Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 12 (1921)
- Issue
- 4 (Sept./Oktober 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 117 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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117 Student und Jugendbewegung. Zur Erwiderung an Ludwig Krank, 7>a,nbe>g. Zu diesem, von unserem Freunde Ludwig Frank angeschnittenen Thema bringen wir diesmal die Betrachtungen eines nichtinkorporierten Studenten und den Schlußteil einer ausführlichen Abhandlung eines dem K. C. zugehörigen Verbandsfreundes. Wenn wir seine inhaltlich und formal ausgezeichneten Darlegungen, die sich vor allem mit dem Geiste des K. C. befassen, nicht in ihrer Ganzheit bringen, so geschieht es unter dem Zwange des Raummangels, der uns Erörterungen von Rebenthcmen in diesem Zusammenhang nicht gestattet. Zudem sind wir in der angenehmen Lage, die Streitfrage im nächsten Hefte durch eine ilberkritik aus der Feder eines anderen K" C.ers zu beenden, der zugleich dem Standpunkt des K. C. gerecht wird, soweit dies den u. E. miß deuteten Worten L. Franks gegenüber überhaupt notwendig war. Die Schriftleitung. , Das Wesen der Jugendbewegung ist im Gegensatz zur Jugendpflege in erster Linie charakterisiert durch das Qualitätsprinzip der Auswahl und Auslese. Es kommt ihr nicht auf eine quantitative Erfassung der Masse an. Die zahlenmäßige Größe einer Jugendbewegung bietet keinerlei Maßstab und Anhaltspunkte für die Beur teilung ihres Wertes und ihrer Bedeutung. Die deutsche Jugendbewegung (Wandervogel, Freideutsche. Entschiedene Jugend) ist erst nach Durchführung des Qualitäts- und Aus wahlprinzips zu einem Kulturfaktor geworden. Entsprechend ihrer Auffassung vom jugendlichen Leben hat sie sich in bewußten Gegensatz zum Korporation-Studententum gestellt und sich lediglich um die Erfassung des „wilden" Studenten bemüht. Die jüdische Studentenschaft absorbiert ihre Kräfte im Verbindungsleben. Der Kampf für und wider den Korporationsgedanken hat in ihren Reihen zu Spaltungen geführt und die Gründung von interkorporatioen Organisationen notwendig gemacht. Die „Akademischen Ortsgruppen des Centralvereins", die „Jüdisch-Akademisch-Wissenschaftlichen Vereine", die „Akademischen Vereine für jüdische Geschichte und Literatur" und die interkorporativen Gruppen im K. I. V. umfassen in erster Linie den Teil der jüdischen Studentenschaft, der mit dem Kommentbetrieb. Duellzwang und Satisfaktionsprinzip gebrochen hat. Der Versuch, in einer neutralen jüdischen Studentenbewegung eine Synthese zwischen Hochschule und jüdischer Jugendbewegung herzustellen, ist gescheitert. Daraufhin hat sich ein großer Teil der jüdischen, nicht korporierten Studenten den Jugendorganisationen angeschlossen, die im Sinne der ihren studentischen Bünden entsprechenden Ziele arbeiten (Blauweiß, Kameraden, Esra). Die Mitarbeit der jüdischen Studenten in unserer neutralen Bewegung mußte demnach gering bleiben, da die Ablehnung jeder tendenziösen Zielsetzung nicht im Sinne der bestehenden studentischen Organisationen lag. Nur wenige, überhaupt nicht organisierte „wilde" Studenten haben den Weg zu uns gefunden. Der Eintritt ganzer K. C.-Verbindungen in in die in Universitätsstädten bestehenden jüdischen Jugendvereine war lediglick