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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · 4 (Sept./Oktober 1921) · p. Seite 98

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
12 (1921)
Issue
4 (Sept./Oktober 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
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— 98 wurden, fanden nur schwächliches Echo drangen im Reiche. Da überkam uns Unmut und Aerger, und ein inneres Widerstreben verbot uns, durch ein neues Heft der „Mitteilungen" Bewegtheit vorzugeben, wo bestenfalls von einem traumseligen Dasein die Rede sein konnte. So ist's Eure Schuld, wenn der Ruf des Verbandes so lange verstummte. Run aber soll er Euch ausscheuchen und zu neuem, andersartigem Schaffen wecken. Im Rate der Verbandsleitung wird in aller Bälde dafür zu sorgen sein, daß länger dauernde Stadien der Schlaffheit nicht wieder den ganzen Verbandskörper überkommen. Das ist aber nur möglich, wenn künftighin von ihm und seinen Or ganen ganz bestimmte Leistungen, die sich aus unserer Zielhaftigkeit ergeben, abverlangt werden. Es wird im Zusamenhang damit zu erwägen sein, ob wir Kruppen, die sich dauernd unserer Forderung der Menscherneuerung mit den geniüthaften und geistig-sittlichen Kräften des Judentums entziehen und so die Bewegung hemmen, in unseren Reihen belassen dürfen. Wir kennen wohl die Grenzen menschlichen Vermögens, wissen genau, dag in den Kleingemeinden auf ganz anderen Grundlagen neu aufzubauen ist denn in den Städten. Aber wir müssen den Willen'Züm Wachstum voraussetzen und darum auch die Bereitschaft, der Eigenart angepatzte Antriebe zum Wachsen anzunehmen. „Wer nicht zunimmt, nimmt ab". Dies weise Hillel-Wort gilt uns als Mahnung. Wir aber müssen zunehmen, denn wir fühlen uns verantwortlich für die Zukunft der deutschen Judcnheit, die so. wi^sie ist, nicht fortbestehen kann. Ja, wir wollen dem Verfall neue Kraft, der Entjudung Judentums-Bejahung. dem Verzweifeln an der religiösen Form Ausspüren des göttlichen Odems in den bedeutsamsten Formungen entgegenhalten, und wir wollen an die Stelle des Auseinanderstrebens deutscher Judenheit, auch ihrer Jugend in feindsinnige Ereile und Splitterchcn die grotze Einung im Geiste der Bruderschaft treten lassen. Darum mutz unsere Fahne der aktiven „Neutralität" kühner denn je entfaltet werden. Denn in den Wcchen und Monden der Ruhe in unseren Reihen ist die seelische Judenart nicht geringer geworden. Eine grotze Freude bereitete uns die allerjüngste Zeit, und damit zugleich neue Hoffnungen für den Gang der weiteren Arbeit. Man hat nunmehr in den Reihen unserer Wanderbünde die Bedeutung der großen Plattform, die im Grundsätze unserer „Neutralität" gegeben ist, klar erkannt. Dafür legte das Ergebnis der großen Auseinandersebung aus der I. I. W. B.-Tagung in Breidenbach Zeugnis ab. Wir beklagen es, datz in ihrer Folge einige wertvolle jungjüdische Menschen, die wir mit stolzen Erwartungen vor etwa zwei Jahren bei uns begrüßt hatten, angeblich nicht nur aus dem I. I. W. B.. sondern aus unserem Gesamtrerbande scheiden wollen. Aber wir begrüßen andererseits die Klärung nach langer Unentschied-nleit und schier unglaublichen Verworrenheiten, da sie auch die Anbahnung eines wahrhaft organischen und damit harmonischen Verhältnisses zwischen I I. V. und I I W B bedeutet. Ws Gewähr dafür und für die wachsende Erkenntnis der oben gezeichneten

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