Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 127

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 127 (sequence 79)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4926451-6352298-6352429--1874-4927962
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

127 eher, meine Tarnen und Herren, .aus dem Rahmen des gesamten positiven Programms der Pflege vaterländischer Gesinnung einen Punkt herauszulqsseni — denn so sieht es jetzt aus — ist fcodf wohl nicht möglich. Zumst hieß es: wollen wir die vaterländische Gesinnung als einziges jetzt in dieser Zeit hinausschreien oder nicht? Ich muß sagen, ich verstehe es unendlich gut, wenn man in dieser Zeit sagt: es ist nötig, I sie hinauszuschreien. (Sehr richtig!) Und, meine Damen und Herren, aus diesem Gefühl heraus, aus diesem Gefühl des wirklich innerlichen Ergriffenseins von der Lage des Vaterlandes habe ich mein^ Rede im jüdischen Jugendbund damals, als es hieß, , zur ersten Fassung Stellung zu nehmen, gehalten. Und das : muß ich Ihnen wirklich sagen: wenn einem heute deswegen, daß man das betont, gesagt wird, man steht auf deutsch-völkischem Standpunkt, man ist ein Chauvinist, so verstehe ich das einfach nicht. Ich komme zum Schluß. Lassen Sie uns, die wir die überwiegende Masse der jüdischen Jugend darstellen, in dieser Stunde klar und unzweideutig, ohne ängstlich nach rechts oder nach links zu sehen, sagen: das ist, was wir wollen: die Bekundung positiven Judentums, die Bekundung unserer Erzie sungsaufgabe durch geistige und ethische Fortbildung unserer Mitglieder und untrennbar davon die Bekundung vaterländischer Gesinnung. (Lebhafter Beifall.) (leepause.) Vorsitzender vr. Apfel: Meine Damen und Herren! Ich muß nunmehr bit en, da wir, wörtlich genommen, zu der Schicksalsstunde des Verbandes gelangen, mit vollster Aufmerksamkeit und Ruhe den nachfolgenden Debatten zu folgen. . Ich möchle zunächst eine persönliche Erklärung abgeben. Ich habe mich chit voller Absicht nicht auf die RÜmerliste gesetzt. Ich will allerdings der Delegiertentagung mitteilen, daß ich ihr Erklärungen > abzugeben habe und an und für sich das Bedürfnis Habs, eingehend zu präzisieren, worauf es meiner Meinung nach ankommt. Ich muß allerdings andeuten, daß es voraussichtlich Erklärungen sehr ernster Natur sein werden. Ich will diese Erklärung aber nur dann abgeben, wenn es der einmütige Wunsch der Äelegiertenversammlung ist, daß sie mir gestattet, zwischendurch zu ueden. Ich selbst dränge mich nicht dazu. Aber vorder lege ich Wert auf folgendes: Es ist durch ein Mißgeschick, und zwar, wie ich festgestellt habe, durch die allzu langsamen Anmeldung b|er Betreffenden, tatsächlich bisher noch kein Vertreter der süddeutschen Verbände zu Worte gekommen, und ich möchte für meinen Teil den geschästsordnungsmäßigen Antrag stellen, daß zunächst ein Redner für den badischen Bezirksverband, vielleicht Herr Rechtsanwalt Kaufmann, das Wort nimmt, dann vielleicht ein Redner für den ^ürttembergischen Bezirksverband. Wer käme da inj Frage? (Zurufe.) — Ja, das müssen Sie natürlich selbst wissen. Oder wollen wir uns dahin einigen, daß zunächst einmal ein süddeutscher General-Redner zu Worte kommt, ich schlage Herrn Kaufmann vor.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.