Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 256 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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256 Seiten der Verbandsleitung enthält ebenfalls eine Materie, die noch technisch geprüft tverden muß. Er ist deshalb auch einstimmig von -er Antragskommission dem Vorstände zur Bearbeitung überwiesen -norden. Es liegt nun noch ein Antrag Harburg vor. Der 'Antrag deckt sich inhaltlich mit dem Anträge Spangenberg, wonach kleinere Vereine durch Geldmittel und Redner unterstützt werden sollen. Meine Damen und Herren, es ist dies ein wunder Punkt. Die Verbandsieitung ist sich bewutzt, das; hier etnms vorlag, dem unbedingt abzuhelfen ist, dem aber von seiten der Perbandsleitung a;is dem schon mehrfach erwähnten Grund, nämlich aus Mangel an Mitteln, leider bisher nicht abgeholfen tverden konnte. Nachdem nun heute der Delegiertentag dem Verbände einen höheren Beitrag bewilligt hat. hasst die Verbandsleitung in Bälde imstande zu sein, diesem Antrag, dessen einstimmige Annahme die >loiumiüion ebenfalls empfehlen juöchte, auch wirksam nachznkommen. Spangcnberg: Es handelt sich nicht allein um die Geldmittel, sondern um die tatsächliche Arbeit derjenigen Leute, die, wenn ich so sagen darf, hier und bei sonstigen Gelcgcicheiten wirklich mit schönen Worten der tzugendvereinsfack)e im allgemeinen dienen. Es handelt sich darum, daß diese Leute auch einmal wirklich etwas tun für das Land. Es wird im allgemeinen von seiten, der Juden überhaupt nichts getan für das Land, auch von den Jugendvereinen nicht. Es ist nötig, daß Wanderredner, volkstümliche Redner zu uns komsnen, besonders nach Hessen und dort einmal das jüdische Problem Erörtern. Das wird doch gar nicht gemacht. Ich bin Kaufmann, ich hin kein Jurist, ich kann mich nicht da hinstellcn und den Leuten das ' rprägen. Es gehört einmal dazu, daß man mit lvarmen Worten n Leuren etwas sagt. In der Stadt hören Sie genügend davon; da können Sie sich genügend unterrichten. Das ist luf dein Lande nicht der Fall. Lassen Sie diese Worte nicht ungehört vorübergehcn. Ich denke hier besonders an die Kanonen, wie sich der Verbandsleiter ansgedriickt hat. Wir brauchen für diese ' Sachen unbedingt, die Kanonen. Ich hoffe, das; diese Kanonen sich bei uns bald einstellcn werden. Ich bitte den Herrn Verbar.dsleiter. dafür zu sorgen, daß eine Liste von Rednern aufgestellt wird> die sich, möchte ich sagen, unentgeltlich im Interesse der Sache den kleinen Vereinen auf Anfrage und auf Anforderungen zur Verfügung stellen, und zwar Redner, die wirklich vor allem volkstümlich reden, nicht so gelehrt reden; das verstehen wir nicht. Man mutz zu Herzen!-Ähend mit den Leuten reden. Ich wollte das besonders hier einmal betont haben. (Lebhafter Beifall). Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte die Anregung des Herrn Spangenberg ganz dick unterstreichen. Es lvar der Stolz unseres Verbandes vor dem Kriege, datz wir wirklich „auf die Dörfer gegangen sind" und dort unsere schönsten Tagungen gehabt haben. Ich hoffe, datz wir nunmehr wieder dahin kommen, daß wir in jedes Dorf hineingehen. Ich glaube, datz wir dem Antrag der Kommission stattgeben können.