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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-08-01 · 3 (8.1920) · p. Seite 61

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
3 (8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 61 (sequence 7)
Language
German
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3ur Palä|tijna-Frage*) | j. An Ephraim Asi^hkenasil Ganz selbstverständlich hege ich gleich Ihnen den Wunsch, möglichst vielen heimatlosen und verfolgten Juden zu einer Heimstätte in Palästina zu verhelfen. Maßgebend für mich ist dabei ein doppelter Gedanke. Einmal möchte ich den betreffenden Stammes genossen zu einer „Heimat" verhelfen, in, der sie sich frei und ungehemmt in ihrer Eigenart ausleden und der Menschheit — hoffentlich — noch manches wertvolle Kulturgut schenken können. Zweitens verspreche ich mir von der Besiedlung Palästinas mit einem größeren Bruchteile der Juden insofern segensreiche Folgen für die Gesamtjudenheit, als dadurch — wiederum hoffentlich — die übrige Menschheit neuen Respekt vor jüdischer Kultus bekommen wird, und ferner eine reinliä>e Scheidung zwischen Nationaljuden und solchen Juden, die in ihrem Heimatlande und ihrem Heimatvolke so fest wurzeln, daß sie sich nicht davon abzulösen versnögen, eintreten wird. Wir alle können eine'solche Entwicklung nujr begrüßen. Diese Grundanschauungen nöfigen jedoch nicht, wie Sie anznnehmen sck)einen, dazu, den in Jhfem Aufsatze ausgesprochenen Gedanken restlos zu folgen. Ich will!mich von jeglicher parteipolitischen Betrachtungsweise frei zu machen versuchen, soweit dies für einen Mensck>en möglich ist, der seit mehr als zehn Jahren im Parteikanipfe lebt. Und da muß ich, vom Standpunkte ^ines neutralen Jugendvereinlers aus, sagen, daß ich Ihnen nicht in allem zuftimmen kann. Zweierlei ist es, in dem ich Ihnen widersprechen muß. Zunächst — ich halte mich an, die von Ihnen gewählte Reihenfolge — kann ich mich nicht damit einverstanden erklären, daß unser Verband eine größere Summe für palästinensische Zwecke freimachen soll. Wir erleben es täglich, daß uns für die wichtigsten Tagesaufgaben unseres Verbandes, wie die „Mitteilungen", das Verbandsbureau usw., die Mittel fehlen. Wie können wir es da verantworten, für so verhältnismäßig fernliegende Dinge, wie Institutionen in Palästina es für unseren Verband sind, größere Beträge aufzubringen! Ueberdies bin ich der Meinung, daß es in unserem Heimatlande Deutschland noch genügend jüdische Wohlfahrtseinrichtungen gibt, die unserer Unterstützung im höchsten Maße bedürftig und *) Bergt, den Palästina-Artikel fidn Ephraim Aschkenasi in Heft 2 der „Milteilungen".

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