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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 37

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 37 (sequence 11)
Language
German
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37 Sebanken zum 1. Delegiertentag des Canbesoerbanbes ber J.). D. in Bayern am 13. Mai 1920 in Nürnberg. Von Julius Dingfelder, München. Dieser Tag wird einen Merkstein in der Geschichte der neutralen jüdischen Jugendvereine bilden. Wer ihm anwohnte, dem werden die Stunden, die er mit Gleichgestimmten und Gleichgesinnten erleben durfte, unvergeßlich bleiben. Aus allen Gauen Bayerns und des Reichs waren die Abgesandten der Vereine und Verbändedem Rufe nach Nürnberg gefolgt. In unserer Mitte weilten llr. Apfel, der treffliche Steuermann des Verbandes, und vr. Löffler, unser geistiger Führer. Alle waren von dem gleichen Willen beseelt, auf den von Löffler gezeigten Bahnen unseren Führern zu folgen, einmütig und erfüllt von jener warmen Herzlichkeit, die uns als Brüder bindet. Der 13. Mai erfüllte unsere Hoffnungen und Wünsche und zur Wahrheit wurden die Worte Löfflers: „Ter Jugendverband, sucht klaren Blicks und frischen Plans den Vcrjllngungsprozeß der deutschen Judenheit, vielleicht der Judenheit überhaupt fortzusetzen, indem er dem Uebermaß an Intellektualismus, dem mechanischen und im höchsten Sinns unproduktiven Anstapeln von bloßem Wissen ein starkes Gegengewicht im Bejahen des Gefühlsmäßigen schafft, das gesund und starke unverfälscht, rein und beglückend schön wie in keinem späteren Stande des menschlichen Lebens aus der Seele des jugendvollen Menschen blüht oder zum Erblühen gebracht werden kann!" (Brief an Apfel, Mitteilungen Nr. 1.) Diese Worte fanden Widerhall in aller Herzen. Aufbaucna auf den Grundsätzen der Menschenliebe und Sittlichkeit, die uns unsere Religion lehrt, wollen wir veraltete Vorurteile stürzen und den zerrüttenden Parteienzwist von unserer Gemeinschaft fernhalten. Aus den Jugendvereinen sollen Jugendgemeinschaften entstehen und pie jüdische Jugend soll einen Hauch des Geistes verspüren. der eirie Erneuerung der Gesellschaft und die Bejahung der geistigen und gefühlsmäßigen Werte fordert. Unsere Tagung bot das Bild einer solchen Gemeinschaft. Wenige Stunden nur vereinten uns und doch waren wir bald die besten Freunde, die durch gemeinsame Arbeit, gemeinsames Fühlen pnd gemeinsames Glauben verbunden waren. Aus den Augen und Herzen 'sprach jenes Gefühl der Brüderlichkeit, das man nur im tiefsten Innern erleben kann. Ta waren die Würzburger Wanderbrüder, die uns frischen, ftohen Wandergeist milbrachten und ihren Ruf zur Natur vernahmen wir gern. Tie Münchner betonten die Unabhängigkeit der Bewegung von nirgend einer religiösen oder politischen Richftrng und forderten dafür die Erziehung zu religiösem, jüdischeni Empfinden und zm praktischen Betätigung jüdischer Sittenlehre. Gesun» - des. frisches und jugendstarkes Leben wollen und müssen wir in 3»

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