aus weiter Ferne brieflich unsrer gedachte, und den Geschwistern Birnholz, die in ausgezeichneter Weise die Schmückung der Tafel und die "Bewirtung übernommen hatten. In dankbarer Weise gedachte der Redner des leider verhinderten 1. Vorsitzenden unsres Vereins, Herrn Lehrers Kaiser, der für unsre Sache jederzeit das größte Interesse zeigte und keine Mühe scheute, sich bei maßgebenden Instanzen für uns einzusetzen. Alsdann wies Freund Hammerschlag noch auf das bevorstehende Purimfest hin und ermahnte seine Freunde, ebenso wie Mardechai in

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