Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 252 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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262 Soweit sind wir noch nicht. (Zurufe von Rechtsanwalt Dr. Königsberger.) Wir erledigen unser ganzes Pensum möglichst schnell, dann kommt, falls die Zeit es noch erlaubt, die Erörterung über das Referat Lange und dann kommen Sie daran, Herr Dr. Königs berger, natürlich, sofern die Versammlung keinen Strich durch die Rechnung macht. RechtsaMvalt Königsbergcr: <soll das ein Wink mit dem Zaunpfahl fein? (Große Unruhe.) Rechtsanwalt Kaufmann-Mannheim: Meine Damen und Herren, ich bitte für einige Minuten um Ihre Aufmerksamkeit. Die Antragskommission hat angestrengt gearbeitet. Die Resultate sollen hier schnell erledigt werden. Je konzentrierter Ihre Aufmerksamkeit ist, desto schneller sind wir.fertig. Tie Mehrzahl der Anträge kann als durch unsere bisherigen Beschlüsse erledigt ausgefchieden iverden. ks liegen nur noch folgende Anträge vor: Ein Dringlichkeiisantrag Berlin: , . ., Ter Delegiertentag hält den Anschluß studeutischer Vereine, welche geinäß 8 1 der Satzungen des Verbandes keine be- ° stimmte religiöse, oder politische Richtung verfolgen, .... für wünschenswert, auch wenn an dein betreffenden Orte schon ein Verein besteht." < Zuruf: Nicht verstanden, noch einmal!) ~ Der Anschluß akademischer Gruppen, die keine politische oder religiöse-Richtung verfolgen, soll möglich sein, auch wenn an dem betreffenden Ort schon ein Ortsverein besteht, der nicht akademisch ist. Diese akademischen Gruppen sollen nur mit Zustimmung . . . lAnmerkung des Stenographen: Der tveitere Wortlairt des Am trages ist iiifolge Unruhe unverständlich.) Meine Damen und Herren, das ist ein sehr heikles Thema, das nch sehr harnilos liest, mit dem aber wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht werden können. (Sehr richtig!) Tie Konnnission hat deshalb beschlossen, die Angelegenheit als Material zur beschleunigten Prüfung und Bearbeitung an den Vorstand zu überweisen. Tann liegt eine Resolution De. Jsi Kahn vor: „Tie jüdische Jugend Deutschlands gibt aus ihrem vierten Telegiertentag ihrer tiefsten Empörung Ausdruck gegen die namentlich in letzter Zeit in schmählicher Weise wieder zunehmenden Taufen und Austritte ans dem Judentum. Tie jüdische Glaubenslehre ermöglicht es jedem denkenden Menschen, der altheiligen Fahne der Väter treu zu bleiben. Alle Gründe für die Taufe sind leere Ausflüchte, dazu bestimmt, die eigene Charakterlosigkeit und Feigheit zu übertünchen. Sic ruft alle Juden und Jüdinnen auf, in-stolzer Liebe der Größe jüdischer Vergangenheit eingedenk zu sein und treu bei den ewigen Menschheitsidealen des Judentums in unauslöschlicher Liebe durchzuhalten." Meine Damen und Herren, unter deni Eindruck der heutigen Referate empfehle ich die einstimmige, debattelofe Annalnne dieser .Resolution. (Bravo!)