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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-08-01 · 3 (8.1920) · p. Seite 79

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
3 (8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 79 (sequence 25)
Language
German
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79 fln a?ort an Einen und für manchen. Lieber Rudolf AptI In Ihrem jüngsten Schreiben rühren Sie an Fragen von höchster Bedeutung für die Allheit unserer Jugend. Darum antworte ich Ihnen schnell und f)ier, auf dem Forum der Oeffentlichkeit. Sie fordern — trenn ich Ihre wesentlichen Gedankcngänge in großen Strichen nachzeichnen darf — Klarheit und Stärke in der Erkenntnis von Ziel uni» Weg unserer Bewegung, auf daß Führer und Einzelne kräftigen Schrittes ihm zristreben können. Weg und Teilziel, wie sie sich aus d:m „Jungsein" ergeben, schaut Ihr Auge sich klar abheben; es ist das Leben und Wirken in Gemeinschaft aller, um sittliche Erneuerung! ihres Selbst und der andern sich mühenden jungen Juden. Aber svo ist das Flammenzeichen des „Jüdischen", das fern oder nah aufliuchtend unseren Schritten Festigkeit gebe? — so klingt's bang fragend aus Ihren Worten! Jüdisches Sein bedeutet Ihnen und dem Menschenkreise, für den Sie sprechen, nicht ppcr nicht letzten Endes das „Zusammengehörigkeitsgefühl" ethnisch gleichartiger Menschen, vielmehr die Aeußerung des allmenschlichen Gefühls der Religiosität in besonderen, eben jüdischen Erscheinungsformen. Das entscheidend Jüdische also sehen Sie in den F o r m e n, die der junge Jude als Ausdruck seines religiösen Fuhlens findet. Und aus solcher Stellung zum Jüdischen ersehnen Sie Branche, die alle jungen Juden froh bejahend üben könnten, da Sie „zu allen (wohl allen alten? G. L.) Bräuchen nickt znrückfinden wollen".! s Als Antwort, knapp aber zißlsetzend, zunächst dies: Jungsein des heutigen Juden unseres grdßen Bundes erschöpft sich keineslvegs in dem Jugendbegriff der ansiern, der edlen „Freidcutschcn" zumal. Daß uns der Wille zur Gemeinschaft als Enkeln prophetischer Minen im Blute keimt und darust, mit urhafter Getvalt zur Verwirklichung treibt, ist gradlveiser Usiterschied, doch nicht von wesenhafter Wertigkeit. Wohl aber, daß Jsingsein uns Juden Verjüngung jüdisch-religiösen Seins bedeute! Mir wollen nicht mehr wie gestern und abergestern die religiöse Händlung aus dem Bereiche klug abwägender philosophischer, will sagen erkenntniskritischer Betrachtung hübsch langsam und säuberlich sich fügen lassen; Gefühl uird inuner wieder Gefühl hege und trag!e die Tat. Doch, ich höre Ihre Zweifel: „Wie soll sich jugendstarkes Fühlen int Juden in religiösschöpferischer Tat auswirken, wenn die Formen, die Handlungen, die

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