Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 2 (6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 34 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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dar Siel der Belnegung schon klar ins Auge gefaßt hat und hier einer Beeinflussung nicht mehr bedarf, ist diese bei dem anderen Teil, nämlich der Heranwachsenden Jugend, ein durchaus einfacher. Das Beispiel ist hier der Erzieher. Und aus diesem Grunde halte ich eine gewisse Getrenntheit vom Verein und vor allem unbedingt innere Selbständigkeit für etwas für die Wanderbewegung unbedingt erforderliches. Das Dominierende ist hier, wie schon ans dem Worte hervorgeht, das Wandern. Das Zweite tnäre die geistige Ausbildung, die je nach dem Alter sich steigern soll. Dem Ersteren liegt die körperliche Ertüchtigung zu Grunde, aber auch tiefer greifende Wirkungen sollen hier erzielt werden, so die Abkehr vom Materialismus ohne Kasten, und Klassenunterschiede, die Vorstufe zu der uns vorschwebenden Gemeinschaft. Neben Mandern.Uoll möglichst viel Sport getrieben werden, wie Leichtathletik, Spielen, Schwimmen, — Dinge, die sich beguem auf Fahrten ansführen lassen. Wenn Zeit vorhanden, wäre ein besonderer Turnnachmittag bezw. -Abend sehr erwünscht. Allerdings darf ein Heimnachmittag oder -Abend nicht darunter leiden. Die durch da? Wandern geförderte Abkehr von hem Materialismus, ebenso wie das hier gepflegte soziale Empfinden, soll im .Heim eine festere Gestalt erhalten. Das geschehe entweder durch entsprechende Lektüre oder durch Aussprache zwischen Führerschaft und Wanderern. Einen ebenso breiten Spielraum soll naturgemäß das Religiöse bier finden. Eine gewisse Norm läßt sich da, wie überall, nicht ausstellen und wäre auch falsch. Jedem Führer muß hier, wie im Verein möglichst große Selbständigkeit gelassen werden, da wohl das Wichtigste mit. hier wie dort, die individuelle Behandlung zunächst des Ortes und dann auch des einzelnen Menschen sein muß. was hier wiederum notwendig macht, alles in kleine Untergruppen zu teilen. Nun noch eine kurze Stellungnahme zu den Jugendgrnpven. Das, was der hessische Landesverband im lebten Fübrcrblatt als Arbeitsplan für Jugendgrnpven heran? gebracht bat. fällt nach vorstehendem weg, da dies sa alles eine spezielle Aufgabe unserer^ Wanderbeweaung ist, dessen .Hauptstütze gerade diese Jugend sein soll. Diese nochmals beraiiszuareifen und in Jugendgruppen zu organisieren, ist vollkommen überflüssig und zudem noch gefährlich, weil die Gefahr nabe liegt, daß dadurch ein Konkurrenzkampf innerhalb unseres Derbandes entstehen würde. Und was da? bedeutet, das brauche ich wohl nicht näher auszuführen. Aufgabe und Arbeit? — ..Von innen," sagt Buber. Ja. es kommt aus unserem Innersten der Wille, der unbeugsame Wille, heraus aus der Nichtigkeit und Geringwertigkeit des Auaenblick-Seins. heraus aus der Welt der Materialiüerung. Mechanisierung. Wir wollen leben, nicht gelebt werden: wir wollen schaffen, nicht geschaffen werden. Nicht die grinsend glatte Vernunft soll uns tragen, nicht leere Worte, sondern das Gefühl unseres innersten Erlebens, das Bewußtsein, aeliebt zu werden, sotern wir einen Funken Liebe ausstreuen. Und die Jugend ruft euch allen' zu: „Wir schaff e§ es 1" Alfred Cahn, Würzburg. ' j