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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-08-01 · 3 (8.1920) · p. Seite 81

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
3 (8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 81 (sequence 27)
Language
German
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81 -+- danach noch einmal — in der Richtung dieses Gefühls. Im Unterbewußten entquillt alle Religiosität. Doch verschieden weit von der Grenze der Bewußtheit ab liegt bei den unterschiedlichen religiösen Gruppe» den- U r s p r u n g s q u e l l. Aus Form und Weihe von - Ewigkeiten erheben sich die Wellen jüdisch^religiöser Strömung: nur Göttliches „von Ewigkeit zu Ewigkeit" Seiendes spendete der Quelle ihr heiliges Naß. Nichts Irdisches, Diesseitiges, nichts aus und in der Zeit Geborenes hat sich dieser Keimstätte jüdischer Religiosität beigemengt. Christentum wie Islam und Buddhismus enthalten schon im Fluidum des Quells jene Glaubenselemente, die aus diesseitigen Ereignissen sich bildeten^ (Jesus- und Buddha-Gläubigkeit.) Geladen mit reinen Ewigkeits-Spannungen, brandet darum die Woge der Religiosität an das Tor jüdischen Bewußtseins und erfüllt es mit ihrer heiligen Flut, so die Herkunft aus Ewigkeiten-Ferne offenbarend. Und so gefchieht's, d^ß des Juden ganzes Wesen in eigenartige Spannung gerät und bei Gestaltung des Gefühls durch raschen Gedanken zu Wille und Tat andere Richtung wahrt als die religiöse Gestimmtheit andersartiger Menschen. Ter Jude bleibt, auch da ihm seine religiöse Bewegtheit bewußt geworden ist, auf die Ewigkeit, als die Sphäre de- Göttlichen, eingestellt. Unmittelbar auf das Göttliche! Sein Gefühls^rang nimmt den Weg nicht über das Mittlertum eines vergotteten „Menschensohns", noch über das Nirwana einer seligen Insel irgendwo im Weltenraume.- Das ist freilich die Eigenart religiösen Erlebens! nur des Juden, dessen Wesen durch die Zeitbedingtheit allzu verstan^csmäßiger Grübeleien, genannt Naturalismus und Rationalismus, ^n i ch t verfälscht ist. Das gilt nun oft leider nicht für Jung wie Alt Unserer Tage, weit über den Menschcnkreis hinaus, für den Sie, lieber Freund, sprechen. Ta ist viel Fremdes, Irdisches, Unheiliges weit!unter die Bewußtseinsschleuse hinab in den Strom religiösen Fühlers gesunken. Werdet Ihr die Kraft, werdet ihr den Willen finden, dies Unheilige zu heben? Mich dünkt's wichtiger, dringlicher denn nach!„neuen Formen" zu suchen, in denen sich Euer Gefühl zeigen könnte. Lauscht hin auf die Klänge in Eurem Innern, die aus alten Zeiten noch in Euch schwingen und vom religiösen Sein des „Gottesvolks" in feierlichen Akkorden künden. Tann wird Euer Mund nicht mehr dajs unjugendliche Wort sprechen: „Wir können nicht zu allen Fprmen den Weg suchen, weil wir nicht zurückfinden wolle n." Religiös-schöpferisches Gestalten wird nicht aus Verneinung, sondern nu^ aus dem Standhalten gegenüber religiösen Gefühlswogen-, und jdiese brechen sich oft mit besonderer

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