Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 2 (6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 33 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Kreis innerhalb der Verein« unter besonderen GlückSumständen nur um eiy Weniges vermehrt werden kann. Das ist der Umstand, der lebten! Endes dazu geführt hat, die Wan-erbewegung als den zukünftigen Machtfaktor unseres Verbandes zu betrachten. Zunächst die erste Gruppe. Sie ist der geistige Mittelpunkt des Vereinslebens. Dir haben gesehen, daß die bisherige Arbeitsmethode, die zum größten Teil daraus bestand, Vorträge, Kurse, auch fremder Sprachen und Vergnügungen abhalten zu lassen (nur um etwas auS der Maste heraus zu greifen), durchaus verfehlt gewesen ist. Es geschah und geschieht noch zu vieles, was stch mit den Wesensfragen der Idee gedanklich gar nicht beschäftigt. Vorträge mit Aussprachen stnd an und für sich sicherlich wertvoll und für manchen unserer Mitglieder von größerer Bedeutung, jedoch Anregungen, wie sie hierbei meistens nur gegeben werden, bleiben nur Anregungen und verlauten im Sande, wenn man ihnen nicht dauernd Nahrung gibt. Und so sosite nicht die Diskussion am selben Abend das Wichtigste sein, sondern dir Abende, die eigens zur Aussprache irgend eines vorherigen Vortrages probsematischer Art, je nach dem Interesse öfters, anaeletzt werden. Dabei muß natürlich endlich einmal Schluß damit gemacht werden, das Quantitative, das uns bi? beute das geistige Brot nur gestohlen bat. als Maßstab der Geistigkeit zu betrachten, die Qualität muß die Triebkraft unterer Arbeit werden; dann wird sich viele? von selbst bessern. Dort, wo Aushängeschilder mit den herrlichsten Titulaturen und endlosen Ziffern prangen, ist gewöhnlich nicht viel zu holen. Werner bin ich der Ansicht, daß die nicht indischen Charakter tragenden Veranstaltungen einzelner Vereine einen viel zu großen Spielraum in ibreni Programm einnehmen. Wir dürfen hier am allerwenigsten eine Konzession machen die nur darauf ausgeht, Mastenznsammenkünfte zu erwirken. Vergnügungen sollen in beschränktester Zahl stattsind"n und auch dann nur an solchen südischen Jesttaaen. die der Freude geweibt sind. Die Einrichtung von Kursen südischen und allgem->in menschlichen Inhalts, ebenso wie von Seminaren sind dringend zu empfehlen, aber ja keine Sprachkurse, di» durch ihren mehr materiellen Zweck nur eine Ablenkung von unserer 'roßen Ausgabe zur Folge haben. Ganz von vorne müsten wir an» ingen und uns zuerst all dessen entledigen, was nur mitlausen wist und auch nur kann. Je kleiner der Kreis ist und ie ansaewählter. inn so eher werden wir zu der großen Gemeinschaft kommen, nicht nur innerhalb der Judenbeit, Wadern der ganzen Menschheit. Nicht Unsittsichkeit ist dieser Eleltizismns. dieser Egoism,,?. wie ibn Hr. Löffler be'eichnele. sondern ein natürlicher Erhaltungstrieb, eines der zehn Gebote kür eine Bewegung, die eine Bewegung bleiben will. Ganz anders verhält es sich da mit unserer Wanderbewequng -wie schon gesagt Die Qale. die sich inmitten der Düste Verein gebildet bat. soll dieser Wand»rhewegnng das geistige Rüstzeug geben, soll auch geistige Führer stellen, die der Heranwachsenden Tugend die ' neue Lebre predigen sollen, bi? die Keit kommt, wo die beiden Gruppen eine Einheit werden. d>e, die Masse umfassend, hie erstrebte Gemeinschaft pflegt. Während die sogen, reifere Jugend, die bei uns ist, 9*