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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-08-01 · 3 (8.1920) · p. Seite 83

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
3 (8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 83 (sequence 29)
Language
German
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83 Sandsteingemäuer, und aus den hohen Wänden brach das Efeu- Symbol des Neulebendigen, das I aus dem Alten sich gebiert. Doch nicht allein zur Auseinandersetzung über letzte Probleme war man gekommen, lebensfrohe Jugend drängte zu Spiel und Sport, und herzerquickend war cs auf weitet Mainwiese, eingerahmt von hochragenden burggekrönten Höl>en,! Hunderte junger jüdischer Knaben und Mädchen Körpcrkrast und Körpergeschicklichkeit in edlem Wettkampf messen zu schen. Da -wurde Jugendkrast und Zukunftshofsnung lebendig. Hättet ihr sie hättet jenem Greise Recht gegeben, der als Zuschauer sagte: „Möchten doch alle Eltern und Alten schäftigkeit und Enisigkeit nach Feuer um den brodelnden Kessel schauen können, diese Jugend, ihr dies Bild der Kraft und Einigkeit sehen und neues Vertrauen müzte alle beseelen!" Hättet ihr alle Euch auch i iberzeugen können, mit wieviel (&?- des Tages Mühe allenthalben die entfacht wurden. Nicht Leckerbissen bot das einfache Mahl, keine gcivohntc Behaglichkeit begünstigte gedankenloses Genießen, um gemeinsame Schüssel saßen hier Landswannschaft für Landsmannschaft! und einfachste Kost mundete besser, als die ausgesuchtesten Leckerbissen. Das war Gemeinschaft und Einfachheit nicht mehr des Wortes, sondern der Tat. Hatte der Tag die Einzelmenschen in gemeinsamer Zwiesprach, im gemeinsamen Wettkampf, iyi gemeinsamen Lager zusammengeführt, die Nacht brachte am Lagerfeuer das größte Erlebnis der Tilgung. Tiefe Nacht war, haushoch flammte das Feuermeer empor, seine grellen Strahlen brachen sich an den blntigroten Felsnänden. die herniederschauten auf Hunderte in Ergriffenheit versunkene junge jüdische Menschen. Und die 2oI>jC erhellte das Auge und weitete das Herz und ließ im Geiste sich die Hxmd reichn all die, welche gekommen waren aus Nord und Süd und!Ost und West: bis dann der Führer hervortrat mit ausgestrecktem Atm, das Gelöbnis aller in die Worte zu fassen, die wie ein Schnur irt die Nach hinaus klangen: „Einig unter dem Einen — im Willen zur Selbstvervollkommnung als Jude und Mensch!" Und dann stimmten sic's an, erst wenige nur und immer mehr, und schließlich sansgen's sic alle, standen auf und reich ten sich Hand und. Herz und auß hundert Kehlen drang's hinaus ins Land: „Schir haniaalaus". Pei diesem Einklang weltentrückter Stimmung hoben sich aus der Masse die Führer heraus, die im rech ten Augenblick das reckste Wort,j zur rechten Zeit die reche Tat fanden. Tie Wanderer selbst hcchn sich ihre Führer gekürt. Rudolf A p t - Bremen. Heinrich R ich d s k o p f - Tarmftadt, Waldemar

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