Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 12 (1921)
- Issue
- 4 (Sept./Oktober 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitieilungfen des Yeröandes derjüdiscfien Judfcndvereine Deufccfifonds fjeft 4 Berlin, Sept./Ofctober 1921 (5ukko1h5ö82) 12. Jaljrg. Zeiergruß. Ein neues Jahr begann. Und neu versöhnt mit Mensch und Sott trat an Jomkippurs Neige manch junger Jude unseres Bundes aus des Tempels Pforte. Nun aber hielt des Herbstes frohes Erntefest, das wir im schwanken Vau der Sukkoth, voll Danks für des Allmächtigen reiche' Huld verbringen, in unseren Häusern Einzug. Wir grüßen Euch nach langem, peinlich langem, unfreiwilligem Schweigen mit frohem Brudergruß am Tage des Hüttenfests, des Lulaf schönen Strauß in Eurer Rechten, des Esrog edel-süße Frucht in linker Hand, — so steht Ihr, unsres Grußes längst gewärtig. Laßt mit dem Gruße Bitte uns verbinden: Bewahrt den Friedensgeist, den feinen Feiersinn, wie er symbolisch aus dem Festesstrauße spricht! Dann erst seid Ihr die rechten Schaffer im Geist der Liebe, der der Geist ist unseres Bundes. Die Führerschaft des I. I. B. Große pause und neuer Auftakt. Es gibt im tätigen Leben der einzelnen wie der Menschenoerbände Zeiten der Rast, Pausen, die naturnotwendig sind, da nach einem Hochmaß der Arbeit Geist und Körper neue Kraft aufspeichern müssen. Doch wir armseligen Menschenkinder pausieren auch gar oft aus mangelnder Entschlußkraft und fehlender Schaffenslust. Seien wir ehrlich, eine solche Pause ojus Armut liegt hinter uns. Im Tone ernsten Vorwurfs sei's den!meisten „Führern" und der großen Menge der uns angeschlossenen Jungen und Aelteren gesagt! In Cassel war an leuchtenden Maientagen ein Leuchten in mancher i jungen jüdischen Seele entstanden, mancheiner hatte das Beglückende eines Lebens in edler, jüdischer Geistigkeit empfunden. Wir hofften, daß viele Lichtträger von dort in die Lande ziehen würden, und daß dann in unseren Bünden ein neues, starkes Leben aus erneuerten Kräften des Judentums anheben werde. Statt dessen begann fast allenthalben der Sommerschlaf, und fast nur bei den Wanderern war eifriges Regen. Selbst die Worte von Cassel, die von begeisterten Freunden in einem Sonderheft .jüdische Jugend" festgehalten i