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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 105

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 105 (sequence 11)
Language
German
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Zur Zeit der hadrianischen Judenverfolgungen hatte die römische Verwaltung bei Todesstrafe das Studium der Thora verboten. Ungeachtet dieser drohenden Gefahr ^hatte Rabbi Akibah seine Schüler versammelt, um mit ihnen zu lernen. So traf ihn einstmals Pappus, ein jüdischer Assimilant der damaligen Zeit, und riet ihm, doch dieses gefährliche Studium zu unterlassen. Da erwiderte ihm Rabbi Akibah: „Ich will Dir das Eleichnfs bringen, womit die Angelegenheit zu vergleichen ist. Einstmals ging ein Fuchs längs des Stromes und sah, wie die Fische sich von eirjem Platz zum anderen sammelten. Da sprach der Fuchs: „Wovor flieht Ihr?" Und die Fische antworteten/ihm: „Vor den Netzen, die die Menschenkinder zu uns bringen." Da sprach der Fuchs zu den Fischen: „Kommt doch zu mir aufs Trocfene, damit wir gemeinsam wohnen, ebenso wie meine Väter mit Euren Vätern wohnten." Da erwiderten die Fische'/„Bist Du dasjenige, von dem man sagt, es sei dajs scharfsichtigste unter den Tieren? Nicht scharfsichtig bist Du, sondern töricht. Jetzt, in unserem Lebenselement, im Wasser, haben wir uns zu fürchten, im Trockenen, wo wir sterben müssen, noch viel mehr!" Und so steht es auch mit uns. Wohl befassen wir uns entgegen dem Verbot mit der Thora, von der es heißt: „Und sie ist Dein Leben und die Länge Deiner Tage." Wenn wir uns aber jetzt ' von ihr entfernen, sind wir doch viel mehr gefährdet." Und so haben auch wir die Ucjberzeugung^daß diese sogenannten Zeremonialgesetze unentbehrlich sitzd, dag auch sic unser Leben und die Länge unserer Tage bedeuten, und wir schon längst, wie alle anderen Völker des Erdballs, ohne ihren Schutz untergegangen wären. Wir brauchen diese uns von Gott gegebene Rüstung, bis wir auf dem Marsch durch die Wüste der Jahrtausende in der mcssianischen Zeit wieder angelangt sind auf dem Berge Moriah, auf dem Gott dem Ahnherrn das Ziel gesteckt. .Und es werden sich segnen mit Deiner Nachkommenschaft alle Völker der Erde", bis wir erreicht haben jenen Hügel, von dem der Prophet kündet: „Und geschehen wird es in späten Zeiten, da wi::d aufgerichtet sein der Berg des Hauses des Ewigen über den Berg« n. und er überragt die Hügel, und es strömen zu ihm all die Völker.' Und viele Nationen werden ziehen und sprechen: „Wohlan, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Ewigen, zum Hause des Gottes Jaakobs, daß er uns lehre von seinen Wegen, und wir wandeln auf leinen Pfaden; denn von Zion wird ausgehen die Lehre und das Wort des Ewigen von Jeruscholojim. Und Er wird richten zwischen hen Völkern und zurechtweisen viele Nationen, und sie werden umschmiöden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebmessern. Ni^t wird erheben Volk gegen Volk das Schwert, und nicht lernen sie jiürderhin den Krieg." .

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