Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 128 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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128 und zwar aus dem Grunde, weil er» wie ich weiß, ein Gegner meines Antrages' ist. Wenn Sie es dann gestatten, würde ich persönlich zur Vermeidung unnützer weiterer Reden bereit sein, Ihnen dann das zu erklären, was ich Ihnen -in irgend einer Stunde der Tagung erklären muß. (Ruse: Jawohl, sofort!) — Nein, ich bitte, ich muß erst hören, und zwar unter allen Umständen — denn die Rede wird für das, was ich zu sagen habe, sehr wesentlich sein —, was Herr Kaufmann hier sagt. Also, wenn Sie damit einverstanden sind, so würden wir so verfahren, daß wir die Rednerliste umstellen: zunächst Herr Kaufmann und dann ich. Allerdings muß ich Ihnen sagen, meine Herrschaften, Sic müssen mir dann eine etwas längere Redezeit einräumcn, denn Sie müssen bedenken — na, ich will das im Augenblick lieber noch nicht sagen. Iw. Jsi Kahn (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren, cs ist mir über Mittag ans'einem Kreise, der hier unseren Verhandlungen beigewohnt hat, mitgetcilt worden, daß man sich darüber gewundert hat, das; aus unserer Mitte nicht heute vormittag gleich mit Beginn der Eröffnung unserer Tagung der Pogromopfer unserer Glaubensgenossen im Osten gedacht worden ist. (Sehr richtig!) Ich nmß von meinem Standpunkte aus sagen, daß das an und für sich, wie es mir gegenüber gerügt worden ist, nur durch die ernste und schwere Debatte, die hier gewesen ist, noch nicht ermöglicht worden ist. Ich möchte aber denjenigen Kreisen, die daraus versuchen, etwa eine Scheidewand zwischen unserem Gefühl und den Gefühlen, die andere Teile der Judenheit beseelen, berauszukonstruieren, sagen, daß es ganz selbstverständlich ist, wenn das auch bis jetzt noch nicht mit Worten geschehen ist, daß wir tiefstes Mitgefühl mit den Glaubensbrüdcrn und Stammesbrüdern im Osten haben und daß es für jeden jungen Juden und jede junge Jüdin etwas ganz Heiliges ist, in jedem Augenblick derer, die für uns und unsere Sache mit gestorben sind, zu gedenken. (Bravo!) Das zu 1. Zum zweiten möchte ich, damit auch die heutige Tagung nicht direkt ohne positives Programm ausläuft, ersuchen, noch bevor der nächste Redner spricht, der Palästinakommission hereits jetzt aus Ihrer Mitte heraus die Sanktion zu erteilen, damit auch hier nicht gesagt werden kann, daß wir uns lediglich in öde Debatten versenken. Es ist selbstverständlich, daß wir mit dieser Resolution, soweit ich es wenigstens beabsichtige, nicht irgendwie einer politischen Partei oder Strömung dienen wollen. Ich meine chloß, daß wir heute unser Bewußtsein darauf einstellen und in kurzen Worten zum Ausdruck bringen müssen, daß es für uns eine selbstverständliche Pflicht ist, auf diese große und wunderbare Erscheinung, die wir da eben erleben, auch unsere Jugend ständig hinzuweisen. (Bravo!) Vorsitzender Dr. Apfel: Dazu habe ich als Vorsitzender folgende Erklärung abzugeben: es ist ganz selbstverständlich, daß es meine Absicht war, der Pogromopfer zu gedenken. (Zuruf: Das hätte gleich -geschehen müssen!) — Bitte, das müssen Sie mir schon überlassen! Und zwar hatte ich dazu einen Augenblick der morgigen Tagung aus-