Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 207 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352431--1959-4928046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
207 Dr. Heilbronn: Meine Damen und Herren, ich will natürlich vermeiden, daß iäese Resolution abgelehnt wird. Ich ziehe sie zurück aber konstatiere noch einmal, daß an dem Morgen, an dem unter großer Begeisterung über die Erziehung der jüdischen Jugend gesprochen wurde, diese Resolution zurückgezogen wurde. (Unruhe.) Vorsitzender vr. Apfel: Und ich konstatiere namens des Verbandstages, daß diese Resolution nur deshalb als nicht zweckentsprechend betrachtet wurde, weil wir als neutraler Verband die Emp-—. findungen sämtlicher jüdischer religiöser Richtungen zu respektieren haben (Sehr richtig! und Lebhafter Beifall.), daß das das einzige Motiv ist, daß wir aber im übrigen tiefstes Verständnis für die Gründe haben, die Herr Rabbiner vr. Heilbronn vorgebracht hat, und insbesondere für'die Motivierung, mit der er seinen Antag eingebracht hat. Ich muß noch eins nachholen, und zwar anknüpfend an die Eingangsworte bet Diskussionsrede des Herrn vr. Heilbronn-Nürnberg, . daß es doch traurig sei, daß wir von Rabbinern nicht erwarteten, daß sie objektiv zu diesem religiösen Thema sprechen könnten und unsere Neutralität nicht mißbrauchen wollten. So liegen die Tinge nicht. Herr vr. Heilbronn! Ich habe im Verbandsvorstand die Namen unserer hervorragendsten Rabbinen als Redner zu diesem Thema vorgeschlagen, habe nicht danach gefragt, ob sie liberal, orthodox oder sonst ^twas sind. Es ergaben sich hierüber solche Differenzen, ja Drohungen, daß ich die Sache nicht darunter leiden lassen wollte. Ich möchte in dieser Stunde einmal aussprechen, daß man doch^rnsere Rabbinen überhaupt nicht immer auf diese kleinliche Weise von vornherein als Richtungs- und Parteirabbiner abstemple I Unsere Rabbinen möchten wir über den Partien stehen lassen. (Stürmischer Beifall.) Nun beginnt die Mittagspause. Wir werden nach Tisch mit dem Referat Lange beginnen. Wir werden aber sofort nach, dem Referat die Vorstandswahlen vornehmen müssen. Tann muß das aber vor einer Delegiertenversammlung geschehen, die noch vollzählig ist; und ich weiß, daß eine Reihe von Delegierten gegen Abend bereits abreisen müssen. Aus diesem Grunde stelle ich den Antrag, daß dex Delegiertentag beschließe, unmittelbar nach dem Referat des Herrn vr. Lange, womit ich nicht etwa der Diskussion vorgreifen will, mich, zu ermächtigen, zunächst die Vorstandswahlen vorzunehmen. (Zustimmung.) .Dann gehen wir im übrigen entsprechend der Tagesordnung weiter. Es müssen dann noch die Berichte der einzelnen Kommissionen erstattet werden usw. Ich stelle die einstimmige Annahme dieses Vorschlages fest. Die Kommissionsmitglieder werden gebeten., sich hier oben einzufinden. (Mittagspause.) 1 ' Nachmittag. Vorsitzender vr. Apfel: Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Daß die Pause sich etwas länger hingezogen hat, wixd Sie nicht gereuen. Zwischendurch ist von 4 oder 5 Kommissionen eine solch