Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 2 (6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Leben, innerer I Zwang jein. So lange sie Phrasen bleiben, wie eS lerber ber dem größten Lette heute noch der Fall rsl, wird das Ideal der neuen Gesellschast, allgemeinverstandlicher gesagt, Gemeinschaft, eine Fata Morgana blerben. Wir im Verbände der ludijchen Jugendoereme ^eul>a)wnos sieyeu an eme>u Weudcpunlt unseres Daseins. ES ' y verlangt die wahre Jugend in ihm, ein vtecht,.das ihr bislang veriveigert Jr worden tt, ei» stecht, das heule von vielen, auch bei uns anerkannt wird. t-?. Nun etwas zur Lösung unserer Ausgabe, zur praktischen Arbeit. Es klrngt ja säst banal, wenn lch Gedanken. deren Größtes und Bestes un Ge,uhl liegt, durch nüchterne Praxis sozusagen in den Staub ziehe. Tem ist aber nicht so; für mich bedeute! die Praxis erne Steigerung der gesühlsmaßig ersaßlen Idee. Buber jagt, wiederum in seuiem „Heiligen Weg": .Ftlchl das gedankliche Erfassen des Geistes, nicht sein bildnerisches Ausjprechen ist die dem Judentum vorbehallene Ausgabe, sondern des Geistes der Verwirklichung...., die Wahrheit als Lar ist sein Ziel, ihr zuzustreben sein Sinn und Verstand. „Das, was uns veranlaß!, -vom alteingetretenen Weg der Gewohnheit, des Alters könnte es auch heißen, abzugehen, geschieht aus Grund der Erkenntnis der Gesuhlswahrhastigteit des menschliäsen Lebens. Mit ihrer Hilfe wollen wir neue Werte schassen. Ganz kraß ausgedrückt, ruhig einmal etwas verkehrt machen, um gerade aus den Fehlern zu lernen und neues daraus zu schöpfen, als iuiiner und ewig dem Wegweiser zu folgen, der nur zu ein und demselben. Ziele fü*"— «unb uns nichts Neues, Begehrenswertes erschließt. Tenn Tatsache ist M und bleibt es, daß gerade sriscl)e, wagemutige Jugend uns viel ne»e W Gebiete erschlossen hat. * Nach der Entwicklung der Lage im Verbände läßt sich in der praktischen Arbeit auch eine Zweiteilung vornehmen. Gerade in der allerjüngsten Zeit haben sich hier zwei Gruppen herauskristallisiert, die jede in ihrer Art zu Trägern unsere Idee berufen ist. Es sind dies.die Menschen, die infolge der verschiedensten Taseinsinomente einen neuen Weg gesucht und ihn in unserer Idee gefunden haben. Und dann wir, die wir glauben, durch die-Wanderbewegung dasselbe Ziel zu erreichen. Jetzt möchte ich auf die eingangs gemachte Bemerkung zurückgreisen, in der es sich um die Bejahung unserer Bewegung handelte. Gerade die , letztere Gruppe war es, die den Entwicklungsgang der Idee am schnellsten durchlaufen, auch dem ersten äußeren Umjchwang herbeizusühren versucht hat. Das Interessanteste und das Glücklichste für uns -dürste wohl sein, daß der Hauptfaktor . der Jugend in dieser Bewegung sich in einem Alter zwischen 14 und 17 Jahren bewegt, mit Ausnahme ihrer Führer natürlich. Sie war es, die nicht durch Lesen von Blüher, Wynecken und anderen sicher zu dem kam, wie die erste Gruppe, sondern ihre ureigene Natur bäumte sich auf gegen Nichtigkeiten, die der Alltag zu Wichtigkeiten gemacht hat. Daß hier naturgemäß die praktische Arbeit eine ganz wesentlich einfachere und von vornherein erfolgreichere sein wird, alS die der anderen Gruppe, sieht jeder sofort ein. Das Wesentlichste in der Verschiedenheit liegt aber wohl darin, daß die Wanderbewegung ' imstande ist. den ganzen Nachwuchs zu erfassenj während der kleine S