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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · 6/8 (Oktober/Dezember 1919) · p. Seite 237

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
6/8 (Oktober/Dezember 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 237 (sequence 77)
Language
German
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237 Hilfskräfte für die einzelnen Dezernate und Bürokräfte nötig und müssen dazu Geld haben. Wir hatten zunächst beabsichtigt, Mk. 1.50 Verbandsabgabe pro Kopf zu beantragen. Wir wollen uns aber schließlich mit Mk. 1.— Kopfsteuer begnügen; das stellt aber auch die äußerste Rücksichtnahme auf die Interessen der einzelnen Verein« dar. Da wir damit rechnen müssen, daß durch die politischen Verhältnisse von unseren 41000 Mitgliedern 10—15 000 verloren gehen können, können ' wir,' wenn alle Beiträge eingehen, mit einer sicheren Einnahme twn . allenfalls. Mk. 25 000 rechnen. Gewiß sind die Bedenken mancher Einzelvereine verständlich, aber sie müssen überwunden werden. Wenn heute unsere jungen Leute für eine Tasse Kaffee Mk. 1.50 ousgeben, womöglich für ein Stück Kuchen noch einmal dasselbe, dann müssen sie für ihren Verband auch soviel übrig haben, daß sie ihm jährlich außer ihrem Vereinsbeitrog noch Mk. 1.—' opfern. Wenn wir dieses Geld nicht aufbringen können, dann machen wir wirklich besser Schluß. - (Stürmischer Beifall). Wenn ich sehe, was junge Zionisten für ihre Bewegung opfern, (sehr richtig), wenn ich die Beitragsleistungen der sozialistischen Jugendbewegung in Betracht ziehe, die sich doch zum Teil aus dem Aermsten der Armen rekrutiert, dann bin ich der Meinung, daß über den Jahresbeitrag von Mk. 1.— überhaupt nicht diskutiert werden darf. Ich darf annehmen, daß Sie es unter der Würde der Bewegung halten, über diese Frage auch nur ein Wort zu verlieren. (Stürmischer " ' Beifall, Zuruf: Akklamation). Es ist Akklamation für diesen Antrag beantragt worden. Es erhebt sich kein Widerspruch Ter Antrag ist einstimmig angenommen worden. (Lebhafter Beifall). Lehmann-Hannover: Meine Damen und Herren, ich habe im Aufträge der Kommission, die eingesetzt ist, um über eine end^, gülttge Fassung der Kongreßresolution zu beraten, hier zu berichten. Ich möchte Ihnen vorher die Anträge vorlesen, die prinzipiell oerschioden sind sind über die man beraten hat. Dies ist der Antrag, der wohl am weitesten geht, nämlich anstelle der Wörter „Sämtliche deutschen Juden'! treten die Worte: „Sämtliche in Deutschland wohnenden Juden",! damit auch Ausländer an den Kongreßwahlen teilnehmen können, l Ein anderer Antrag verlangt: Wahlberechtigt zum Kongreß sind alle in Deutschland wohnenden Juden, die mindestens zwei Jahre vor dem Kriege ihren Wohnsitz in Deutschland hatten und das 20. Lebensjahr vollendet haben. Ein dritter Antrag besagt: an beiden Stellen die Worte: „Deutsche Juden" durch die Worte: „in Deutschland ansässige Juden, die einer jüdischen Gemeinde in Deutschland angehören", zu ersetzen. Meine Damen und Herren, wir haben über diese Paragraphen gesprochen und haben uns auf eine Fassung geeinigt, die eine gewisse Kompromißfassung ist, die, glaube ich, aber allen gerecht wird. Ich möchte Ihnen sagen, daß der letzte Antrag auf meinen Vorschlag zurückgezogen ist,l nämlich der, daß alle in Deutschland ansässigen Juden — also damit wären auch die Ausländer gemeint —, die einer Gemeinde angehören, wählen sollen. Der Antrag ist zurück-

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