Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 206 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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206 bandes, dies als eine Kundgebung zu betrachten, die wir ihm aus vollstem -Herzen mitgeben. (Herr Lehrer Steinhardt: Und auf die Tagesordnung des Nächsten Telegiertentages setzen!) — Herr Stein-, bardt meint, daß wir das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Telegiertentages setzen sollen. Das ist in zwei Jahren. Das ist zu spät. (Lehrer Steinhardt: Tas ist in zivei Jahren noch nicht besser!) Zum Schluß kommt dann noch die Resolution von I>r. Heilbronn- Niirnberg und Di'. Wiener-Stettin: „Tie Verbandstagung der jüdisä>en Jugendtiereine erklärt, daß die Erziehung unserer Jugend zur Religion die vornehmste Aufgabe des Elternhauses und der Schule ist. Es ist daher anzustreben, daß dem Schulunterricht in der Religion ein obligatorischer Charakter bewahrt bleibt." Ich empfehle, diese Frage, die in das Politische Gebiet herüberspielt (Sehr richtig!) und die die Gemüter sehr bewegt, und da ich viele Juden kenne, die keinen Wert auf den obligatorischen, sondern mehr auf den freiwilligen Religionsunterricht legen, zunächst einmal in dieser Form nicht zu besprechen. (Beifall.) I>r. Heilbronn-Nürnberg: Meine Damen und Herren, es ist doch ganz selbstverständlich, daß, wenn wir hier im Jugendverband zusammenkommen,. um über die Erziehung der Jugend zum Judentum zu sprechen, wir uns auf den Standpunkt dieser Resolution stellen. (Zustimmung.) Wenn man sagt, daß die Frage politisch ist, so ist das nicht richtig. (Zuruf: Nach Ihrer Meinung!) Es gibt Demokraten nnd Sozialdemokraten und Konservative, deren Meinung in dieser Frage auseinander geht: es ist nicht eine Frage der Partei. Ich kann Ihnen nur das eine sagen, daß eine Tagung christlicher Jugendvereine überhaupt ohne diese Resolution unmöglich wäre. (Sehr richtig!) Vorsitzender I>r. Apfel: Herr Dr. Heilbronn, es leuchtet mir alles ein, was Sie sagen, aber es ist dies doch eine Frage, die von so zahllosen Körperschaften in tage- und monatelangen Beratungen besprochen wird, daß wir sie nicht übers Knie brechen können. Lehrer Lrvi-Frankfnrt a. M.: Gestatten Sie mir ein kurzes Wort dazu. Meine Damen und Herren, es ist eine so schwerwiegende Frage (Sehr richftg!), daß ich Sie dringend bitten muß, von der Annahme dieser Resolution abzusehen. (Sehr richtig!) Von meinem orthodoxen Standpunkte aus erkläre ich Ihnen, daß ich es für eine.Gefahr halte, diese Resolufton anznnehmen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich muß noch eins hinzufügen. Wir haben in Cassel im Anfang der vorigen Woche unseren Verbandstag gehabt und haben das direkte Gegenteil beschlossen. Der Lehrerverband hat das direkte Gegenteil beschlossen, nämlich der Religionsunterricht soll wahlfrei sein sowohl für Schüler »nie für Lehrer. (Sehr richtig!) Spangcnthal-Spangenberg: Ich möchte mich dem vollständig anschließen. Es ist eine Politische Angelegenheit besonders in der bei, tigen Zeit. / Vorsitzender I)r. Apfel: Wir kommen zur Abstimmung. (Ruse: Antrag zurückziehen.)