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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 101

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 101 (sequence 7)
Language
German
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101 ja das reine himmlische Gold in i>en irdischen Staub herunter getragen werden. Warum die unsterbliche Seele in einem Gefäß von Fleisch und Blut wohnt, warum das Gewissen in unserer Brust uns warnen soll vor übereilten Schritten unserer Sinne, das vermag die menschliche Bernunft weder des Gläubigen, noch des Ungläubigen zu erklären. Das spricht die Bibel klar aus und hat Kant in der Neuzeit auch die Materialisten gelehrt. Aber die ler Dualismus besteht nun einmal in der Menschenwelt und er mcicht nach jüdischer Auffassung die eigentliche Würde des Menschen aus. Der sittliche Mensch, der die Konflikte des Lebens siegreich meistert, überragt die himmlischen Engel, die wohl fehlerlos handelr, aber gar nicht anders zu handeln vermögen. „Die Welt ist nur geschaffen worden um der Wahl des Wählenden willen," sagt ein tiefe; Wort jüdischer Weisheit. Und in erschütternder Wucht und Eindringlichkeit ist die Würde des Menschen betont in der Erzählung des Talmuds: „Zn der Stunde, da Moses in die Höhe stieg, um die Thora zü empfangen, da sprachen die Engel vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Die verborgene Herrlichkeit, die Du besitzest, die! wolltest Du an Fleisch und Blut ausliefern?" Da sprach der Heilige, gelobt sei »Er, zu Moses: „Gib Du ihnen Antwort!" Da sprach Moses: „Diese Lehre, was steht in ihr? Ich bin der Ewige, Dein Gott, der ich Dich herausgeführt habe aus dem Lande Aegypten. Seid Ihr etwa nach Aegypten hinabgezogen?- Ferner steht darin: Du sollst keine fremden Götzen haben. Weilt etwa Zhr mitten unter Völkern, die Götzen dienen? Es steht ferner: Gedenke des Sabbathtageß, ihn zu heiligen! Vollbringt Ihr etwa eine Arbeit, daß Ihr der Ruhe bedürftet? Ferner steht darin: Du sollst den Namen des Ewigen, Deines Gottes, nicht zum Falschen aussprechen! Gibt es etwa unter Euch Handel und Wandel, daß Zhr schwören müsset? Ferner steht geschrieben: Ehre Deinen Vater und Deine Mutter! Habt Zhr etwa einen Vater und eine Mutter? Ferner steht in ihr geschrieben: Du sollst nicht morden, Du sollst nicht ehebrechen, Du sollst nicht stehlen! Gibt es etwa Eifersucht öder bösen Trieb unter Euch?" Da stimmten die Engel dem Heiligen, gelobt sei Er, zu. Also gewisser Gesetze bedarf der Mensch zur Umfriedigung seiner Sinne, seiner körperlichen und stofflichen Natur. Die moderne Medizin hat z. B. hie für die jüdische Gattin während der Menstruationsperiode geltenden Vorschriften als überaus wertvoll und rassenhygienisch unschätzbar anerkannt. Aber schon seit Jahrtausenden werden diese Vorschriften als selbstverständliche Pflicht durch die gläubigen jüdischen Ehegatten gleich einem Heiligtum beachtet, und sie haben mit in f erster Linie die Unsterblichkeit des Judentums erwirkt. Prinzipiell das gleiche gilt natürlich beispielsweise für die Speise-

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