Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 231 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352431--1981-4928068- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
231 Curt Alexander-Berlin, Carl Löwenstein-Aachen, Hirschfeld-Graudenz, Nußbaum-Vacha, Siegbert Cohn-Berlin und I)r. Krombach-Essen. Meine Damen und Herren, ich habe noch namens der Kommission hinzuzufügen, daß nach Regelung der politischen Ostverhältnisse eine Kooptation von Vertretern östlicher Vereine in den Verbandsvorstand stattfinden soll. Der Vorstand hat ja das Recht nach den Satzungen, weitere 5 Mitglieder zu kooptieren. Wir glauben nach bestem Wissen und Gewissen die richtigen Kandidaten für den Vorstand vorgeschlagen zu haben, und Sie können dadurch Ihr Einverständnis mit unserem Vorschläge bekunden, daß Sie einstimmig Per Akklamation unsere Liste akzeptieren. Martha Katzrnstein - Harburg: Ich möchte meinem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß unter den 19 Delegierten nur 2 weibliche Delegierte sind. (Sehr richtig!) Das ist wohl nur darauf zurückzuführen, daß heute noch keine weibliche Delegierte hier gesprochen hat, daß sich die meisten Redner wohl aus akademischen Kreisen zusammengesetzt haben (sehr richtig!), denen es natürlich ein leichtes ist, da Sie von Berufswegen gewohnt sind, zu reden, »nährend den Damen die Form nicht so geläufig ist, um ihre Wünsche, die sie auf dem Herzen haben, hier vorzubringen. Aber ich glaube, in der mitbestimmenden und beratenden Kommission wäre sicherlich noch für einige Damen mehr Platz als für 2 unter 19 Delegierten.. (Lebhafte Zustimmung.) Vorsitzender I>r. Apfel: Die Kommission hat sich beiyüht, Ihnen einen annehmbaren Vorschlag zu machen, und ich bin der Meinung, daß wir in vollster Offenheit über diesen Vorschlag diskutieren, damit nicht nachher irgend eine Verstimmung zurückbleibt. Die Kommission hatte eine außerordentlich schwierige Aufgabe zu erfüllen, denn im Grunde sind wir der Meinung, daß die ganze Delegiertenversammlung eigentlich geeignet wäre, den Vorstand zu bilden. (Heiterkeit.) Aber wir müssen uns nun auf 20 beschränken. Ich bin. bereit, wenn Sie es wünschen — und ich halte es sogar für richtig,., über die Vorschläge die Debatte zu eröffnen und eventuell weitere , Anregungen zu geben. Wenn jemand glaubt, es sind zu wenig Damen darin, dann muß er es Vorbringen. Schon in der Kommission, soweit ich ihrer Verhandlung beiwohnen konnte, wurde davon gesprochen: wir müssen nicht zu viele jüdische Akademiker hineinnehmen. Wodurch unterscheidet sich denn der jüdische Akademiker oder Nichtakademiker? Und wer hat meist Akademiker hierhergeschickt? Doch auch die kaufmännische Mitgliedschaft. Er unterscheidet sich eigentlich nur durch das, was Löffter heute morgen gesagt hat: durch die Bewertung auf dem Heiratsmarkt. (Heiterkeit.) An und für sich ist es doch für uns ganz gleichgültig, ob einer "Akademiker ist oder nicht. Wenn einer Akademiker ist, ist er deshalb nicht mehr, aber. auch nicht weniger als die anderen. Martha Katzenstein (zur Richtigstellung): Nein, das richtet sich in keiner Weise gegen Sie. Was Sie gesagt hoben, .unterstütze ich. Ich wollte mir begründen, warum die Damen nicht geredet" haben, weil den Damen die Form nicht so geläufig ist wie den Herren.