Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 3 (8.1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 82 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Kraft an Bräuchen, die sie von je und je umfluteten. Tarum bejahe jüdische Jugend vor allem jüdisch-religiöses Grundgefühl und lasse sich von ihm und nur von ihm zu allen Bräuchen leiten, die seines Webens Spur zu verraten scheinen. Bei solcher willensmäßigen Einstellung unserer Jugend wird auch sie jenes Wort aus freideutscher Feder wahr machen, das Sie mir als Leitmoftv für junge Menschen entgegenhielten: „Religiöser Wille und religiöses Tun wird so diszipliniert werden, daß die Einheitlichkeit der Aktion unserer Jugend-Gemeinschaft gewährleistet ist." F r a n k f u r t a. M.. 18. Juli 1920. j Mit Bundesgruß! Dr. G u st a v Löffler. fpeudendepg (2. nnd 3. August 1920.) Am 2. und 3. August 1920 hat in Freudenberg a. M. die erste Wandcrtagung im Verband der jüdischen Jugendvereine stattgcfunden. Eine folgerichftge Entwicklung führt über Nürnberg, dem Ort der bayerischen Telegicrtentagung> Eisenach, der Tagung des Rcichsverbandsvorstandcs, zu den erlebnisschlveren Tagen von Frendenberg, wo der „jungjüdische Wanderbund im Verband der jüdischen Jugendvereine" geboren wurde. Hatte in Nürnberg drängende, im Jüdisch- und Menschsein lebendige Jugend ihre Forderung nach Vergeistigung und Verjüngung des Verbandes zum ersten Male in elementarem Ausbäumen gegen schläfrige Lässigkeit stürmisch und ungeduldig erhoben — erhielt in Eisenach die Jugend Gelegenheit, durch ihren^Eintritt in den Derbandsvorstand ihre Forderung der Verwirklichung näher zu bringen und mit diesem Selbstbestimmungsrecht auch Mitverantwortlichkeit zu übernehmen —, in Frendenberg wurde dieser neue, junge Geist erste, frische Tat. Mehr denn 400 Buben und Mädels, Jugend- und Wandergruppen ans allen Gauen Teutschlands, versammelte der Morgen des 2. August im'Burghof hoch über dem Maine; alles aufrechte, be- ’ geisterte junge Menschen mit leuchtenden Augen und wannen Herzen. Um die. geistige Einheit rangen sie im ernsten Rat der Führer und fanden sie im Willen zur Vervollkommnung, im Willen zu einem neuen, in zukunstsfrohem Judentum verankertem Menschsein. Malerisch gruppierten sich die Buben und Mädels in ihrer farbenfrohen Wandertrackst am steilen Hange, ringsum altes wettererprobtes