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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 100

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 100 (sequence 6)
Language
German
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100 Gedankens als Grundlage wahren jüdischen Gemeinschaftslebens zu wehren, ihm die Größe und das Zwingende unseres ethischen Ziels zu zeigen. Aber wir klagen darüber, daß selbst die neue Jugend die Bedeutung dieses klar verstandenen Prinzips nicht zu erkennen vermag. Denn so lange diese Erkenntnis nicht alle erfaßt und bezwungen hat, wird die ersehnte jüdische Einheit, die wahre „Agudah" ein frommer Wunsch oder neckender Traum sein. So klinge im neuen Auftakt vereint: Wille zum Geiste des Judentums, der beste Teil unseres Ich, werde uns Wille zur „Neutralität" als dem Geiste der brüderlichen Duldung, Versöhnung und Liebe. tt. L. Rclig öses Leben und religiöse Form. Von 1),-. Eugen Frankel- München. Die Völker der Welt fragen Israel (nach dem Hohelied): Was ist Tein Geliebter vor allen anderen Geliebten, was ist Dein Gott vor allen unseren Götzen, daß £)u durch die Jahrtausende in unerschütterlicher Treue Ihm anhängst, die furchtbarsten Verfolgungen Seinetwegen erträgst und selbst martervollen Tod in der Liebe zu Ihm erduldest? Und Israel erwidert den fragenden Völkern, die es bedrängen und zu verführen suchen: „Mein Geliebter.... Sein Haupt ist aus reinem Gold." Und weiterhin richten die Völker der Erde an Gott selbst die Frage, was denn dieses Israel für besondere Vorzüge habe, daß Gott es vor allen Nationen auscrwählt. Da wendet sich Gott unmittelbar an Sulamith - Israel mit der Antwort: „Wie schön sind Deine Tritte in den Schuhen, FUrstentochter!" Und der Midrasch knüpft daran die wunderbare Deutung: Israel hat die Pflicht, das reine Gold der göttlichen Ideen vom Himmel herunter zu tragen in das Diesseits und zu verwirklichen, Gott aber hat die Aufgabe, Israel und die Menschheit, deren Füße allzusehr im irdischen Staube versinken, aus diesem Staub und Schmutz zu Sich empor zu heben. Durch welche Mittel aber vermag Israel die reinen Ideen zu -verwirklichen, wodurch kann Gott das Volk zu höherer Stufe emporleiten? Das erste Mittel hierzu ist die Offenbarung: „Ich bin der Ewige, Tein Gott, der Ich Dich herausgeführt habe aus dem Lande Aegypten, aus dem Hause der Sklaven," so lautet das erste der zehn Gebote. Und weiterhin heißt es im Dekalog: „Du sollst nicht morden, Du sollst nicht ehebrechen... Du sollst nicht gelüsten das Haus Deines Nächsten." Gott ist Realgrund alles Seins, Bildner der Schöpfung wie Herr über alle irdischen Herrscher, aber Gott ist auch Jdealgrund alles Sollens, der das Sittengesetz offenbart und das Gewissen in des Menschen Brust gepflanzt hat. Es mußte i

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