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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 49

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 49 (sequence 23)
Language
German
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Veit-Programm auf gestellt. Aus der Erkenntnis heraus, daß die bloße WisfenSfürderung durch Vorträge u. dergl. die Jugend nicht nur nicht befriedigt, son» dern jede innere Fühlungnahme unmöglich macht, find wir dazu übergegangen, alle die Menschheitsprobleme, mit ivelchcn heute die Jugend ringt oder zu rragcn geivillt ist, herauszugrcifen und gemeinsam zu besprechen, auf daß sich neben die Wlssensanhäufung die Ausbildung des sittlichen Fuhlens und Wollens der Jugend stell«. — E>s galt zuerst einmal die große Linie zu ziehert, um dann allmählich zu den Einzelproblcnrcn übcrzugehen; als alles umfassendes Leitmotiv stellten mir hierbei auf: Was hat die Jugend kraft ihrer Jugendlichkeit Ikeuhs zu schaffen? Demgemäß gingen wir von dem Problem „Jugend und Älter; Kanrpf oder Verständigung?" aus, wurden unS darüber klar, was jung und! was alt sein heißt, stellten eine tief« Kluft zwischen Jugend und Alter fest, der nur dadurch ein Gegengewicht geschaffen werden kann, daß Sie Jugend zeigt, was sie aus sich heraus schaffen kann. Eine vergleichende i Betrachtung zeigte uns, wie sich das jüdische Schrifttum zu den Problemen „Väjer und Söhne" verhält. In logischer Folge reihte sich hieran eine Gegenüberstellung ter heutigen Gesellschaft und der von der Jugend erstrebten Gemeinschaft. Aus der Ablehnung der durch Materialismus, Technizismus und Mechanismus vergifteten Gesellschaft wurde der Wille zur Gemeinschaft, erfüllt von der neuen Geistigkeit, d. h. Bildung deS Verstandes, des Willens und Charakters, des Gemütes und der Seele, kraftvollst bekundet. Inwieweit Wissensanhäufung oder Willensausbildung für die Erziehung zum Menschen als nützliches GemeinschastLgäied dringlicher ist. behandelte ein wefterer Abend. Weitere Besprechungen über den „Dienst am Geiste; wie fördert ibn unsere Jugend?", Gesellschaftsmoral ^ind sexualethische Fragen. Politik und Ethik,! Stellung der Jugend zur politischen Erziehung, werden diese Jdeengänge der- > vollständigen. Ein musikalisch-deklamatorischer Abend soll den Einfluß des I jugendlichen Geistes in der neuen Kunst (Schreker. Werfel, Barbusse, Ludwig Rubiner: Tie Gewaltlosen) zeigen. Durch ganz junge Menschen oder durch solche mit stark jugendlichem Fühlen werden eingangs kurz« Referate über die angeführten Themen gegeben (die einschlägige Literatur irurde vorher bekannt gegeben); anschließend Diskussion, die zeitweise mit so viel Lebhaftigkeit einsetzte, daß für die einzelne» Themen noch eigene Besprrchungsabende einge- : schoben werden muhten. W:r sind uns bewußt, daß mit diesem Uebepgang zur! Jugendarbeit im Sinn« unseres Führers Tr. Löffler ein Schritt vorwärts getan ist und möchten nur noch denjenigen, die vielleicht über die Wirksamkeit' > eines solchen Programms aus das Interesse der Mitglieder ein wenig den Kopf schütteln, mitteilen, daß nicht nur die Beteiligung eine von Abend zu Abend •. stärkere war. sondern tatsächlich ein inniges Zusammengehörigkeitsgefühl ge-

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