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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 115

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 115 (sequence 21)
Language
German
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i in was an Kulturwerten in unserer Heimat anzueignen uns das Leben vergönnte; doch fordern wir nicht Annahme des Gebotenen, wollen vielmehr dankbar sein, wenn uns andere kulturelle Prägungen Ute rarischer, künstlerischer, weltanschaulicher Art erwiesen werden, die in den östlichen Ländern keimten und wuchsen. Mit solchen Zielen und in solcher Eestimmtheit lasst uns am dringlichen Werke der Ost judenhilfe mittätjg sein! Ephraim Aschkenosj. Kaufmünnsstan- und Berufsumschichtung. Gar viel ist schon über den Kaufmannsstand als einen der verwerflichsten aller! Berufszweige gesprochen und geschrieben worden und man sagt, dam andere Erwerbszweige, vor allem Handwerk und Landwirtschaft, geeigneter seien, um den „tätigen" Menschen nicht in einen Konflikt mit dem „fühlenden und ringenden" Menschen zu bringen. Bei näherem Zusehen jedoch stellt sich heraus, daß Schuster und Schneider ja! auch Kaufleute sind, nur in etwas anderer Form und sogar der armseligste Proletarier ist Kaufmann, denn er verkauft sein einzigstes Besitztum, seine Arbeitskrafr, dem Unternehmer. Und die kaufmännisch« Seite der Landwirtschaft har wohl schon jeder am eigenen Leibe gespürt. Wer etwas verkauft, tut dies nach ganz bestimmten Gesichtspunkten, aber den Preis und mithin den Gewinn kann der betr. Per käufer nicht selbst bestimmen, sondern dieser istihm durch das Wirtschaftsleben und die Wirtschaftsordnung, in welcher er sich befindet, oorgeschrieben. Wir befinden uns heute, und die Menschheit befand sich, soweit man auch die Wirtschaftsgeschichte zurückoerfolgt. in der kapitalisti scheu Wirtschaftsordnung. Es ist hier nicht Ort und Raum, die Eigenarten derselben näher zu erläutern, obwohl eine genaue Kenntnis für jeden erforderlich rst. welcher sich mit der Frage der Berufsumschichtung befaßt. ^ebenfalls ist schon mit allen Mitteln versucht worden, diese Wirtschaftsordnung in eine sozialistische umzuwandeln. Mächtige Revolutionen sind über die Erde dahingcbraust, das Gebäude des Kapitalismus steht unerschüttert. Man hat. gerade in den letzten fahren, versucht, durch Gesetze mannigfacher Art eine Sozialisierung herbeizuführen, aber dieselben haben dem Kapitalismus noch kein Haar krümmen können, sie stellen lediglich wohltätige Maßnahmen dar. Millionen Menschen sind von der Richtigkeit der sozialistischen Fdee durchdrungen, aber des Lebens Notdurft zwingt sie, ihre Ar beitskraft dem Kapital zur Verfügung zu stellen und statt nun Klie der einer sozialistischen Gemeinschaft zu werden, stützen und helfen sie dem Kapitalismus. Es ist auch versucht worden, durch Siedlungen, Arbeitsgemeinschaften und dergleichen Wirtschaftsgebilde auf sozia listischer Basis zu schaffen, aber der dem Kapital gehörende Grund

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