Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 12 (1921)
- Issue
- 4 (Sept./Oktober 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 119 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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I j — 119 — Kräfte jedes einzelnen von uns dauernd in Anspruch nahm. Wenn sich aber für den K. C. erst einmal in hoffentlich nicht allzu langer Zeit die eigene Lage wieder geklärt und gefestigt haben wird, dann wird auch der jüdischen Jugendbewegung wieder mehr als nur eine geistige Anteilnahme gehören. Gerade aus dem Schwung und der Begeisterung der jüngeren Jugend, der ruhigeren Ueberlegung und dem Verantwortungsgefühl des älteren Studenten könnte sich die Harmonie einer nicht nur gegenseitig, sondern auch für die Allge meinheit fruchtbringenden Arbeit entfalten. Köln a. Rb. Walter H e i m a n n j a t r u. Metapolitik. Vorbemerkung der Schriftleitung: Wir bringen diese Auslassungen, die vom Leser denkendes Mitarbeiten verlangen, dann aber für die Allermeiste» unserer Freunde verständlich und fruchtbar sein wer den, mit Bedacht. Wünschen wir doch, das; aus den Reihen unserer Jugend eine ganz neue höhere, sittliche Art von Politik heroorgehe, die der alten Politik der Verlogenheit und Lieblosigkeit gründlich den Garaus mache Für alle diejenigen, die es verschmähen, ihr Handeln und Denken, und in Sonderheit ihr politisches, von materiellen Interessen ab hängig zu machen, muh notwendig der Begriff einer Metapolitik von entscheidender Wesentlichkeit werden. Denn Metapolitik bedeutet politisches Wirken von einer jenseits der Politik liegende», das ganze Individuum ergreifenden geistigen Lebenshaltung aus. Nun aber gilt cs, in Ansehung eines solchen, Endgültigkeit bedeutenden Zieles die äuherste intellektuelle Rechtschaffenheit zu be währen. Der Punkt aber, der für dieses — das wahrhaft philosophische — Streben nach Erreichung letzter Rechtschaffenheit, also letzter menschlicher Wahrheit, der üuhcrste ist, von dem aus also Antworten oder Überzeugungen allererst zulässig sind, ist die Erkenntnis eines zentralen Problems, das alle geistigen wie materiellen Lebensäuherungen, die wir vorfinden, in Frage stellt, von dessen Lösung die Bejahung aller Ziele, Überzeugungen, Wahrheiten nsw. also abhängig ist. Zwei sich hieraus ergebende Folgerungen sind an dieser Stelle hervorzuhebcn: die Jugendbewegung, die als solche schon den Ein zelncn gegenüber erster Schritt aus der — freilich zumeist gefühls betonten — Problematik „des jungen Menschen" heraus zu sein vor gibt, har Unrecht, wenn sie jugendliches Dasein als Lebenshaltung und vom Gefühl (Gläubigkeit in irgend einer Richtung) bejahte Ziele fordert. Pathos ersetzt keine Gründe (und noch nie ist ein Ziel erreicht worden, noch kann je eines erreicht werden, das nicht durch Gründe, die einer Endgültigkeitsperspektive stichhalten, gesichert ist). Und in Wahrheit ist diese Pathetik nichts dir Jugend Auszeichnendes, sondern im Gegenteil: sie entstammt der ganz greisenhaften und aus Erschöpfung geborenen Überzeugung: letzte „Menschheit? >