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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · 6/8 (Oktober/Dezember 1919) · p. Seite 193

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
6/8 (Oktober/Dezember 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 193 (sequence 35)
Language
German
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193 Dann ein Antrag des Herrn Lehrer Steinhardt-Magdeburg — ich zitiere ihn wörtlich aus dem Gedächtnis —: in dem ersten Absatz der These als lebten Satz zu sagen: „Mitglieder von Verbandsvereinen, die eine Mischehe ein» gehen, verlitren damit ihre Mitgliedschaft." Zur Sache ihat das Wort Herr Lehrer Levi-Frankfurt a-M. Lehrer I. B.^Ledy-Frankfurt a. M.: Meine Damen und Herren, wir stehen alle nochpnter dem tiefen Eindruck der Worte unseres Freundes Herrn I)r. xsöffler. Wir sind alle tief innerlich davon überzeugt, daß die Wortes die er gesprochen hat, den Kern der Sache treffen. Darum würde ich es durchaus nicht für richtig halten, wenn wir über Kleinigkeiten uitd Kleinlichkeiten in dieser Beziehung uns hier etwa streiten wollten.! In den großen Punkten, die er vor uns ausgebreitet hat, sind wirj uns einig. Trotzdem müssen Sie mir es gestatten — von dem Gesickstspunkte eines Praktikers aus, eines Praktikers, der sck)on lange, lange Jahre in der Jugendbewegung steht, Ihnen einige Vorschläge zu machen, die doch einmal zur Ergänzung dieser Leitsätze und der Ausführungen des'Herrn Di\ Löffler meiner Ansicht nach gehören. i ' ' Ich bin —| das muß ich Voraussagen — ohne weiteres für die Annahme der Leitsätze des Herrn Dr. Löffler. Trotzdem glaube ich, daß wir einiges davon noch etwas schärfer betonen müssen und einiges vielleicht auch h neinfügen müssen. So bin ich beispielsweise mit dem Satze des Herr» Dr. Löffler — er stand nicht in seinen Leitsätzen, ■ aber er hat es ausgeführt — nicht einverstanden: Wir müssen nicht, nur Kenner de? jüdischen Schrifttums erziehen, sondern es kommt auch darauf an, richige Beter zu erziehen und ihnen das innere Erleben beizubringen. (Sehr richtig I) Gewiß, das ist unbedingt richtig. Aber glauben Sie nicht, meine Herrschaften, daß es nicht umgekehrt richtiger wäre? Glauben Sie denn, meine Herrschaften, daß wir all das jüdische innere Erleben der Jugend■> beibringen können, ohne die Kenntnisse des jüdischen Schrifttums und ohne die Kenntnis der Bibel? Ich habe die Erfahrung gemacht, daß all das schöne Reden und all das tiefe Empfinden und das tiefe Mitteilen-Wollen des Empfindens nichts nützt, wenn nicht die tiefe Kenntnis der Bibel vorausgeht. (Sehr richtig!) Ohne die wahre Kenntnis unseres küdischen Schrifttums und ohne die Liebe zur Bibel werden wir niemals Liebe zum Judentum erwecken. (Sehr richtig!) Darum ist es meine erste Forderung, daß die Liebe zur Bibel, die Liebe zum jüdischen Schrifttum stärker, als es Herr Dr. Löffler getan hat, in den Leitsätzen betont wird, daß wir nämlich sagen: die Liebe zur Bibel ist die Grundlage zur Liebe zur jüdischen Religion, und daß »vir diese Liebe zur Bibel infolgedessen in den Jugendvereinen meiner Ansicht nach viel stärker pflegen müssen, als das bisher geschehen ist dadurch, daß wir Kurse einrichten zur Kenntnis der hebräischen Sprache, nicht der neuhebräischen, sondern der Bibelsprache. Ich halte es für nottvendig, daß wir das zum Ausdruck bringen. So viel zu dem ersten Teil dxs Dr. Löfflerschen Referats. ,

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