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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 113

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 113 (sequence 19)
Language
German
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-77- 113 nicht fremd zu bleiben. Halle ich neben der Erziehung zum bewußt. Judentum für eine der Hauptaufgaben unserer jüdischen Jugendvereine. Worms, 17. April 1921. Nelln Sonnenberger. >:,»<!. Ostjudenhilfe. vor etwa 1J- Monaten sandte uns das jüdische Arbeiter-Ktzrsorgeamt in Berlin eine Protest-Kundgebung wegen der. empörende« Ausschreitungen gegen Ostjuden im Internierungslager zu Stargard. Durch das tatkräftige, volle Genugtuung bietende Eingreifen der deutschen Regierung ist inzwischen der Anlaß zur Geste der Entrüstung behoben. Aber auch ohnedies wäre uns ein papierener Protest al» eine höchst unzulängliche, ja unangemessene Leistung der Jugend erschienen. Unsere Aufgabe ist's, durch aufbauende Taten Einrichtungen, wie die von Internierungslagern, die unter allen Umständen den Menschengeist beengen und darum schänden, überflüssig zu machen. Dies aber wird uns nur möglich sein, wenn wir uns entschließen, mit unserem ganzen Bunde, mit all seinen Gruppen an dem sozialen Werke teilzunehmen, das der wirtschaftlichen und geistigseelischen Not der Ostjuden steuern will. Plan und Richtung hat dies Werk bereits durch das jüdische Arbeiter-Fürsorgeamt und seine Zweige in verschiedenen Großstädten des Reiches erhalten. Ihnen gilt's, mit unseren jungen Kräften beizustehen. Das wichtigste, wozu wir helfend beitragen können, ist die Beschaffung von Arbeitsstellen für die Arbeitslosen. Hier haben wir unbedingt Rücksicht zu nehmen auf die Notlage beim allgemeinen deutschen Arbeitsmarkt. Nur ausnahmsweise wird es daher gelingen, in großen und mittleren industriellen Unternehmungen der Städte Ostjuden als Arbeiter anzubringen. Am Einspruch der Arbeiterräte müssen solche Bersuche scheitern. Dagegen dürfte sich auf dem Lande da und dort Gelegenheit zur Beschäftigung von Juden bieten, zumal in kleineren Betrieben, die aus rituellen Rücksichten auf jüdische Angestellte angewiesen sind, zumal in den der Lebensmittelbeschaffung und ihrem Vertriebe dienenden gewerblichen Unternehmungen. Darum sollten unsere Wanderer, wenn sie an den Sonntagen hinausziehen, nach solchen Arbeitsstellen bei Juden Umschau halten. Darüber hinaus werden gerade ste in ihrer frischen, unmittelbar zum Herzen redenden Art durch Knüpfung von Gesprächen mit der Landbevölkerung soziales Mitgefühl mit den armen Heimatlosen zu wecken und neue Arbeitsstellen zu beregen in der Lage sein. Ich weiß, daß nationaljüdische Verbindungs-Studenten in diesem Sinne mit Erfolg wirkten. Hier dürfen unsere Jungens und Mädels sich an Findigkeit und Kraft der Hilfsbereitschaft von der akademischen Jugend nicht in Schatten stellen lassen. Das Hauptgewicht wird auf die Hinleitung auf's Land zu legen sein. Gelingt es. die großenteils kräftigen, stämmigen jungen russischen und polnischen

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