Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 251 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352431--2001-4928088- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
251 Verehrte Delegierte, es ist nicht ganz parlamentarisch, was ich jetzt rate: Ueberlegen Sie sich einmal einen Augenblick, ob wir nicht die 5 Mark-Geschichte oder so etwas ähnliches doch hineinnehmen! (Sehr richtig!) Wenn wir nämlich der Gemeinde so etwas hinschicken, dann wird es zum übrigen gelegt. Wenn aber unter Beifügung dieser Leitsätze ein finanziell, präzisierter Antrag gestellt wird, ist ein Erfolg eher zu erwarten. (Zuruf: Kleine Gemeinden!) — Die können ja weniger geben. (Zuruf: Aber es ist ein moralischer Fingerzeig.) Rechtsanwalt Kaufmann-Mannheim: Ich möchte einen Vermittelungsvorschlog machen. Wir bebalten den Satz und streichen nur die Worte: in Höhe von 5 Mark. Damit ist auch kleinen Vereinen Rechnung getragen. Die prinzipielle Stellungnahme des Verbandes ist gewahrt. Lehrer Levisohn-Cssen: Es wäre zweckmäßig, statt der bestimmten .Höhe von 5 Mark zu lagen: ein Betrag in angemessener Höhe. Frl. Scher-Hamburg: Ich möchte beantragen, doch einen festen Satz einzusetzcn; sonst wird es uns gehen, wie^bis jetzt. Die Gemeinden würden uns nach ihren Verhältnissen einen angemessenen Betrag zustellen, der aber lange nicht ausreichen würde. (Sehr richtig!) — Vorsitzender Dr Apfel: Es ist ja keine prinzipielle Frage. Mir ist, cs ganz egal, wie Sie es tnachen. Herr Pinthus, ziehen Sie Ihren Antrag zurück! Nehmen Sie einstimmig die 5 Mark an. Pinthus - Nordhausen: Ich habe bk 5 Mark bekämpft, nicht um die Gemeinden zu schonen, sondern um unsere Verbandsvereine davor zu bewahren, daß sie in ein« Lethargie verfallen, vor det uns beute die Annahme eines erhöhten Verbandsbeitrages geschützt hat, daß sich also die Vereine vollständig auf die Leistungen der Gemeinde verlassen. Wenn Vereine 6 Mark Jahresbeitrag bisher erhoben haben und nun 5 Mark von den Gemeinden bekommen, dann können sie di" Vcreinsbeiträge zurückzahlcn, dann verlassen sie sich wieder auf die Gemeinde. Die Jugendvereine wllen aber aus eigener Kraft lösten, was sie können. Vorsitzender I>r. Apfel: Wer für den Satz 'von 5 Mark ist, den bitte ich. die Hand zu erheben. — Ich bitte um die Gegen-' probe. - Der Antrag ist angenommen. Wir müssen jetzt etwas schnellere Arbeit machen. Aber die Arbeit isk gut vorbereitet. Es ist eine Kommission heute morgen eingesetzt ivorden. bestehend aus den Herren Kaufmann, Assessor Riechheimer und k>r. Apfel, die sämtliche zwischendurch eingegangenen Anträge sichten und darüber Bericht erstatten sollte. Dies wird in der denkbar kürzesten Weise gemacht werden. Der Referent der Kommission ist Herr Kaufmann-Mannheim. Rechtsanwalt Königsbrrger-Mülheim a. d. Ruhr: (zur Geschäftsordnung): Ich möchte fragen, ob nach der Ankündigung des Herrn Vorsitzenden von vorhin ich damit rechnen kann, daß ich ein einziges Mal das Wort bekommen könnte. Vorsitzender Dr. Apfel: Zu welchem Punkt? (Rechtsanwalt .Königsberger: Ich bin gemeldet zu dem Referat Dr. Lange.) —