Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 2 (6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 41 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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41 den, welch' tiefes! Sehnen nach religiös e .nt Erleben unsere Jugend erfüllt. Aoch weit mehr als bei den Verhandlungen selbst trat dies bei den! zwischenzeitlichen Gesprächen, im freundschaftlichbrüderlichen Gefühls-Austausche in den Tagen nach der offiziellen Konferenz in Erscheinung, am unmittelbarsten und innigsten aber wohl bei der gemeinsamen Freitag-Abendscier, die dem spontanen Wunsche der ausstmrtigen Freunde entsprang. Schwierige, aber 3»' gleich dankbare Aufgaben für unsere Führer und erfahrenen Freunde tauchten auf, da j der und jener darlegte, daß ihm Religion nicht Wissen von Geschichte und Bräuchen, sondern Fühlen sei, und er alles willkommen heißes auch Formen, wenn es diesem ehrlichen Empfinden gemäß seil Welch gewichtige Rolle man hierbei dem jüdischen Lehrer beimißtj zeigte manches Wort höchster Achtung, das neben ernster Kritik-gegenüber einzelnen Vertretern des Staubes laut wurde; es erhellt aber insbesondere aus der Entschließung, die für eine günstigere materielle Stellung der Bildner unserer Zukunftsburgen mit Wärme eintritt. Tiefe Bekundung bedeutete freilich nicht inehr und auch nicht weniger als die Achtung unserer Jungen vor dem „Tokc'in" als dem Wissenden, und sie zeigte zugleich den klaren Blick für die Notwendigkeit einer gesicherten Lebenshaltung als Vorbedingung für höheres Streben und S^in. Aber" man sei sich im Kreise unserer jüdischen Lehrer und Rabbiner darüber ganz klar, daß ihnen Gefolgschaft und gar Liebe aus den Reihen dieser neuen Jugend nur dann erblühen wird, wenn sie selbst weit mehr als Wissende sind: ganze, reine, höhere Menschen, mit mächtigem Lcbensgefllhle und tief religiös im ganzen Zuschnitt ihres tätigen Lebens. Auch der jüdische Lehrer, wenn er von solchem Gepräge ist, wird als „Führer" froh gegrüßt. Das zeigte der Jubel, der den jugendfrifchen Worten des Coburger Lehrers und Predigers Hirsch folgte. So fand auch die Frage nach der notwendigen Artung des „F ü h re r s" jüdischer Jugend in Nürnberg eine vorläufige und darum nur kurze,- aber doch klare, aus der Geistigkeit der Erneuerung geborene Beantwortung. Und nun werde der Wahrheit die Ehre:'Der Jugendgeist, der so edel über allem in Nürnberg Gesagten und Gedachten als Obcrton schwang, sprang am quellfrischsten aus der Rede unserer jüdischen Wanderer. Ob nun die Rückkehr zur Natur ihnen die Ursprüng. lichkeit und Unverbogenheit wahrte und sie vor dem Kompromitz- .wesen der „Alten" behütete, oder aber ob eine neuartige Einstellung auf die Welt und die Dinge in ihr sie zur Natur hinsührte, — ihnen 1