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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 99

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 99 (sequence 5)
Language
German
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Bedeutung unseres Bundes deuten wir frohbewegt manches Wort im jüngsten Heft des „Jungjüdischen Wanderers", zumal aus den „Fahrtgedanker^ zum Bundestag", „Bund und Bundestag, Bekenntnis und bekennende Menschen find eingestellt in den größeren Rahmen der jüdischen Jugendbewegung, ja sie sind mitbestimmend dafür." Wir fügön dem nur noch hinzu, daß dem jugendlichen Streben nach einem hohen Menschtum in Wahrhaftigkeit und Reinheit, wie wir's in den Reihen gerade der I. I. W. B. es mit Freuden wahr nehmen, stärkster mitbestimmend^r Einfluß im Verbände sicher ist und stets sein wird. Denn wir chissen, daß diese Tugenden Voraussetzungen sind fi|x die Jnnehaltuntz des Zieles jeder Jugenderziehung, des Menschen mit dem sittlichen! Willen. Die Erziehung zu dieser Bcrufenheit mit den besonderen Mitteln des Judentums ist, alleinige Bürgschaft für?ine kommende Judenheit, die in neuer Zeit sich und der Menschheit etwas gilt. Wir betonen diese Selbstverständlichkeit in Gedanken in einer neuerlichen literarischen Polemik gegen die „Neutralität" von nationaljüdischer Seite. Es mag bequemer sein, wie es dort als allein richtig hingestellt wird, ein zionistisches, orthodoxes oder liberales Erziehungsrezept anzuwenden,' doch ist's ein Verfahren, das von vornherein düs Blickfeld der Jugend einengt und gerade darum k^ein verläßliches Ergebnis erzielen wird. Denn wer wüßte nicht au<i vielfachen Erfahrungen, wie verwirrend das Reue wirkt, wenn wir ihm eines Taäes unvorbereitet gegenüberstehen. Darum ist's uns Grundsatz, unsere Jungen das heutige jüdische Leben in seiner! Vielgestaltigkeit fehen zu lassen, nicht einseitig be lichtet, wie es ijn den Parteibünden zu geschehen pflegt. Was aber die Erziehung zum Judentum anbetrifft, so können wir freilich im allgemeinen nur das Wissen um das Wesen der jüdischen Weltanschauung vermitteln, ganz wie die Parteibünde, die Konservativen inbegriffen. Darüber hinaus werden ganz wenige Persönlichkeiten, die ein jüdisches Leben in Ganzhrit führen in allen Gruppen jüdischer Jugend bannend und damit auch bis zu einem gewissen Krade bestimmend auf die Wahl der Le iensrichtung des einzelnen wirken. Daß die Hinführüng zum Wissen um das jüdische Schrifttum nicht abhängig zu sein braucht von der „Richtung", die der Jugendbund auf seinem Schilde verzeichnet, sollte unter der Jugend mit dem Mute zur Wahrhaftigkeit keiner Erörterung mehr bedürfen. "Was aber die endliche jüdische Lebensfr hrung, den Lebensweg der einzelnen jungen Juden draußen im Leben angeht, so ist sie — wenn wir ehrlich sein wollen — am letzten oon unserer, will sagen der unterschiedlichen Jugendverbände „E r,i i c f) u n g" bedingt. Bestimmend sind — mit seltenen Ausnahmen — das Milieu des Elternharrses und seine bildende Kraft und vor allem die Einsicht und die daraus erwachsende Entscheidung des gereiften Juden selbst. Gerade unsere „Neutralität" mit ihrer Weite des Blickfeldes wird die eigene Entscheidung aus vollster Klarheit und Ehrlichkeit und darum als eine Entscheidung von Bestand am ehesten ermöglichen. Darum haben wir's nicht nötig, immer wieder je »ein Schmäher des „Neutralitäts"-

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