Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 213 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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213 ' Das selbstbewußte Judentum, das dieser Verband, in dem ich zu sprechen di? Ehre habe, erneut und gefestigt hat, ist die Grundlage jeder Abwehrtätigkeit. Taher sorgen Sie dafür, daß die ang-efchlosse- , nen Vereine die Fähigkeit erlangen, die Mitglieder an den inneren Wert zu binden und die Grundbedingung erfüllen: eine stolze, mutige, edle Jugend heranzubilden. Es ist selbstverständlich, daß man die jungen Mitglieder über die Vorwürfe, die man uns macht, aufklärt und ihnen die Mittel nahelegt, sie sachlich zu entkräften. Wenn auch die Abniehr gegen den Antisemitismus in unser Programm nicht hinein gehört, sind wir gezwungen, den Centralverein in dieser Arbeit, wo immer wir können, treu utid gewissenhaft zu unterstützen. Mag er politisch, organisatorisch und durch seine Größe repräsentativ wie bisher nach außen wirken und in dieser seiner hauptsächlichen Pflicht kühn und vom ganzen deutschen Judentum unterstützt zu neuen Zielen schreiten, wir Jugendvereine wollen unsere Arbeit nach innen richten, um das deutsche Judentum, das nicht das schlechteste' der Erde sein will, für alle Zukunft in seiner Existenz zu sichern. Dann werden wir über diese Klippen wenigstens innerlich ungeschädigt hinwegkommen und nicht, wie im vergangenen Jahrhundert,-, die Besten aus unfern Reihen verlieren. Wir können nicht sehen, daß . nwgen religiöser Verdächtigung auch nur ein einzelner unsere Reihen verläßt. Sir wollen alle, alle um uns scharen, die als Juden geboren sind und als Juden leben wollen. Die Kraft, tvelche die Vereine in die Seelen der Mitglieder gießt, wird zurückstrahlen wie ein blanker Schild, an dem die Pfeile des Hasses zerbrechen. Seien Sie daher nicht unwillig, wenn ich Ihnen tein anderes Mittel der Bekämpfung des Anttsemittsmus für unfern Jugendverband zu sagen imstande bin. (Sehr richttg!) m Dieses innere Mittel möge blühen, wachsen und gedeihen zum Wohle der jüdischen Jugend, zu Nutz und Frommen der jüdischen Allgemeinheit, zum Segen des geliebten deutschen Vaterlandes. Dann . werden wir einstmals mit Stolz bekennen können: Wir haben lins selbst geholfen (Beifall), und so Null ich mit den Worteri des Sämiers schließen: ' Und drängen die Nebel noch so dicht ■' Sich vor den Blick der Sonne, Sie wecket doch mit ihrem Licht — Einmal die Welt zur Wonne. Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht, Mir soll darob nicht bangen, Auf leisen Sohlen über Nacht Kommt doch der Lenz gegangen. , (Allseitiger, anhaltender Beifall.) ' Vorsitzender Dr. Apfel: Ich stelle mit Genugtuung den lebhaften Beifall fest, den dieses Referat gefunden hat. Gerade der Umstand, daß Herr Di°. Lange der gestrigen Tagung nicht beiwohnen konnte, und daß ct trotzdem ganz im Geiste der gestrigen Beratungen zu uns