Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 12 (1921)
- Issue
- 4 (Sept./Oktober 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 110 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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110 beigehr. Wie die Tagung schon rein äußerlich ihrem Programm nach schlicht und einfach war, so haben in unbedingt ehrlicher Weise Men^ —. scheu dort gesagt, wie es um sic und um die Sache steht, endlich ein mal gesagt, was scho» längst hätte gesagt werden müssen. * Nirgends klappt's. Weder im Heimabend noch im Vercinsabend noch im Kurs. Nirgends. Woran liegt's? Am Führer? Am Volk? An der Art des Kurses? Wie machen wir's anders? ** Lest das und das und das; macht's so und so und^sv. All die Vorschläge, die gemacht wurden, sind Hilfsmittel, die auch dazu gehören; aber das Krundübel ist dies: Wir kennen nicht die K r c n 3 c ii unserer Arbeit! Es gibt eine Art der Jugendarbeit, die dem I. I. W. B. zufällt, und eine andere, die den Vereinen zukommt (wenigstens in der Stadt; auf dem Land liege» die Dinge anders). Jede Art dieser Arbeit ist durchaus nötig, ihrer Art nach sind aber beide vollkommen voneinander verschieden. Es ist unmöglich, Erziehungsarbeit, wie man sie im I. I. W. B. an den Kleinen tut. im Verein an älteren Menschen verwirklichen zu wollen. Es muß von vornherein schei tern, wenn man im Verein, in dem sich viele Menschen ohne jegliche Beziehungen zueinander treffen, einen Heimabend abhalten will. Und ebenso verkehrt ist cs. wenn I. I. W. Ber glauben, jedwedes Vereinsmitglied in zünftige Kluft stecken und jeden Sonntag Kilo meter fressen lassen zu müssen. Das sind beides Arbeitsgebiete, die ihrer ganzen Struktur nach vollkommen voneinander verschieden sind und getrennte Bearbeitung erfordern, wenn sic richtig bearbeitet sein wollen. Meist aber fließt da das eine so langsam in das andere über und es gibt ein Durcheinander von gemütlichem Beisammensein und^Diskussion und dasKanze ist eine jämmerliche Halbheit. * In den Kleingemeinden und auf dem Land liegen die Dinge natürlich wesentlich anders. Es liegt auf der Hand, daß da mit den wenigen Leuten nicht ein I. I. W. B. und ein Verein gemacht wer den kann, damit dann glücklich jeder ein Vorstands-Zllhrer-"Amt" har und dann Schluß ist. Da kann cs natürlich nur einen Zusammenschluß der jüdischen Jugend gebe». Aber auch hier heißt es, Kreuzen zu erkennen, und hier wird es eine Kreuze sein zwischen den vielen, die den Verein nur als gesellige Zusammenkunft junger Juden auffassen und den anderen, die gewillt sind, wirklich zu ar beiten. Es wird also auch hier eine Scheidung nötig sein, wie sie gleich für städtische Verbältnisse gezeigt werden soll. Im Jugendverein werden sick auch in der Stadt immer zunächst einmal die finden, denen es genügt, am Vercinsabend mit anderen jungen Juden gesellig beisammen zu sei». Seht nicht, wie Ihr es