Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 232 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Vorsitzender Dr. Apfel: Ta Herr Meyer, der Referent der Kommission, abreisen muß, bittet er, eine Bemerkung machen zu dürfen. Meyer - Frankfurt a. M.: Meine Tamen und Herren, leider gestattet mir die Zeit nicht, länger der Versammlung beizuwohnen. Ich bitte daher um die Ermächtigung, daß Herr Rechtsanwalt Regensburger-Braunschweig oder vielleicht Herr Rechtsanwalt Krombacher mich in der Berichterstattung verttitt. Und dann möchte ich noch einige persönliche Worte akr Sie rich ten. Meine Damen und Herren, der heutige Tag bedeutet fiir mich ebenfalls, wie es bereits Herr 1>r. Apfel gesagt hat, einen Wendepunkt. Mit dem heutigen Tag scheide ich fiir meine Person aus dem Vorstände des Verbandes aus, indem mir berufliche und andere Pflichten zu meinem größten Bedauern eine Weiterarbeit im Vorstände nicht mehr möglich machen. Meine Tamen und Herren, auch ich verdanke der jüdischen Jugendbewegung die schönsten Jahre meines Lebens, genau, wie es Herr I)i°. Apfel, allerdings in beredteren Worten, zum Ausdruck gebracht hat. Und ich will diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, um hier öffentlich zu sagen, daß es mir ein ganz besonderes Vergnügen war, 10 Jahre lang im Vorstande des 'Verbandes der jüdischen Jugendvereine Mitarbeiten zu dürfen. Ick» will gleichzeitig damit betonen, daß ich jederzeit für die Interessen des Verbandes zu haben sein werde, wenn der Verband mich einma benötigen sollte. Ich bitte, ebenfalls auch mich von Seiten des Verbandes im guten Andenken zu behalten. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Tas ist der richtige Zeitpunkt, ivo wir der ausscheidendcn Vorstandsmitglieder gedenken können, und zlvar bandelt es sich um Felix Meyer, an dessen Stelle Löffler-Frankfurt vorgeschlagen wird, und -fordert Regensburger-Braunschweig. Die Geschichte der jüdischen Jugendbewegung ist nnt diesen Namen untrennbar verbunden. (Bravo!) Regensburger scheidet nur deshalb ans, twü er beruflich und insbesondere durch sein politisches Mandat als Braunschweigischer Landtagsabgeordneter allzu stark in Anspruch genoinmen ist. Tann , habe ich namens dps gesamten Verbandes einer Dankespflicht, und zwar einer besonders warmen Tankespflicht, zu genügen. Sie wissen, daß der Verband seit Jahren ohne.Geschäftsführer arbeitet, daß die gesamte Arbeit von unserer Sekretärin, Fräulein Claire Finkenstein, geleistet »vorden ist. (Lebhafter Beifall.) Tie einzelnen Vereine wissen, wie sich unser liebes Fräulein Finkenstein für den Verband einsetzt und uns den Geschäftsführer fast vollständig ersetzt. Es ist mir in dieser Stunde, lvo die gesamte Vorbereitung der Telegiertentagung allein in ihren Händen lag, ein warmes Herzensbedürfnis, dies >vohl in Ihrer aller Namen z»m Ausdruck zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Meine Tamen und Herren, mrn müssen wir — eher bekommen Sie keinen Tee und keinen Kuchen (Heiterkeit) — wissen, wje Sie den Vorstand gewählt haben wollen. Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten. Wenn wir schriftlich abstimmen, dauert das ja zwei Stunden. (Zuruf: Mindestens!) Ich möchte den Versuch machen.