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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 153

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 153 (sequence 105)
Language
German
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153 Ich stelle mich Weib Gott nicht hierher, um Ihnen zu. zu drohen. Ich kann Ihnen nur immer wieder sagen: so geht es nicht weiter! Wenn Sie den Wunsch haben, will ich mich, um den Verband zu respektteren und um Ihnen keine Schwierigkeiten zu machen, auf einige Zeit überhaupt in der jüdischen Oeffentlichkeis zurückhalten und gar nicht über diese Dinge reden; aber so geht es nun einmal nicht weiter. Sie können und werden es^icht ablehnen, die vaterländische Gesinnung zu bekunden. (Anhaltender Beifall.). Mögen Sie es meinetwegen für überflüssig halten, da es aber vielen von uns nicht überflüssig erscheint und da heute auch in jüdischen Kreisen manche den vaterländischen Dingen so entsetzlich kalt gegenüberstehen und da ich noch immer unter dem grausigen Eindruck von Bemerkungen stehe, wie: nebbich, dieser gute Apfel, was regt der sich so auf, wo doch alles so verändert ist —, da ist es eben ein Herzensbedürfnis füt mich geworden, auf meinem Antrag zu bestehen. Wohl selten hat ein Verbandsvorsitzender so rückhaltlos offen, so intim persönlich mit den Verbandsmitgliedern gesprochen; aber wagt es noch einer unter Ihnen, mir nach dieser Rede zu sagen, daß dem Dr. Apfel die Kabinettsfrage gestellt werde? Nein! Da stellt jetzt vr. Apfel dem Verbände die Kabinettsfrage! Wenn Sie sich nunmehr meiner heiligen Bereitwilligkeit, weiter mit aller Kraft siir die Bewegung zu arbeiten, nicht bedienen wollen, wenn Sie nach diesen Worten noch im Stande sind, den Antrag, dem ich die Neutralitäts-Betonung beifügen will, abzulehnen — dann haben wir verschiedene Sprachen miteinander geredet, dann waren wir weiter voneinander, als wir wußten. Gebe Gott uns die Stunde, wo wir uns wiederfinden werden! (Minutenlanger stürmischer Beifall, der sich immer wieder erneuert. Fast die ganze Versammlung hat sich erboben und drängt zum Rednerpult.) Vorsitzender Apfel: Ich bemerke zu meinem Entsetzen, daß es 8 Uhr geworden ist. Nun haben mir viele gesagt: um Gottes willen, nicht heute abstimmen, sondern morgen. Ich flehe Sie an, nieine Freunde, sorgen Sie dafür, daß über die ganze Frage überhaupt nicht abgestimmt zu werden braucht. Ich frage. Sie einfach, rufen Sie mir Ihr Ja oder Nein entgegen — Wird es gehen oder wird es nicht gehen? (Stürmische, freudige Zurufe: Ja!) Kommerzienrat Stein (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Bei der ersten Delegiertenversammlung des Verbandes vor 10 Jahren sprach der Vertreter der Grotzloge, Geheimvat Maretzki, folgende Worte: „Wenn wir Sie hier — „wir" das war die Grotzloge — zusammengerufen haben, so ist es einzig und allein darum zu tun, den Verband zu schaffen, Ihre weitere Selbständigkeit aber in keiner Weise anzutasten oder Sie irgendwie zu bevormunden." Vorsitzender vr. Apfel (unterbrechend): Das gehört nicht zur Geschäftsordnung. Kommerzienrat Stein: Das gehört dazu. Ich habe deshalb ums Wort gebeten, weil von verschiedenen, und zwar von zahlreichen Seiten der Wunsch und die Bitte an mich gerichtet worden ist, meine

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