Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 12 (1921)
- Issue
- 4 (Sept./Oktober 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 109 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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JL09 kenntnis zu seinen jüdischen Eigenschaften, und nur so, glaubt er, könne die Annäherung von Juden und Deutschen erfolgen. — Kurt Zacharias, Bremen, weist auf die Berantwortung jedes Juden an der Erhaltung der jüdischen Zukunft hin in einer Stunde, in der die jüdische Gemeinschaft in schwerer Not um ihre Existenz zu ringen habe. Nur opferbereite Hilfe könne die schwer ringenden Ostjuden vor dem,Untergang bewahren und nicht Spenden in dem bishcr geübten Matze würden ihr Ziel erfüllen. Von Sämy Rosenberg, Leer, wird auf die notwendige Zusammenarbeit von jüdischer Stadt- und Landjugend in warmen Worten Angewiesen. Dr. Alfred Apfel weist kurz auf die Geschichte des Verbandes hin, der vor dem Kriege nicht mehr als den ersten praktischen Nachweis der Zusammenfassung Tausender von Juden bedeutet habe. Nach dem Kriege aber habe die Arbeit, eine andere Form verlauft, und so'bemüht man sich nun in unseren Reihen um Dinge und Probleme tiefster Natur. Immer wieder wurde das Suchen nach dem letzten Sinn unseres Jikdeseins ausgenommen, und in kleinen Kreisen müht man sich um diese Dinge. Nebenher gehen die großen politischen Ausgaben des Verbandes, deren bedeutsamste Auswirkung in dem Treuebekenntnis zum Vaterlande in der Delegiertentagung im Juni 1919 und in der Palästina-Resolution der Führertagung in Lassel zu verzeichnen sei. Die Mitarbeit am Ausbau Palästinas sei Aufgabe des gesamten Judentums und damit auch eine wesentliche Aufgabe für den Verband, dessen Wirken für die Einigung des deutschen Judentums immer wieder betont werden mutz. Als letzter Redner faßt Paul Eppstein, Ludwigshafen, die Reden des Abends zusammen. Ein Weckruf an die Jugend waren seine Worte zur tatkräftigen Arbeit im jung-jüdischen Sinne. Die Tagung sowohl, als auch die Kundgebung brachten die Mitglieder des Verbandes vor allem besonders nahe, und in Aussprachen zu zweien und zu dreien wurde das schon bestehende Freundschaftsband vertieft, und auch bisher noch Fernstehende kametz sich auf dem Wege der gemeinsamen Sache näher. Das ist wohl auch das wichtigste Moment für die Arbeit in unserem Kreise, datz wir alle voneinander wisien, datz uns eine gemeinsame Idee trägt, auf deren Boden menschliche Tpindungen. tiefster Art entstehen. Wenn alle Tagungen in unserem Verbände und unseren Landesverbänden von diesem Erundgefühl getragen werden, das auch in Köln vorherrschend war, haben st« schon einen nicht zu unterschätzenden Erfolg erzielt. K. z. Grundsätzliches. Gedanken von der bayerischen Oelegicrtcniagung in Nay,euch, 26.-28. August 1921. Wir haben wieder einmal eine Tagung gehabt. Wir fuhren hin wie zu allen den vielen Redetagen der letzten Zeit,, wir gehen fort mit dem Gefühl, dah da wenigstens etwas getan wurde. Ihr werdet von der Tagung wohl kaum den üblichen begeisterten Rauschbericht bekommen, aber wir wollen Euch sagen, was wir uns an Richtlinien für weitere praktische Arbeit zusammenerarbeitet haben; denn wir glauben, datz es überall an demselben krankt und man, wie es hier zu Anfang der Fall zu werden schien, am Kernpunkt der Frage vor-