Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 255 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Dr. Laser-Königsberg: Ich habe zum dritten Male in fortlaufender Reihenfolge — ich mache die dritte Tagung.mit — den Antrag zu vertreten. Ich habe bereits zweimal im vorigen Jahre darum gebeten, daß nach Königsberg oder überhaupt nach dem Osten, besonders nach den Kleinstädten ein Redner geschickt wird. Wir in Königsberg haben schon vor längerer Zeit erfahren, daß wir uns nur auf uns verlassen können, denn wenn wir auf den Verband in . Berlin gewartet hätten, wären wir verlassen. Wir haben es aufge-' gebep, auf den Verband zu warten. Ich wollte nur den Antrag befürworten. Vorsitzender Di'. Apfel: Ich stelle demgegenüber fest, zu den wenigen Verbandsvereinen, wo ich inr letzten Jahre gewesen bin, gehört gerate- Königsberg. Ich selbst habe nicht die Mühe gescheut, nach Königsberg zu fahren und dort über die Jugendbewegung zu sprechen. Es liegt auch nicht im Sinne des Königsberger Vereins, dem Verband einen Vorwurf wegen mangelnder Entsendung von Rednern zu machen. Ein Verein in., einer so festfundierten Gemeinde mutz in der Lage sein, selbst die Bewegung zu führen. (Lebhafte Zustimmung.) Sie müssen überhaupt nicht denken, Herr Dr. Laser, datz der Verband dazu da ist, den einzelnen Vereinen, wenn sie einmal nicht mehr weiter können — das trifft, wie ich ausdrücklich bemerke, nicht auf den ausgezeichneten Königsberger Verein zu — nun durch kostspielige Redner zu Helsen. Der Verband ist keine Prämie für Faulheit, sondern im allgemeinen müssen wir darauf sehen: jeder Verein hat sich aus sich selbst zu erhalten. Der Verband ist nur dazu da, um den Zusammenhalt zu för)>ern und um die Richtlinien zu geben und nur, wo es dann bitter not tut, einzugreifen. (Sehr richtig!) In Königsberg tut das picht not. Ich kenne wenige Verbandsvereine, die so vorzüglich und mit solchem Eifer, dazu noch in Anlehnung an eine Universität, arbeiten, wie der in Königsberg. Ich möchte gerade die Gelegenheit benutzen, um den Königsberger Verain als einen vorbildlichen zu bezeichnen, zumal da mir Herr Dr. Laser eben in der Pause gesagt hat, er würde diese Tagung als Anlatz Pehmen, Königsberg zu veranlassen, aus dem Verbände auszutreten. (r>r. Laser: In welchem Zusammenhänge, Herr Doktor, bitte!) — Soll ich es sagen? (Dr. Laser: Wenn Sie cs so sagen, wie Sie es mitzverstanden haben, ist es wieder eine Entstellung.) — Ra.reden ^vir lieber nicht weiter darüber! Auster-.., dem. Herr Dr. Laser, was wollen Sie mehr? D,-. Laser: Der Antrag ist unterstützt, er ist eingegangen. Ick habe extra gesagt, für Königsberg spreche ich nicht. Königsberg kann sich auf sich allein verlassen. Vorsitzender Dr. Apfel: Wir können nicht mehr tun, als den Antrag einstimmig annehmen, lvas wir eben getan haben. Was soll ich mehr tun? Wir haben ihn einstimmig angenommen. Mehr ist doch nicht zu tun! Ich kann doch nicht von hier aus einen Vortrag nach Königsberg halten. (Heiterkeit.) Rechtsanwalt Kaufmann: Der Antrag Stettin über .den Versand der Mitteilungen des Verbandes an die Verbandswitglieder von